Nachdem ich mich endlich nach 100 Mahnungen nicht zu viel zu trinken, immer das Handy bei mir zu haben etc. von zu Hause losreißen konnte, machte ich mich auf den Weg zu Vanessa. Ich wusste zwar, wo ihr Haus stand, aber gesehen hatte ich es noch nie. Als wir vor 4 Jahren von ihr zum Fußballtunier herausgefordert wurden, wohnte sie noch in einem windschiefen, alten Hexenhäuschen, auf das ihre Oma bestanden hatte. Vor 2 Jahren war sie dann mit ihr umgezogen, Grund: Unbekannt. Auf dem Weg in die Waldfriedhofsstraße begegnete ich Raban, Markus und Joschka.
Sie berichteten, dass die anderen sich alle schon bei Vanessa versammelt hatten. Je näher wir Nessi's Haus kamen, desto nervöser, angespannter und aufgeregter wurde ich. Ich freute mich riesig auf den Sommer. Die ganzen Ferien zusammen mit Vanessa...und all den anderen Kerlen.
10 Minuten später kamen wir endlich an ihrem „Haus" an und mir blieb der Mund offen stehen. Ich wusste ja, dass die Butz' wohlhabend waren, aber so...
„Das ist kein Haus das ist ne Villa!", platze es aus Raban raus. „Ein Palast!" staunte Markus.
„Das Paradies!", rief Nerv aus dem Garten. Der Jüngste lag mit Klette in der Hängematte, wobei sie ständig versuchte, ihn rauszuwerfen.
Durch die Gartentür gingen auch wir zu den Kleinen und schauten uns erst mal um.
Kurz danach kam auch Maxi aus dem Haus.
Da Nessi sich unendlich viel Zeit ließ, schickte mich meine Mannschaft um sie zu holen.
Drinnen im Haus war es angenehm kühl, aber auch dunkel. Alle Rollladen waren heruntergelassen worden. Mein Blick fiel auf die neu erscheinende Holztreppe. „Nessi?", rief ich, doch ich bekam keine Antwort. Also ging ich schnell nach oben und stand gleich nach der ersten ausprobierten Türe mitten im Zimmer meiner Freundin. Es war riesig, so wie alles in diesem Haus. Mit offenem Mund wanderten meine Augen durchs Zimmer, bis sie an einem wunderschönen Mädchen Halt machten, das gerade überprüfte, ob es auch wirklich alles dabeihatte. Mit schnellen Schritten war ich bei ihr. In ihren Ohren steckten Kopfhörer, kein Wunder, dass sie mich nicht gehört hatte, als ich geklopft hatte. Sachte legte ich meine Hand auf ihre Schulter. Sie riss den Kopf hoch und starrte mich an. Als sie mich erkannte, wurde ihr Blick weich, sie lächelte. „Hey", grinste sie. „Hey", erwiderte ich. „Wollen wir?" „Ja"
POV Vanessa:
Leon schnappte sich meinen Koffer und schleppte ihn mit nach unten. Er war wirklich ein wahrer Gentleman, das wurde mir erst jetzt bewusst.
Draußen angekommen, schloss ich die Tür ab, warf Klette und Nerv aus der Hängematte und schloss diese in die Gartenhütte.
Nachdem ich noch einmal sicher ging, dass jeder seine 7 Sachen dabei hatte, fuhr auch schon die Limousine von Herrn Maximilian vor. Maxi hatte sie extra herbestellt, um uns zum Flughafen zu fahren.
Nach etwa einer halben Stunde Fahrt kamen wir an.
Die Jungs schnappten sich Kofferwagen und Klette und ich setzten uns drauf und ließen uns fahren. Ich diktierte den Weg zu den Warteplätzen und die Jungs waren ziemlich genervt, da ich sie haufenweise Umwege fahren ließ. Nerv und Markus hatten einen Süßigkeiten Laden entdeckt, und waren mittlerweile seit 45 Minuten drin. Ich saß zwischen Raban und Klette, uns gegenüber Joschka, Maxi und Leon. Raban und Klette probierten ein von Joschka entwickeltes Computerspiel aus, Maxi las die Tageszeitung, Markus chattete im Internet mit irgendeinem Mädchen und Leon saß hilflos dazwischen. Bei seinem Anblick musste ich unwillkürlich Grinsen. So hilflos sah er wirklich göttlich aus.
Kurze Zeit später kamen Nerv und der Unbezwingbare wieder zurück. „Ihr wisst schon, dass man für Übergepäck zahlt oder?" lachte Klette, mit einem Blick auf den Vorrat an Süßem, den die beiden eben gekauft hatten. Die beiden Antworteten nicht, wahrscheinlich war ihnen schlecht geworden.
2 Stunden später saßen wir endlich im Flugzeug und wie's der Zufall will, saß ich neben dem Anführer. Er wollte unbedingt den Fensterplatz haben, aber ich ebenfalls, und da wir beide unendlich stur waren und alles in einem furchtbaren Streit endete, der schließlich zu eskalieren drohte, waren wir erst ruhig, als uns die Stewardess mit einem äußert nervenden Grinsen bat, „dies zu unterlassen", wie sie es schleimhaft ausgedrückt hatte.
Letztendlich bekam er dann den Fensterplatz, worüber ich noch wütender wurde. Diese Möchtegernflugbegleiterin hatte ihm den Sitzplatz nur zugewiesen, weil er ihr unaufhörlich in den Ausschnitt geglotzt hatte, was mich so sehr zum Kochen brachte, dass ich ihm am liebsten eine gescheuert hätte. Ich verschränke die Arme vor der Brust und schnaubte, auf seine entschuldigenden Worte hörte ich nicht. Nach etlichen Minuten des versuchten Friedenschließens lehnte er sich zurück in seinen Sitz und starrte aus dem Fenster.
Hin und wieder blickte ich verstohlen zu ihm hinüber. Warum musste er auch gleich die erstbeste anbaggern? Das konnte in Australien ja heiter werden...
POV Leon:
Kacke verdammte! Was hab ich denn jetzt wieder falsch gemacht? Jetzt ist sie wieder grundlos sauer auf mich. Was hab ich denn getan?
Vor etwa 20 min. ist sie dann eingenickt. Vor 10 min. war ihr Kopf auf meine Schulter gesunken. Vor 5 min. hatte ich dann endlich den Mut einen Arm um sie zu legen. Vor 2 min. hatte sie geseufzt und sich noch mehr an mich gekuschelt. Vor 1 min. fühlte ich mich wie im 7. Himmel.
Vor kurzem hatte der Pilot die Meldung durchgegeben, dass wir in kürze Landen würden.
Aber Nessi schlief noch immer, sie schlief den ganzen Flug durch.
Vorsichtig rüttelte ich an ihrer Schulter. „Vanessa, Vanessa, hey, wir landen gleich", flüsterte ich mehrmals. Sie streckte sich und sah mir in die Augen. Sie war schon wieder so nah, ich müsste den Kopf nur etwas vorbeugen...Plötzlich überlegte sie es sich anders und aus dem lieben, weichem Blick wurde ein harter, antiwiederspruchduldender Blick voller Wut. Ohne ein Wort löste sie sich von mir und nahm mir somit all die Wärme. Ich räusperte mich und begann: „Vanessa, ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe. Du kannst doch beim Rückflug am Fenster sitzen." Ich kam ihr näher, doch sie drehte den Kopf weg. Warum musste sie auch bloß so stur wie ich sein?
Ich versuchte es erneut: „Nessi, hey es tut mir Leid. Wirklich. Es tut mir Leid."
Sie leckte sich über die Lippen und sagte rau: „Merkst du nicht, wie weh so was tut? Naja, danke dass du mir als Kissen zur Verfügung gestanden hast". Beim letzten Satz grinste sie frech.
„Immer wieder gern" flüsterte ich zurück. Wir grinsten uns an. Offenbar war der Streit begraben.
„Ich hab noch ne Überraschung für dich", sagte sie geheimnisvoll. „Echt? Was denn?", fragte ich erstaunt. „Nana, Überraschung". Sie blieb hart und verriet mir nichts.
Ich war froh, endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Da ich immer noch ein schlechtes Gewissen hatte, trug ich Nessi's Koffer bis zur Busstation und dann bis zur Strandvilla ihres Bruders.
Die wurde noch mehr bestaunt, sie war noch größer, noch schöner...perfekt.
Am Strand kam uns schon ein Sonnyboy entgegenbelaufen. Er hatte blonde Haare, blaue Augen, war braungebrannt, durchtrainiert, hatte eine Muschelkette um den Hals, eine rote Badehose an und war 21 Jahre alt. Es war Lukas Butz. Vanessa schrie untypisch für sie auf und lief ihm in die Arme.
Ich hatte sie schon lange nicht mehr so glücklich gesehen.
Lukas führte uns durch seine Villa. Sie hatte noch 6 freie Zimmer, 2 Bäder, war wirklich direkt am Strand und das Wichtigste: Im Wohnzimmer ein riesengroßer Fernseher.
Nach der Stadtrundführung zeigte er uns noch seine Arbeitsstelle, den Aquapark, wo er als Delfintrainer arbeitete. Zum Schwimmen waren wir gar nicht gekommen, da er uns erst alles zeigen wollte, da in Australien ja einiges anders lief.
Gegen Abend machten wir uns auf den Weg zurück in sein Haus und unsere Ferienwohnung, da wir einerseits aufgrund der Zeitverschiebung sehr müde waren und andererseits mussten wir noch die Zimmer einteilen und den Fernseher einweihen.
Nachdem letzteres geschehen war, machten wir uns an die Zimmerverteilung.
Raban leitete die ganze Sache. „Also gut, Leute, ihr wisst: 6 freie Zimmer, 8 Kerle, 2 Mädchen, 6 Jungs" „Die Sache ist doch klar, wir Jungs nehmen uns ein Einzelzimmer und die Mädels schlafen auf dem Gang", neckte Nerv Vanessa und Klette. „HEY!" rief Leon. „Das ist nicht witzig. Hat jemand einen besseren Vorschlag?" „Auf der Couch kann jemand schlafen", meinte Maxi. „Ach das ist doch auch keine Dauerlösung", entgegnete Raban. „Vielleicht das Vanessa und Klette in einem Zimmer schlafen und 2 von uns Jungs auch", meinte Nerv. „Und wer bitte?", fragte Joschka genervt. „Ich hab keine Lust mein Zimmer mit einem Jungen zu teilen", sagte Markus. Es entstand eine wilde Rederei, sodass man sein eigenes Wort nicht mehr verstand. 5 der Jungs wollten ein Einzelzimmer, Leon wollte zu Vanessa, war aber zu feig, dies zuzugeben, Klette wolle ebenfalls zu Vanessa und die anderen Kerle hätten auch nichts dagegen gehabt, ein Mädchen in ihrem Zimmer zu haben, solange es kein Junge war. Während 7 der Kerle inklusive Vanessa und Klette aufgestanden waren und heftig darüber diskutierten, wer jetzt bei wem liegen durfte, saß der Anführer nachdenklich auf dem Sofa und zerbrach sich den Kopf wie er seiner Mannschaft seinen Vorschlag präsentieren sollte.
„Leon, jetzt sag doch auch mal was!", forderte Maxi ihn auf. Leon wusste, dass er handeln musste somit pfiff er laut, sodass es ruhig war. Alle starrten ihn an, und hätte der Slalomdribbler nicht so einen kühlen Kopf, wäre ihm die ganze Situation wohl zu heiß geworden...(ach ne? xD)
„Leute, wir sind doch nicht die ganze Zeit auf den Zimmern, doch nur zum Schlafen. Ich schätze wir werden die ganze Zeit draußen sein. Also macht euch nix draus, neben wem ihr liegt. Jeder von euch, darf jetzt sagen bei wem er oder sie" -er warf einen Blick auf Vanessa-„gerne schlafen würde. Raban schreibt das auf und bei Gleichheiten wird ausgelost. Klar?" ein einstimmiges „Ja" war zu vernehmen. Leon nickte zufrieden und hörte sich die Wünsche seines Teams aufmerksam an. Bei Vanessa wurde er noch hellhöriger. Sie wollte zu Klette, war ja klar. Doch kurz vor ihrer Entscheidung hatte sie mir einen Blick zugeworfen und wurde rot als ich ihr zuzwinkerte. Ich grinste in mich hinein und plötzlich war ich dran. „Ähhh ich, also ich danke..vielleicht könnte ich ja...zusammen mit...also wenn ihr nichts dagegen habt, würde ich gern, ärm", stotterte ich. Jetzt war Vanessa dran mir zuzuzwinkern und ich bin sicher ich wurde noch röter als sie. Ich atmete tief durch. Sollte ich es sagen? Würden sie mich auslachen? Würde SIE mich auslachen? Egal. „Ich würde gerne mit Vanessa auf ein Zimmer", sagte ich laut und deutlich.
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Leonessa - Firework | Die Wilden Kerle
RomanceDie wilden Kerle haben die Silberlichten besiegt und den Freestyle-Soccer-Contest gewonnen. Doch wie geht es jetzt mit dem Anführer und seiner Freundin weiter? Will Vanessa etwa doch Maxi? Und was denkt Vanessa überhaupt über die Beziehung zwischen...
