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In diesem Moment fiel sein Blick auf den Privatsteg des Hauses. Er lag Leon direkt gegenüber und an seinem Ende konnte er etwas erkennen. Er war sich nicht sicher, seine Augen waren sehr geschwächt und seine Stimmte überstrapaziert aufgrund des vielen Schreiens.
Langsam bewegte er sich die Treppe hinab und lief mechanisch über den Strand.
Etwas, oder besser gesagt jemand war aus dem Wasser gestiegen. Je näher Leon der Person kam, desto schneller wurden seine Schritte und desto größer seine Hoffnung.
Letztendlich rannte er den Strand hinab zu dem Steg. Die Person hatte sich auf den Stegrand gesetzt und zitterte.
„VANESSA!", schrie Leon erfreut. Rückartig drehte sich die Person um. Es war tatsächlich Vanessa.
Der Anführer rannte zu ihr und öffnete seine Arme. Dass er sich dabei wie in einem Kitschroman vorkam, vergaß er sofort wider.
Er atmete heftig, als er endlich die Arme um sie geschlungen hatte und sie ganz fest im Arm hielt.
Vanessa erwiderte die Umarmung nicht, doch er bemerkte das nicht einmal.
„Gott Vanessa ich hatte solche Angst", sagte er immer wieder und begann wieder zu weinen. Als sie das hörte, klopfte sie ihm auf den Rücken. „Ich bin okay", sagte sie trocken.
„Was hast du im Wasser gemacht?", fragte er leise und ganz lieb. Er war selbst nass geworden, dadurch dass er sie so fest an sich gepresst hatte, doch das war ihm egal. Es ging ihr gut! Das war das einzige, was zählte.
„Ich brauchte das, so ne Art kalte Dusche, um wieder klar denken zu können", erwiderte sie ebenfalls flüsternd. Leon löste sich von ihr, nahm ihr Gesicht in seine Hände und bedeckte es mit Küssen. Er weinte immer noch als er sagte: „es tut mir so unendlich leid, ich bin ein Idiot, der größte der Welt! Es tut mir wirklich so leid, bitte verzeih mir! Ich liebe dich doch über alles!"
Als Vanessa ihn so zerbrochen, ängstlich und zerstört vor sich sah, wurde ihr Blick unglaublich weich.
Sie lehnte ihre Stirn an seine und sagte ernst: „Ich will nicht dass so etwas nochmal vorkommt, klar?"
„Glasklar, total klar", sagte er schnell. „Gut", lächelte sie und küsste ihn sanft.
Leon begann noch mehr zu weinen. „Ich dachte, ich dachte, dir wär was...als ich dich nicht gefunden hab, da..."
Vanessa verstand. „Ich weiß schon. Mir geht's gut, okay?"
Leon lächelte tapfer unter Tränen. „Ja", sagte er nur und zog sie erneut zu sich.

Nachdem beide im Bad gewesen waren und sich halbwegs erholt hatten, lagen sie nebeneinander im Bett. Leon hatte Vanessas Hand genommen.
„Du Vanessa?", fragte Leon vorsichtig. „Ja Leon?", fragte sie zurück.
„Ich weiß, rauchen ist scheiße. Ich mach es auch nie wieder, ich verspreche es hoch und heilig. Ich schwöre! Aber..."
„Aber was?", hackte sie nach.
„Aber kann es sein dass du aus einem bestimmten Grund nicht willst, dass ich rauche? Ich meine, klar, es ist total schädlich, ungesund und so. Ich mach es auch nie nie niemals wieder."
„Ich glaub dir, okay. Du hast Recht, es ist was Bestimmtes. Es geht um...ich hatte außer Lukas noch einen Bruder."
„Du hattest?", fragte er nach. Irgendwie fiel es Vanessa sehr schwer darüber zu reden.
Sie brauchte lange, um die passenden Worte zu finden und überhaupt zu reden.
„Ja ich hatte. Robert hieß er. Er war Künstler. Sehr begabt."
Sie schniefte kurz und holte Luft. „Er hat immer ziemlich viel geraucht. Ich war damals 9 Jahre alt. Wir lebten in Hamburg. Eines Tages kam ich von der Schule nach Hause. Ich rief nach Robert. Aber er antwortete nicht. Ich suchte ihn im ganzen Haus. Aber ich fand ihn nicht. Ich wusste, dass er oft im Krankenhaus war, aber ich wusste nicht dass es ihm schlecht ging. Er hatte Krebs. Lungenkrebs. Und an dem Tag, an dem ich nach Hause kam und er nicht da war-". Sie brach ab und begann fürchterlich zu weinen. „Schhhh ist ja gut", redete Leon sanft auf sie ein. „Ich hab Papa gefragt wo er ist, aber er hat nur gesagt er wäre weg und würde bald wieder kommen. Ich hab jeden Tag am Fenster gesessen und auf ihn gewartet...Aber er ist nicht gekommen", sagte sie bitter und sehr langsam.
„Etwas später sagte Papa dass er nicht wieder kommen würde. Ich habe lange nicht kapiert was er damit sagen wollte. Ob Robert vielleicht ins Ausland gegangen war. Oder eine eigene Wohnung hatte. Auf den Gedanken, dass er...tot sein könnte kam ich nicht. Erst viel später. Da sind wir dann auch umgezogen. Zu Omi. Nach Grünwald. Damit wir nochmal neu anfangen können und nicht ständig an diese...Sache erinnert werden." Hiermit endete ihre Rede und sie weinte immer schlimmer. Leon nahm sie in den Arm. Er war unfähig etwas zu sagen.
Ein wenig später hatte sie sich ganz nah an ihn gekuschelt und er beide Arme um sie gelegt. Vanessa fühlte sich unglaublich geborgen, sicher und beschützt in seinen Armen. In diesem Moment wünschten sich Beide, dass die Zeit stehen blieb...

Leonessa - Firework | Die Wilden KerleGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt