20. Kapitel - Hilfe!

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》Bild: Kian《

Ein paar Stunden später, nach etlichen weiteren Malen bei denen ich fast komplett durchgedreht bin, ist Lenny neben mir auf dem Sofa eingeschlafen. Jetzt kann mich keiner mehr beruhigen. Ich bin auf mich allein gestellt. Oh Gott, das ist so armselig! Wütend ziehe ich Kians Shirt aus und feuere es in eine Ecke des Wohnzimmers. Wie zur Hölle soll ich das alles bloß überstehen? Ein T-Shirt hat kaum 6 Stunden gereicht. Ich kann doch nicht mein restliches Leben vier T-Shirts pro Tag von Kian bei mir tragen. Das ist doch alles lächerlich. Ich bin so dumm! Durch meine Wut spannt sich mein Körper an und ich knurre aus Versehen laut. Davon wird Lenny etwas wach, weshalb ich zusammenschrecke. Ich darf ihn nicht wach machen, er muss schlafen. Ihn macht es auch sehr fertig, dass es mir schlecht geht. Was nur noch mehr zeigt, was für ein guter bester Freund er ist. Ich versuche leise aufzustehen und verlasse das Wohnzimmer über die Terassentür. Dann blicke ich nochmal zurück, aber Lenny schläft wieder friedlich. Gut, er soll sich ausruhen und ich werde meiner Wut draußen Luft machen. Ja das ist ein guter Plan! Dann gehe ich los. Also ich gehe nicht normal nein, ich gehe wütend durch den Wald. Stampfe laut auf und breche gelentlich Äste kaputt, die mir im Weg sind. Welchen Weg ich verfolge? Keine Ahnung, mein Gefühl sagt mir ich muss quer durch den Wald gehen und das mache ich auch. Was habe ich für eine andere Wahl, ich will eben nicht durchdrehen und dann vielleicht Marc oder Kian über den Weg laufen.

Sicherlich laufe ich schon seit einer halben Stunde durch den Wald. Die genaue Zeit weiß ich nicht, mein Handy habe ich bei Lenny gelassen. Zurückfinden tuh ich sowieso und ich will jetzt einfach nur meine Ruhe. Auch wenn sie mich versucht aufzufressen, es wird mit jedem Schritt besser. Vielleicht ist das die Lösung, ich gehe einfach Stunden lang quer durch den Wald. Die Dunkelheit macht mir nichts aus, ich mag es sogar, trifft meine Stimmung quasi punktgenau. Dann komme ich auf einer Lichtung an, verwickelt in meine Gedanken. Ich höre den Bach, der hier entlang fließt und sehe... <Scheiße!>, fluche ich und trete augenblicklich die mittelgroße Buche neben mir um. Der Baum fällt mit einem dumpfen Knall zu Boden und sorgt dafür, dass mir die Person, die ich dort am Bach sehe, ihre Aufmerksamkeit schenkt. Natürlich ist es Kian. War ja klar, deshalb hat sich jeder Schritt hier her gut angefühlt und es fühlt sich wirklich gut an ihn zu sehen. In meinem Kopf schreit es weiter danach, dass ich zu ihm soll. Seine Nähe brauche und er meine. Aber ich will nicht, ich will es verdammt nochmal nicht. Es liegt bloß an dieser scheiß Markierungssache. <Warum hasst mich mein Leben so?! LASS MICH DOCH ENDLICH IN RUHE!>, schreie ich ihm entgegen und will am liebsten wieder zu Lenny rennen. Doch Kians Stimme hält mich auf, oh was für ein schöner Klang: <Bitte Ella bleib, es tut dir gut, mal die Schmerzen los zu sein. Und ich brauche es ehrlicherweise auch, sonst drehe ich wirklich noch komplett durch. Setzt dich doch einfach hier hin.>, sagt Kian in einer unfassbar ruhigen Stimme und zeigt neben sich auf den umgekippten Baumstamm, auf dem er sitzt und von dort den Bach beobachtet. Und ich? Ich gebe tatsächlich nach. Hilfe, ich bin fasziniert von ihm, dem Anblick und seiner Stimme. Wie viel Kraft ihn diese Ruhe wohl gekostet hat. Unglaublich, ich kann einfach nicht mehr und er scheint auch fertig zu sein, aber reißt sich grandios zusammen. Wie schafft er das bitte? Ich gehe auf ihn zu und setze mich ans andere Ende des Baumstammes, um ja keinen Körperkontakt herbeizuführen. Mir fällt es mit den zwei Metern Entfernung schon super schwer mich von ihm fern zu halten. Meine Güte ist das anstrengend! Schweigend sitzen wir da und schauen den Bach an. Irgendwann sehe ich Kian an und bemerke er schwitzt stark, genauso wie ich. Unsere Körper kämpfen um die Kontrolle, die unser Wolf ihm entziehen will. <Ich kann nicht mehr Kian! Ich will doch bloß mal ein paar Minuten Ruhe! Wieso ist das so schwer?>, frage ich verzweifelt und weiß, dass es darauf keine Antwort gibt. <Lass uns die Mondgöttin verprügeln, die ist Schuld an dem ganzen Mate Ding. Wir hätten uns ja langsam verlieben können, aber nicht mit solchen schrecklichen Gefühlen.>, spricht Kian erst ironisch und dann totenernst. Ich stimme ihm nickend zu. Dann beginnt er zu lächeln und erzählt von seinem Tag: <Ich bin heute trainieren gewesen, habe die schwersten Steine durch die Gegend geworfen und zehn dicke Eichen umgetreten. Danach bin ich noch Ewigkeiten gesprintet und ich kann immernoch nicht schlafen. Ich bin hundemüde, aber kann nicht schlafen. Den restlichen Tag, habe ich hier gesessen. Das Wasser fließt schnell und ich konzentriere mich auf die Fische. Ich habe wichtige Dinge zu erledigen und stattdessen sitze ich im Wald und drehe fast durch. Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt. Ich dachte ich finde meine Mate und wir verlieben uns unsterblich und haben viel Sex.> Jetzt lache ich: <Darauf kannst du lange warten!> <Ich denke solange wird es wohl nicht mehr sein, wenn du schon jetzt zu mir gekrochen kommst.>, lacht Kian weiter. Und mir vergeht das Lachen allmählich, er hat Recht. Scheiße ich geb nicht gerne nach, das ist echt nicht mein Part. Und dann sage ich etwas, was ich augenblicklich bereue: <Wenn du mich nochmal markieren würdest, könnte ich vermutlich gar nicht mehr anders.> Schockiert stelle ich fest, was ich da gerade gesagt habe, scheiße! Er soll mich bloß nicht markieren. Geschockt halte ich meine Hände schützend auf beide Markierungen an meinen Schultern. Kian entfährt ein Knurren, dass macht mir eine Gänsehaut, es gefällt meinem Wolf und langsam auch mir. <Man Ella, du kannst sowas doch nicht sagen!>, wird er lauter und krallt sich in die Rinde des Baumstammes. <Es t-tut mir l-leid.>, sage ich bloß ängstlich. <Verdammt!>, schreit er und springt auf. Er läuft zum nächsten Baum, eine alte Tanne und tritt sie um. Dann fängt er an, die klein zu kratzen, den Stamm auseinander zu brechen. Hilfe, es geht ihm wirklich wie mir. Wie versteinert sitze ich da und weiß nicht was ich tun soll. Wenn ich jetzt rennen könnte, wäre er sofort hinter mir, das ist klar. Ich brauche Hilfe. Über den Mind-Link nehme ich Kontakt zu Marc auf: <Marc großer Notfall, am Bach!> <Bin unterwegs, was hast du angestellt? Kannst du ihn nicht einfach akzeptieren?!>, kommt es von Marc zurück und vermutlich habe ich kaum eine andere Wahl. Kaum ein paar Minuten später ist Marc da und sieht Kian beim zerstören, des armen Baumes zu, als er sich zu mir stellt. <Was machst du hier?>, fragt er wissend. <Ich habs nicht mehr ausgehalten, ok? Das Shirt hat gerade mal ein paar Stunden gereicht.>, erkläre ich ihm wütend. <Ach da brauchst du doch nicht so gereizt sein. Jetzt akzeptier Kian einfach und alles wird gut.> <Ich kann nicht!>, fauche ich ihm entgegen. <Warum nicht?>, fragt Marc verwirrt. Doch bevor ich antworten kann, übernimmt Kian: <Weil sie zu stolz ist um nachzugeben! Aber Ella ich sags dir jetzt schon, es tut mir verdammt nochmal leid.> Dann kommt er mit schweren Schritten auf uns zu. Panik macht sich in mir breit: <Nein, scheiße! Kian bitte tuh mir das nicht an, es war nur so daher gesagt. Bitte Marc, HILFE!>, schreie ich panisch um mich. Meinen Körper habe ich nicht mehr wirklich unter kontrolle, ich bin wie gefangen in Kians Bann der auf mich zu geht und sichtlich kämpft.

》Marc ist schon ein richtiges Arschloch...《jf

Alphas Mate - Hilfe, ich bin fasziniert!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt