Könntest du jemanden vertrauen, den du gerade erst kennengelernt hast? Und das nach einem Erlebnis, welches für immer Schatten auf dich wirft?
Emma kann es nicht fassen. Ihre Schule wird einfach so abgerissen und alle Schüler werden woanders hin qua...
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Für einen Moment sahen wir uns beide bloß schweigend an. Sein Blick traf den meinen und es schien, dass die Welt um uns herum explodieren würde. Ich hatte ihn noch nie zuvor gesehen, und doch war mir sofort klar, dass seine blauen Augen mein Verhängnis sein würden. All meine Schutzmauern, die ich die letzten Jahre über aufgebaut hatte, würden irgendwann unter dem Gewicht seines Strahlens, dieser Intensivität, zusammenbrechen.
,,Wie ist dein Name, Engel?". Seine raue Stimme schnitt durch die Luft und verdrängte die Stille.
,,Emma. Emma Jackson", keuchte ich. Wieso war mein Hals mit einem Mal so trocken? Vielleicht hat er dir die Sprache verschlagen. Die Stimme in meinem Kopf lachte mich aus. Klappe, rief ich ihr zu und konzentrierte mich dann wieder auf den Jungen vor mir.
,,Emma...hmm...ein schöner Name, wenn auch nicht so schön wie du". Ein Zwinkern.
War das ein Anmachspruch gewesen? Ein Flirt? Mit mir? Ich merkte, wie meine Wangen sich rot färbten. Wie peinlich.
,,Und, eh, wie heißt du?", fragte ich, um von der Farbe in meinem Gesicht abzulenken.
,,Aiden Rodriguez, stets zu Diensten". Ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen und nun war nichts mehr von seiner Wut zu erkennen. Obwohl, so ein leichtes Beben seines Körpers und eine gewisse Zuckung konnte ich noch wahrnehmen.
Aiden. Aiden. Aiden. Diese fünf Buchstaben wiederholten sich wie ein Mantra in meinem Gehirn. Der Name war besonders, genauso wie sein Träger. Aiden.
,,Ach, danke wegen vorhin", sagte ich, als wieder Schwiegen drohte, die Oberhand zu gewinnen. Ich war so von seinem Aussehen überwältigt gewesen, dass ich ganz vergessen hatte, mich für seine Rettungsaktion zu bedanken.
,,Gern geschehen". Für einen Moment blitze es gefährlich in seinem blauen Ozean. ,,Es war dumm von ihm, mitten in der Pause Drogen zu nehmen - dazu noch mit aufgeschlossener Tür. Noch dummer aber war es, dass er dir was antun wollte".
,,Er war high und hatte Angst".
,,Das ist keine Entschuldigung", brummte er und strich mir nebenbei eine Haarsträhne hinters Ohr.
Ich beobachtete ihn dabei. ,,Nein, das ist es keineswegs". Ein Grinsen. Dann... ,,Ich hab dich noch nie zuvor hier gesehen, Emma". Scham lag in seinem Blick.
Ein Lachen stahl sich aus meiner Kehle. ,,Oh, kein Wunder, es ist mein erster Tag hier an der Schule".
Nun wurde er ein wenig rot. ,,Dann gehörst du wahrscheinlich zu der Klasse, über die unsere Direktorin gesprochen hatte". ,,Sie hat über uns gesprochen?". ,,Oh ja, sie hat jeder Stufe persönlich einen Vortrag über gutes Benehmen und Höflichkeit gehalten".