Könntest du jemanden vertrauen, den du gerade erst kennengelernt hast? Und das nach einem Erlebnis, welches für immer Schatten auf dich wirft?
Emma kann es nicht fassen. Ihre Schule wird einfach so abgerissen und alle Schüler werden woanders hin qua...
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Stumm liefen wir nebeneinander her - unsere Hände, die sich gerade noch so zärtlich berührt hatten, waren nun meilenweit davon entfernt und baumelten an unseren Seiten.
Ich wagte es nicht, hochzublicken und seinen Ausdruck zu deuten. Nun, das brauchte ich auch nicht zu tun, die zu Fäusten geballten Hände und der angespannte Körper verrieten es mir nur zu gut.
Nachdem ich Damiens Namen erwähnt hatte, hatte Aiden sofort wissen wollen, wer dieser war. All die Liebe, die er im Moment davor ausgestrahlt hatte, war einer düsteren Kälte gewichen, die einfach nicht mehr hatte verschwinden wollen.
Verängstigt und verzweifelt zugleich hatte ich mich bemüht, das Thema zu wechseln und seinen Fragen auszuweichen. Doch natürlich hatte er nicht nachgeben wollen. Er war schließlich Aiden Rodriguez. Doch noch viel mehr war er mein Freund.
Nach meinen Versuchen, ihn zu bitten, mich wieder nach Hause, also zum Hotel, zu fahren - sie hatten gar keine Wirkung gezeigt - und seiner Sturheit, hatten wir uns darauf einigen können, in einem Café alles ruhig zu besprechen.
Inzwischen herrschte Ruhe, gefährliche Ruhe.
Die Ruhe vor dem Sturm, der alles vernichten würde.
Wieder einmal schweifte mein Blick zu ihm. Er sah stumm auf den Gehweg. Seine Hände hatte er mittlerweile tief in seinen Taschen vergraben und seine Kiefermuskeln arbeiteten unentwegt.
Scheiße.
,,Wir sind da", meinte mein Freund trocken und hob sein Kinn leicht an.
Langsam drehte ich mich zur Seite und sah ein kleines Café mit Außenbereich.
Alles war in weiß gehalten und die Stühle sowie die Tische aus Holz gebaut. Aus den Ecken wucherte Gestrüpp. An der Wand bahnte sich Efeu seinen Weg von unten nach oben und umgekehrt. Es hatte Parallelen mit einem der vielen Filme, in denen der Mann die Frau in ein romantisches Bistro einlud, um sie besser kennenzulernen. Leider waren wir beide nicht aus romantischem Interesse hergekommen und so setzte ich mich seufzend an einen Tisch, abgelegen von den anderen Sitzplätzen.
Wortlos tat Aiden es mir gleich, seine Miene war steinhart. Wenn Blicke töten könnten, wäre ich jetzt ganz tief unter der Erde.
,,Ich kann dir alles erklären", begann ich, meine Stimme glich einem Flüstern, mein Kopf neigte sich automatisch. Bevor ich weiter reden konnte, hob Aiden seine Hand und sofort presste ich meine Lippen aufeinander.
,,Natürlich wirst du das, Emma. Deshalb sind wir jetzt hier". Er sah mir fordernd in die Augen und lehnte sich zu mir. Sein Atem streifte meine Haut. ,,Sag mir zuerst eins: Geht dieser Damien auf unsere Schule?".