Es vergingen Tage bis sie endlich wieder in dem gemütlich eingerichteten Wohnzimmer des Ordens stand. Es war noch still immerhin war es gerade mal um sieben. Abraxas hatte geraten, sie solle es aussehen lassen, als wäre sie ohne sein Wissen hier. Natürlich würde sie Schwierigkeiten haben, beide Seiten von ihrer Aufrichtigkeit zu überzeugen.
Sie wollte sich nicht ausmalen, was geschehen würde, wenn Endira herausfand wer Finnick wirklich getötet hatte.
Erneut verschwammen die Bilder vor ihren Augen. Es war schlimmer geworden, seit der Schwangerschaft. Eine Gänsehaut überzog ihren Körper, doch wurde sie aus den Gedanken gerissen, als plötzlich ein junger Mann vor ihr stand.
„Was willst du hier, Black?!" fauchte der dunkelhaarige und hatte seinen Zauberstab auf sie gerichtet.
Lucretia war einen Moment recht perplex. Natürlich musste er denken, sie wäre eine von Toms Anhängern. Woher sollte er wissen, dass Abraxas und sie sich nie wirklich geliebt hatten.
Kurz räusperte sie sich ehe sie leise sagte „Endira meinte ich kann jederzeit hierher kommen. Es tut mir leid so reingeplatzt zu sein, aber Abraxas weiß nicht, dass ich hier bin und das sollte so bleiben. Ich wäre dir dankbar wenn du deinen Zauberstab herunternimmst, Algie. Ich weiß ihr Gryffindors seid manchmal etwas impulsiv aber-.."
Endiras Stimme unterbrach sie „Lu!...so unhöflich wie immer" scherzte sie und drückte sanft Algie Longbottoms Hand runter ehe sie ihre Freundin in die Arme zog. Lucretia bemerkte den Blick den Algie und Endira sich zuwarfen und zog die Augenbrauen etwas hoch. Dennoch verschwieg sie sich jeden Kommentar.
Sie erwiderte die Umarmung kurz und sagte dann leise „Hör zu ich will euch helfen. Vorerst habe ich keine neuen Informationen, aber Tom will dass ich euch an ihn verrate." sie sprach so leise, dass nur Endira es hören konnte.
Lucretia vertraute nicht vielen und schon gar nicht einem Gryffindor. Wahrscheinlich würde er sie so schnell an Tom verraten wie nur möglich, sobald es darauf ankam.
Die Brünette ihr gegenüber runzelte die Stirn etwas und meinte ruhig, aber lauter:"Nun...das klingt schrecklich, aber...es könnte uns helfen."
Longbottom sah sie fragend an, doch zu Lucretias Erleichterung winkte sie nur ab. Endira ließ sich in einen Sessel fallen und meinte „ich glaube wir sollten die anderen wecken und erstmal einen Kaffe trinken."
Algie nickte und verschwand die Treppe nach oben. Es stellte sich heraus das noch drei weitere Mitglieder des Ordens hier wohnten. Eine Ravenclaw mit goldblondem Haar, ein eher ruhiger Hufflepuff und noch ein Slytherin, der allerdings ein Jahr unter ihr gewesen sein musste. Sie fühlte sich nicht gerade sehr willkommen. Nur Endira lächelte hin und wieder zu ihr.
Die Unterhaltungen waren recht ruhig, als sie ihren Kaffe gemeinsam tranken und Lucretia erwischte sich selbst ein paar mal dabei, wie sie mit einer Hand über ihren Bauch strich. Sie lauschte still den belanglosen Gesprächen der anderen ehe die Ravenclaw sich an sie wandte „Also...Endira meinte du bist auf unserer Seite. Aber wieso sollten wir dir trauen, hm?"
Die ehemalige Black sah in die Augen der Blonden und meinte ruhig „das weiß ich nicht. Ich bin keine besonders ehrliche Person, aber mein Wort muss genügen. Ich hatte nie den Wunsch Schlammbl-...ich meine Mugglegeborene..aus unserer Gesellschaft auszugrenzen."
Die Ravenclaw verengte die Augen leicht „Das spricht nicht gerade für deine Loyalität...also nochmal...wieso sollten wir dir vertrauen?!"
Lucretia lachte kurz trocken „wie gesagt das könnt ihr nicht...aber bitte ich kann auch wieder gehen."
Sie erhob sich in einer eleganten Bewegung, doch eine Stimme von der Tür aus hinderte sie am Gehen.
„Bleib bitte..." sagte Mony leise.
Sie sah müde aus. Erschöpft. Ihre Augen glänzten matt und waren von dunklen Ringen geschmückt. Ihr Körper war schwach. Sie wirkte abgemagert und ausgelaugt. Selbst ihr sonst so glänzendes Haar war glanzlos und schlaff.
Augenblicklich wurde Lucretia schlecht. Es war ihre Schuld. Sie hatte ihrer Freundin das angetan. Nicht Tom, nicht Abraxas. Sie. Ein kalter Schauer durchfuhr sie. Sie hatte ihn umgebracht. Qualvoll und langsam. Sie hatte gewusst, wer er war. Hatte zu oft schon diese Augen gesehen, wie sie in Monys Anwesenheit strahlten. Ihre Freundin jedoch hatte nichts mehr von dem Strahlen in sich. Das einzig funkelnde an ihr war der Diamant des Verlobungsringes an ihrer Hand und selbst dieser schien ermattet.
„Es tut mir so leid" murmelte Lucretia leise und sah in Antimonys Augen.
Diese stand noch immer regungslos im Türrahmen.
Kratzig und heiser erwiderte sie „Das muss es nicht. Es ist nicht deine Schuld, Lu..."
Eine Stimme in Lucretia schrie doch...doch es ist allein meine Schuld. Ich habe ihn umgebracht. Ich habe ihn leiden sehen und habe nichts dagegen getan. Ich war die letzte die das Licht des Lebens in seinen Augen gesehen hat. Doch sagte sie nichts davon. Stattdessen ging sie langsam zu Mony und umarmte sie sanft. Es musste grausam sein. Es musste schrecklich sein jemanden so sehr zu lieben, dass man an seinem Leiden, seinem Tod, selbst zerbrach.
Die Umarmung erwiderte Mony kaum, weshalb Lucretia sich schnell wieder löste und einen Schritt zurücktrat.
Endira erhob sich und half Mony sich auf die Couch zu setzen. Diese meinte nur leise „ich bin nicht krank oder alt, Endira. Ich kann mich ohne Hilfe setzen." Die Brünette zuckte mit den Schultern und setzte sich dann ebenfalls wieder. Auch die ehemalige Black folgte ihrem Beispiel.
Endira wandte sich wieder an Lu „Also was meinst du sollten wir tun?" wollte sie wissen.
Ohne zögern erwiderte sie „ihr solltet mir falsche Informationen geben. Alles wahre was ihr mir sagt, könnten sie irgendwie herausfinden. Wenn ihr mir Lügen erzählt, kenne ich nur diese als Wahrheit."
Ihre Freundin nickte langsam und sah kurz in die Runde, die verstummt war. Sie sah die Ravenclaw etwas nicken, ehe ihre Freundin erwiderte „Nagut...Lu ich hätte lieber, dass du auf unserer Seite kämpfen könntest, aber...du hast Recht. Es ist zu riskant..."
DU LIEST GERADE
Hidden Scars//Harry Potter FF
FanfictionNachdem Lucretia in ihrem letzten Schuljahr eine Beziehung mit dem arroganten Abraxas Malfoy eingehen musste, ist nun ein Jahr vergangen. Abraxas und Lucretia haben geheiratet, doch der Strudel der Dunkelheit reißt sie mehr und mehr in den Abgrund...
