Vanessa würdigte Leon keines Blickes. Seine entschuldigenden Worte schien sie zu überhören und die Tatsache, dass er ihre Hand genommen hatte, überging sie einfach. Der Anführer rückte etwas näher an sie heran und gab ihr ein zaghaftes Küsschen auf die Wange. Normalerweise wäre Vanessa explodiert vor Glücksgefühlen, doch im Moment war sie sauer auf ihren Freund, also drehte sie den Kopf weg. Leon gab auf und legte sich neben sie. Immer wieder schaute er zu ihr, sie starrte aber stur in Richtung der Decke. Als er sie minutenlang angestarrt hatte, überwand sie ihren Stolz und blickte zurück. „Ich liebe dich", flüsterte Leon so leise, dass man kaum die letzten beiden Worte verstand.
Aber in diesem Punkt war die Unerschrockene Lippenlesenweltweltmeisterin. Ungeschlagen natürlich xD) Sie schloss kurz die Augen, um das Gehörte zu verarbeiten und einwirken zu lassen.
Danach schaute sie wieder an die Decke. „Es tut mir Leid", sagte sie reuevoll und lieb. „Ja was denn?", fragte er verwirrt. „Dass ich so schnell ausraste, alles falsch verstehe, dich nicht ausreden lasse und keine gute Freundin bin", meinte sie ernst. „Soll das ein Scherz sein?", entfuhr es Leon. „Pssssst", machte sie. „Nicht so laut". Er leckt sich kurz über die Lippen. Er nahm ihre Hand und drückte sie leicht. Sie erwiderte den Händedruck. „ICH war total doof. Du bist die beste Freundin überhaupt Vanessa...und die absolut Einzige für mich", fügte er noch schnell hinzu. Er hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn. „Ich, ich weiß auch nicht, aber irgendwie bin ich immer total schnell sauer auf dich. Mit einem einzigen Wort, einer Geste oder einer Bewegung bringst du mich auf die Palme.
Und irgendwie mag ich das an dir. Was heißt mögen, ich liebe es..." Leon grinste wissend. „Aber das soll nicht heißen, dass ich es mag wenn wir uns streiten", sagte sie schnell. Er grinste noch breiter und küsste sie zärtlich. „Ich auch nicht, aber eine Versöhnung ist immer wieder schön", meinte er.
„Stimmt", gab sie ihm Recht. „Also, bist du nicht mehr sauer?", fragte er vorsichtig und hielt sich schützend die Hände vor das Gesicht. Vanessa lachte über seine gespielt ängstliche Miene und warf sich an seine Brust. Als Leon dies realisiert hatte nahm er die Hände vom Gesicht und drückte Vanessa sachte an sich.
An einem Wochenende erfuhren die Kerle von einer Riesenparty. Eintritt war frei und sie hatten keine Eltern da, die sie kontrollieren könnten, also wurde ohne zu zögern beschlossen, es so richtig krachen zu lassen.
Den ganzen Abend/die ganze Nacht wurde getanzt, getrunken, gefeiert und gelacht wie nie zuvor. Alle hatten Wahnsinnsspaß und zu aller Überraschung war Marlon der Bühnenheld. Hunderte von kreischenden Jugendlichen bejubelten seine Lockerheit und den ziemlich sonderbaren Tanzstil. Leons großer Bruder war die Stimmungskanone des Abends.
Als er viele Bier später von der Bühne stieg beziehungsweiße taumelte, erblickte er sie. Das Mädchen! Sie stand abseits der Meute, ganz allein und schaute verführerisch in seine Richtung.
Marlon musste schlucken und all seinen Mut zusammennehmen um ihr ein Getränk spendieren zu können. Sie willigte erfreut ein und tanzte sogar einige Zeit mit ihm.
Leon und Vanessa, die eng umschlungen in einer Ecke standen, beobachteten das Geschehen mit einem fetten Grinsen im Gesicht. „Dein Bruder blüht ja richtig auf in Gegenwart dieses Mädchens", schrie die Unerschrockene in das Ohr ihres Freundes. Dieser stimmte zu. „Und wie, so glücklich hab ich ihn zuletzt gesehen, als Papa ihn bei Horizon übernachten ließ", scherze Leon. Vanessa lächelte nur leicht. Das Thema Sex wurde bei ihnen noch nicht angeschnitten. Für sie war es auch noch viel zu früh, allerdings wollte sie wissen, wie er dazu stand.
„Meinst du, das wird was, zwischen den Beiden?", fragte sie schnell, bevor der Slalomdribbler sie über ihren Gesichtsausdruck ausfragen konnte.
„Ich hoff es wirklich, und bin es Marlon wirklich vergönnt. Außerdem: wer hätte nicht gern so eine hübsche Schwägerin?", stichelte er etwas hinterlistig. Vanessa boxte ihn dafür in den Oberarm, sodass er 10 Minuten später immer noch Schmerzen hatte.
In den frühen Morgenstunden kamen die letzten Kerle am Haus an. Maxi und Joschka amüsierten sich köstlich über Raban, der sich an der Hauswand stützte und seinen Magen lauthals leerräumte.
Nerv und Klette waren auf der Couch eingeschlafen, Markus mit einem Mädchen um die Häuser gezogen und Vanessa und Leon kuschelten auf dem Balkon.
Als der Anführer seine Freundin gerade leidenschaftlich küssen wollte, stieß sie ihn mit angewidertem Gesichtsausdruck von sich. „Leon, wah...was hast du bloß genommen?" fragte sie angeekelt. Ihr Freund wurde rot und blickte auf seine Füße. „Du hast doch wohl nicht..." Vanessa kam gar nicht mehr, den Satz zu Ende zu sprechen. Leons Augen sagten mehr als 1000 Worte. Empört kniff sie die Augen zusammen und sprang auf. „Wie bitte?", fuhr sie ihn an, sodass er zusammenfuhr.
„Ich hab dir vertraut, verstehst du, ich hab dir vertraut!"
„Es war doch bloß eine Einzige", versuchte er sich rauszureden.
DU LIEST GERADE
Leonessa - Firework | Die Wilden Kerle
RomanceDie wilden Kerle haben die Silberlichten besiegt und den Freestyle-Soccer-Contest gewonnen. Doch wie geht es jetzt mit dem Anführer und seiner Freundin weiter? Will Vanessa etwa doch Maxi? Und was denkt Vanessa überhaupt über die Beziehung zwischen...
