Lucretia zuckte zusammen bei dem Blitzlichtgewitter das sie vor dem Manor empfing. Abraxas hatte ihr deutlich gemacht was sie zutun hatte. Somit lag ein falsches, aber doch ziemlich realistisches Lächeln auf ihren Lippen. Sie war eine gute Schauspielerin geworden, seit sie Abraxas hatte heiraten müssen. Dennoch schwand ihr Lächeln sofort als sie gemeinsam in den Wagen stiegen. Kein Apparieren oder Fliegen, wobei er ihr letzteres sowieso regelmäßig untersagte. Abraxas jedoch schien der Trubel zu gefallen. Er rühmte sich geradezu damit. Natürlich liebte er es. Er liebte es immerhin über alles und jeden Entscheidungen zu treffen und das schien genau nach seiner Stellenbeschreibung, wenn man es so sah. Die Fahrt über war er jedoch still. Erst als er ihr die Hand reichte um ihr aus dem Wagen zu helfen lehnte er sich zu ihrem Ohr vor. Für andere konnte das sicher liebevoll wirken, seine Worte aber waren anderer Natur. „Ich weiß was du und deine kleinen Freunde geplant haben." es klang nicht nur wie eine Drohung es war sicher auch eine. Das falsche Lächeln erfror für einen Moment aber sie hatte sich schnell wieder gefangen. Die kalten Diamanten um ihren Hals fühlten sich plötzlich schwer wie Fesseln an. Dennoch hatte sie keine Wahl als Abraxas in das schicke Restaurant zu begleiten und sich an seiner Seite niederzulassen nachdem er ihr den Stuhl zurecht geschoben hatte. Die Gespräche interessierten sie kaum. Sie hörte zu wie die Männer über Politik sprachen und die Frauen über Belanglosigkeiten. Irgendwann legte Abraxas Arm sich um ihre Taille und wenn sie schon davor das Gefühl hatte kaum atmen zu können, war sie nun am ersticken. Sie meinte leise „ich muss kurz auf die Toilette." so das nur er es hörte. Ihr Mann schüttelte den Kopf leicht „nicht jetzt." raunte er ihr zu und folgte seinem Blick zu einem schwarzhaarigen ihnen gegenüber. Dieser trank wie alle anderen nach und nach von seinem Whisky, bis er schließlich kreidebleich wurde und leblos zusammensackte. Lucretias Hand legte sich über ihren Mund und ihre Augen waren weit aufgerissen vor Schock. Abraxas jedoch erhob sich, den Knopf seines Anzugs dabei entspannt schließend. „Es war schön mit Ihnen Geschäfte machen." meinte er mit einem kühlen Lächeln und zog Lucretia an ihrer Hand ebenfalls nach oben. Der Horror jedoch hatte kein Ende, einer nach dem anderen sank leblos zusammen, ehe sie es realisieren konnten. Ihre Hände zitterten. Sie hatte schon einmal diese leblosen Augen gesehen. Beobachtet wie die Seele den toten Körper verließ. Eine Träne rann über ihr Gesicht, gefolgt von einer nächsten. Abraxas beugte sich zu ihr vor und küsste ihr diese von den Wangen „Shh...oder willst du dass deinen Freunden das gleiche geschieht?" hauchte er ihr grinsend zu. Sie versuchte ihn von sich zu stoßen aber er hielt ihre Handgelenke fest und sah auf sie hinunter. „Du wirst jetzt mit mir da raus gehen und lächeln. Du wirst dir nichts anmerken lassen, hörst du? Denk nichtmal daran da draußen etwas von hier drinnen zu erzählen. Ich habe jetzt das Sagen. Das Ministerium gehört mir. Die Zaubererwelt gehört mir und bald gehört mir auch noch die der Muggle. Toms Leute haben jeden einzelnen getötet, oder weggesperrt der etwas anderes behauptet. Also keine Angst, meine Schöne." ihr war schon wieder nach weinen, aber stattdessen überrollte eine Welle der Wut sie „Du egoistischer Idiot! Du hast sie umgebracht! Hörst du, Abraxas? Sie sind tot." weitere Tränen begannen zu laufen. „Wie kannst du so ein schrecklicher, machtbesessener Mann sein...und was jetzt? Gibst du es alles an Tom ab? War das der geniale Plan? Weil ihn niemand als Minister überhaupt in Betracht gezogen hätte?" sie schlug gegen seine Brust und fuhr sich angespannt durch das lange dunkle Haar „Du gehörst in die Hölle." fuhr sie ihn an und nahm nun endlich Abstand da er sie losgelassen hatte. Der blonde Mann begann nur leise zu lachen bei ihren Worten „Es abgeben? Oh Liebling. Denkst du ich gebe all das an einen anderen ab? An jemanden der nichtmal reines Blut hat? Nein. Tom brauchte ich nur um hierhin zu kommen. Entweder er wird sich mir untergeben, oder er wird sterben. Es hat alles perfekt funktioniert." seine Erklärung ließ sie immer blasser werden und sie war sicher sie hätte sich über seine Schuhe übergeben, wenn sie es nicht unterdrückt hätte „das ist...krank." meinte sie beinahe hysterisch. Allerdings hatte sie keine Zeit darauf einzugehen stattdessen zog er sie bereits mit sich nach draußen wo bereits Presse wartete. Wüsste sie es nicht besser hätte sie gesagt die Welt draußen schien dunkler als zuvor. „Vergiss nicht was ich dir gesagt habe" raunte er ihr leise zu und erneut erzwang sie ihr Lächeln immernoch mit zitternden Händen und den toten leblosen Gesichtern vor Augen. Als sie im Auto saßen versuchte sie möglichst viel Abstand zu ihm zu nehmen. Sie spürte wie er sie beobachtete. Er tat es oft. Er schien ihre Körperhaltung nahezu zu analysieren. Sie war fast schon froh als sie wieder in der Eingangshalle des Manors standen und sie keine neugierigen Fotografen zu befürchten hatte. Abraxas verschwand im Wohnzimmer und kam mit einem Glas Whisky wieder zurück. „Du solltest schlafen, Liebling. Du bist blass. Ich bin sicher das tut meinem Kind nicht gut." stellte er fest. Wie wild geworden drehte sie sich zu ihm und fauchte wütend „Du tust MEINEM Kind nicht gut, Abraxas. Du bist Schuld, dass es mir schlecht geht. Du hast zugelassen, dass ich ihn damals umgebracht habe. Du hast mich mit dem Cruciatus gefoltert. Du hast weiß ich wie viele Menschen auf dem Gewissen." sie war fast schon hysterisch aber er sah sie lediglich ruhig an und sah in ihre Augen. „Geh ins Bett." forderte er ruhig. Fast gefährlich ruhig. Sie wusste es war dumm aber sie erwiderte wütend „Nein das werde ich nicht tun. Ich tue nicht was du mir sagst. Du hast kein Recht dazu. Ich kann nicht mehr. Erst Tom, dann du. Ständig irgendwelches Geflüster das ich nicht mitbekommen darf und das sogar mit meinem eigenen Bruder. Ihr seid doch alle nicht mehr bei klarem Verstand!" sie spürte wie es in ihrem Unterleib schmerzte. Es war zu viel für sie. Abraxas schien genau das zu bemerken, oder er las ihre Gedanken, denn sie war sicher Okklumentik konnte sie gerade jetzt kaum noch aufrechterhalten. Er trat ohne Worte zu ihr heran und hob sie einfach hoch. Erst begann sie sich in seinen Armen zu winden und versuchte ihn wegzustoßen, dann begann sie haltlos zu weinen. Immer wieder sah sie den Tod vor Augen. Jede Nacht hörte sie die letzten Schreie und nun reihten weitere leblose Gesichter sich in ihre Alpträume ein.
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Hidden Scars//Harry Potter FF
FanfictionNachdem Lucretia in ihrem letzten Schuljahr eine Beziehung mit dem arroganten Abraxas Malfoy eingehen musste, ist nun ein Jahr vergangen. Abraxas und Lucretia haben geheiratet, doch der Strudel der Dunkelheit reißt sie mehr und mehr in den Abgrund...
