35. Kapitel

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Sicht Emma: 









War es eine gute Idee gewesen, zum Schulball zu gehen?







Diese Frage stellte ich mir in Dauerschleife, während ich wie verloren in der Aula stand, die an diesem Abend der Schule als Partyfläche diente.









Obwohl hier eigentlich Tanzfläche, Buffet, Bühne und Spaßaktivitäten waren, tummelten sich haufenweise Schüler auf den Fluren und in den Klassenräumen, in der Cafeteria und auf dem Außengelände der Schule.











Alles war rappelvoll. Lachende Teenager, die Spaß an ihrem Date hatten, während mich meins vor einer Viertelstunde alleine gelassen hatte.













,,Auf die Toilette müsse er", hatte er gesagt. Einen Moment davor hatte sein Handy geklingelt.









Von wegen. Zwanzig Minuten war er schon weg. 











Und so stand ich mitten in der Aula, beobachtete die Menschen um mich herum und versuchte, das stechende Gefühl in meiner Magengrube mit Punsch zu ertrinken.









Mittlerweile bereute ich es, Maxim zugestimmt zu haben, mit ihm zum Schulball zu gehen. Und Aiden hatte ich dafür alleine gelassen.











Ein Bild - Aiden neben meinem Spind,  er schaute uns hinterher, der Schmerz in seinen Augen - erschien vor meinem geistigen Auge und löste einen Krampf aus. 













Ich krümmte mich ein wenig. Meine Lippen schlossen sich um den Plastikbecher, doch es war nichts mehr drin.















Shit. Punsch, Wasser. Ich brauchte dringend etwas zu trinken. 











Langsam bewegte ich mich zum Buffet und griff nach der Kelle, schöpfte mir noch mehr von der pinken Flüssigkeit in meinen Becher.







Ich trank alles mit einem Zug aus.









Es war, als würde die Flüssigkeit den Schmerz etwas lindern, auch wenn das größte Leiden immer noch da war. 









Nur konnte das kein Punch und keine Medizin heilen, denn dieser Schmerz war am Herzen. Eine Wunde, die erstmal bleiben würde.













Ich keuchte auf. 











Seit wann war ich bitteschön so sehr in diese Opferrolle gerutscht? Mich in Selbstmitleid  zu suhlen, würde mich nicht weiter bringen und außerdem war ich hier auf der Abschlussparty des Schuljahres.















Klar, nächstes Jahr würde die Schule ihn wieder veranstalten, doch wer wusste, was kommen würde. Ich musste diesen Abend genießen, mit Maxim oder ohne. 













,,Hey, Prinzessin", sagte eine Stimme hinter mir, die ich sofort Aiden zuordnen konnte.







Ich blickte in strahlende hellblaue Augen, ein Gesicht, welches selbst die antiken Götter für makellos gehalten hätten, und  ein schwaches Grinsen, welches mich aus der Bahn schmiss.











Badboys Queen | ✓Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt