Lucretia beschäftigte sich ein wenig mit einem simplen Buch das im Raum gestanden hatte und kam erst ein paar Stunden später wieder aus dem Zimmer um sich ein Glas Wasser zu holen. Tom hatte Recht. Sie war noch unglaublich schwach was das Zaubern betraf. Sie müsste üben und zu Kräften kommen. Möglichst leise füllte sie ein Glas Wasser ein. Lestrange jedoch schien nirgendwo in der Nähe zu sein. Abraxas Zauberstab war nicht optimal aber es müsste damit funktionieren also richtete sie ihn auf das Wasserglas und murmelte ein leises „Bombarda." es regte sich nichts. Das Glas wackelte aber zersprang nicht. Das Apparieren musste sie einiges an Kraft gekostet haben. Dennoch atmete sie durch und probierte es erneut „Bombarda!" erneut keine Reaktion. Angespannt atmete sie aus. Nichtmal das klappte. Dabei hatte sie Heute erst ihre Sachen aus dem Malfoy Manor hier erscheinen lassen. War ihr Magiespeicher denn so geschwächt? Als sie erneut ansetzte wurde sie unterbrochen durch Hände die sich an ihre schmale Taille legten. Rufus raunte leise in ihr Ohr „ich sagte doch du brauchst meinen Schutz. Meine Hilfe. Du bist nicht mehr so stark wie damals. Abraxas hat gute Arbeit geleistet, mh?" er lachte leise beinahe amüsiert und sie drehte sich augenblicklich zu ihm um. Ein Fehler wie sich herausstellte. Nun war hinter ihr die Küchentheke und direkt vor ihr Lestrange. Ihre Hände zitterten ein wenig. Rufus schien es vorerst nichtmal zu bemerken. „Also Kleines sag du bist mein und ich beschütze dich. Für den Rest meines Lebens." seine Hände strichen fast sanft über ihre Taille. „Ich verspreche mich gut um dein Kind zu kümmern." fügte er augenzwinkernd hinzu. Nun begann ihr ganzer Körper zu zittern. Sie wollte das nicht. Sie wollte nicht von ihm berührt werden oder ihm irgendetwas versprechen im Austausch für vermeintliche Sicherheit. Sie wollte nicht, dass er sie zu etwas zwang wie Abraxas. Als Rufus ihr Zittern bemerkte ließ er abrupt von ihr ab und machte einen Schritt zurück „du hast Angst." stellte er beinahe überrascht und ein wenig schockiert fest. Lucretia schwieg und versuchte ihren Atem zu beruhigen. Der Lestrange fragte leise „was hat er getan, Lucretia?" Sie konnte gar nicht anders als trocken zu lachen als eine Träne ihre Wange hinab lief „Was denkst du denn, hm? Sicher nicht lieb gefragt, wenn er etwas wollte." ein harmloser Weg es auszudrücken. Der dunkelhaarige schwieg einen Moment lang. „Es tut mir leid. Ich wollte dir keine Angst machen, oder...dir etwas aufdrängen. Soll ich...möchtest du...einen Tee?" schlug er schwach vor und sie nickte lediglich. Mit einem Schwenk seines Zauberstabes richtete der Tee sich ganz alleine an und er führte sie mit äußerster Vorsicht zum Küchentisch. „Erzähl mir davon. Von allem." Lucretia schwieg einen Moment lang als sie sich gesetzt hatten und drehte die Teetasse in ihren zierlichen Händen. „Was soll ich groß erzählen?" fragte sie matt mit Blick auf die Tasse. Rufus erwiderte ruhig „was er dir angetan hat."
-„Wieso?" wollte sie wissen
-„Damit ich dafür sorgen kann, dass er jedes bisschen davon zurück bekommt." Die Black atmete durch und schüttelte den Kopf dennoch begann sie zu erzählen „Es waren...offensichtliche Kleinigkeiten. Nicht zaubern zum Beispiel. Oder mich hungern lassen, wenn ihm etwas missfiel. Oder dass er mich dazu genötigt hat mit ihm zu schlafen. Es war nie...angenehm. Er hat mich aber auch nie gewaltsam gezwungen. Er hatte seine Mittel. Seine kleinen paychospielchen. Bei jeder Gelegenheit hat er in meinen Kopf geguckt. Jedes Mal wenn ich die Okklumentik nicht halten konnte, weil ich geschwächt war. Aber das schlimmste an allem war, dass es immer mur um ihn ging. Ich habe kaum mehr eine Nacht schlafen können...nachdem ich...nein nachdem Orion...ihn...getötet hat. Er hat getan, als würde er sich dafür interessieren. Als täte es ihm Leid. Aber er hat mich in dem Glauben gelassen. Er hätte mich davon befreien können. Er meinte ich wäre ihm nicht egal. Er hat angedeutet wirklich irgendwo in seinem verrottetem Herzen etwas für mich zu spüren. Aber er hat mich leiden lassen und er hat dabei einfach zugesehen. Ich...es gab Momente da wollte ich ihm glauben. Das alles besser würde, wenn ich aufhöre gegen ihn anzukämpfen. Das es meine Schuld wäre und das...er mich..liebt. Ich denke zumindest, dass er wollte, dass ich das denke." sie schloss die Augen einfach. Es tat ihr weh darüber nachzudenken und es war unglaublich surreal gerade Lestrange davon zu erzählen. Dieser jedoch tat das einzige was er in dem Moment tun konnte er nahm sie in den Arm und strich ruhig über ihren Rücken und dieses Mal wich sie nicht einmal zurück. Es gab gerade keinen Grund für sie Angst vor ihm zu haben. Er schien nicht, als würde er diese Situation ausnutzen. „Ich passe auf dich auf." versicherte er leise. Lucretia blickte langsam zu ihm auf „wieso? Warum interessiert es dich schon?" wollte sie wissen. Der junge Mann lächelte matt „Ach komm, Lucretia. Als ob du es nicht sehen würdest. Ich kann zwar ein Arschloch sein, aber ich bin miserabel darin zu verstecken was ich fühle. Selbst Abraxas war bewusst, dass ich dich lieber an meiner Seite gewusst hätte als an seiner. Er hat es genossen mir das unter die Nase zu reiben. Oder warum denkst du, hat er ständig mich geschickt irgendwelche Nachrichten zu überbringen?" Die junge Frau ließ den Kopf erschöpft wieder gegen seine Brust sinken. Sie hatte keine Kraft gerade darüber nachzudenken. „Es ist in Ordnung. Ruh dich aus. Schlaf." bot er an und sie merkte nur im Halbschlaf wie er sie bereits hochhob und nach oben zurück ins Bett trug.
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Hidden Scars//Harry Potter FF
FanfictionNachdem Lucretia in ihrem letzten Schuljahr eine Beziehung mit dem arroganten Abraxas Malfoy eingehen musste, ist nun ein Jahr vergangen. Abraxas und Lucretia haben geheiratet, doch der Strudel der Dunkelheit reißt sie mehr und mehr in den Abgrund...
