Victoria

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Paul und ich starten und die ganze Zeit an und brachten noch mehr Platz zwischen uns.
Da wurde auch schon die Tür aufgerissen und Victoria stand vor uns.
Sie sah und fragend an: ,,Was ist denn los mit euch beiden? Wo bleibt ihr überhaupt?"
Nun sah sie mir in die Augen:
,,Wieso bist du weg gerannt?
Freust du dich nicht für mich?"
Ich musste schwer schlucken, umarmte sie dann aber: ,,Natürlich freue ich mich für dich! Ich bin nur abgehauen, weil..." Über ihrer Schulter hinweg sah ich Paul fragend an, doch der zuckte nur mit den Schultern.
Was für eine tolle Hilfe er doch war.
,,Weil mich die ganze Geschichte so traurig gemacht hat. Du findest den Mann fürs Leben und ich lande mit einem bescheuerten Typen im Bett!"
Bei diesem Satz sah ich Paul direkt in die Augen, doch sein Blick blieb ausdruckslos. Ich suchte nach richtigen Worten: ,,Ähm... Paul ist mir nach gegangen, weil er wissen wollte, was mit mir los war. Ich habe mich bei ihm ausgeheult und dann hat er alles mögliche gemacht, um meine Tränen zu lindern."
Eigentlich war es ja auch so.
Aber wenn Victoria wüsste, wie ich das alles hier eigentlich meinte.
Sie wäre so enttäuscht von mir.
Ich würde ihr das Herz brechen!
Victoria ließ mich los und Strich mir eine Träne von der Wange.
Ich hatte garnicht mitbekommen, dass ich angefangen habe zu weinen.
Ich wischte mir alle Tränen schnell weg und versuchte zu lächeln.
Doch das gelang mir nicht.
Victoria Strich mir durchs Haar:
,,Ach, Schwesterherz! Irgendwann wirst auch du so einen perfekten Traummann wie Paul finden.
Aber bis dahin musst du halt noch ein paar Frösche küssen, bis dein Prinz erscheint. Lass deinen Kopf nicht hängen. Er wird schneller kommen, als du denkst. Sieh mich an!
Ich habe Paul schneller getroffen, als ich für möglich gehalten habe."
Sie schafft es echt immer wieder in den schlimmsten Situationen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
Als sie mein Lächeln sah, grinste sie, nahm mich noch einmal in den Arm und flüsterte mir ins Ohr:
,,Ich hab' dich lieb, Schwesterchen!"
,,Ich habe dich auch lieb!", flüsterte ich.
Dann ging Victoria wieder aus der Tür und meinte, wir solten wieder zurück kommen. Als sie weg war, kam Paul in großen Schritten auf mich zu und wollte mich wieder küssen, aber ich ließ ihn abblitzen.
,,Vergiss es! Sie ist meine Schwester.
Das was gerade passiert ist, war ein Fehler und wird nie wieder geschehen!
Verstanden?"
Paul nickte langsam, aber mit einem Grinsen. Ich drängelte mich an ihn vorbei und wollte aus der Tür gehen, da hielt mich Paul noch einmal an meinem Arm fest:
,,Du sagst nichts Victoria und ich werde dich nie wieder küssen. Okay?"
Ich sah ihm in seine großen, blauen Augen, und könnte dadrin versinken.
Doch ich musste einen klaren Kopf behalten: ,,Versprochen?"
,,Versprochen!"

Der Freund meiner SchwesterWo Geschichten leben. Entdecke jetzt