Kapitel 9

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TW: Gewalt, Blut

Es war Mittwoch und wer hätte es gedacht, war ich mal wieder bei Stacy. Heute waren wir nur zum chillen verabredet und saßen im Wohnzimmer um einem Film zu gucken. Sie war an meine Schulter gekuschelt und ich hatte einen Arm um sie gelegt. Diese Situation fühlte sich sehr seltsam für mich an. Ich zwang mich mehr oder weniger einige Gesten anzunehmen oder sie zurück zugeben. Ich wusste dass ich ihr so früh es ging die Wahrheit zu sagen sollte, sonst könnte alles noch mehr eskalieren als es das letzte mal tat. 

"Clay" flüsterte sie schon fast meinen Namen und unterbrach somit die eher unangenehme Stille, die zwischen und lag.

"Mhm" machte ich nur und schielte zu ihr runter. Sie schaute mich mit einem kleinen Lächeln im Gesicht an, während sie sehr nah an meinem war.

"Sind wir eigentlich zusammen oder wie genau ist das jetzt eigentlich?" fragte sie und sah mir dabei fest in die Augen.

Das war eine gute Frage, die ich jedoch auch nicht beantworten konnte. Von mir aus wollte ich eigentlich nichts festes eingehen aber sie war da wahrscheinlich anderer Meinung. Es war kurz still zwischen uns bis sie wieder anfing zu reden.

"Ich meine seit ich dir meine Gefühle gestanden habe und wir uns geküsst haben..." fing sie mit schüchterner Stimme an, "ich weiß auch nicht aber ich wäre sehr glücklich, wenn-" weiter kam sie nicht denn gerade als sie den Satz beenden wollte sprang auf einmal die Tür auf und ein aus der Puste aussehender George fegte über die Türschwelle in den Flur und sprintete die Treppe nach oben. Dicht gefolgt hinter ihm kam ein Mann in mittlerem Alter mit einem wütendem Ausdruck im Gesicht und einer geballten Faust durch den Eingang gepest.

Was ging hier denn jetzt ab?

"Wo ist er?!" brüllte der Mann schon fast ehe er sich entschied die Treppe ins nächste Stockwerk zu nehmen.

Geschockt standen wir beide auf und Stacy sah mich mit einem besorgtem Blick an, als würde sie schon wissen, was als nächstes passieren würde. Ich war stand wie angewurzelt auf der Stelle stehen und gab keinen einzigen Mux von mir.

Das nächste, was wir hören konnten war ein wütendes Geschreie, worauf ein paar Geräusche folgten, die sich auf keinen Fall gut anhörten. Nun bewegte sich Stacy neben mir in Richtung Kleiderständer an dem ein Baseballschläger hing und nahm diesen in die Hand ehe sie ebenfalls die Treppenstufen nach oben sprintete. Als sie oben war konnte ich Geräusche wahrnehmen, die sich wie Schläge auf einen Körper anhörten.

Ich stand immer noch geschockt und wie gelähmt an der gleichen Stelle und verstand einfach Garnichts mehr. Das einzige, was ich mir denken konnte war, dass, was auch immer gerade passierte, ganz und gar nicht gut war. Nach wenigen Minuten versuchte ich meine gesamte Kraft zusammen zunehmen und mich von diesem Fleck wegzubewegen um das treibende Geschehen mit zu beobachten. Obwohl ich sehr Angst hatte, was oben auf mich warten würde schaffte ich es dennoch und lief langsam nach oben in den Flur. Von hier aus spähte ich rüber zu Georges Zimmer aus dem die Geräusche kamen und konnte sehen, wie Stacy mit dem Baseballschläger nach unten gerichtet in meinem Sichtfeld stand.

Ich atmete tief durch und schlich mich rüber zu ihr und als ich das Zimmer betrat konnte ich schon einen ausgeknockten Mann, mit dem Rücken nach oben, auf dem Boden liegen sehen. George saß mit einem blauen Auge und einer Blutigen Lippe auf seinen Bett und hatte scheinbar alles mit angesehen.

Stacy ließ den Schläger fallen und wendete ihren Blick zu mir. Sie hatte ebenfalls etwas Blut im Gesicht, was sie mit ihrem Ärmel weg wischte. "Hol das Erste-Hilfe-Set aus dem Bad" war das einzige, was sie zu mir sagte bevor sich sich wieder von mir weg drehte.

Immer noch verwirrt machte ich mich also auf Richtung Bad, während mir tausende Fragen im Kopf umher kreisten. Wieso war George nur ins Haus gestürmt? Wieso hatte ihn dieser Mann verfolgt und dann auch noch auf ihn eingeschlagen? Wie hatte Stacy erst so spät reagiert und ihn dann mit dem Baseballschläger verprügelt?

Im Bad angekommen kramte ich in dem kleinen Schränkchen neben dem Waschbecken herum. Schließlich fand ich in der dritten Schublade ein kleines rotes Paket mit einem weißen Kreuz drauf. Ich nahm es in die Hand und rannte damit wieder zurück zu Stacy und gab es ihr.

Sie machte es auf und setzte sich neben George aufs Bett. Sie begann das Blut aus seinem Gesicht zu tupfen, während ich nur regungslos in der anderen Ecke stand. Niemand sagte ein Wort. Wie fehl am platz sah ich nur zu, wie Stacy George half und schaute währenddessen ab und zu zu dem Mann am Boden, der sehr viele Wunden im Gesicht trug und nicht so aussah, als ob er jemals wieder aufwachen würde.

"Clay komm mal her." forderte Stacy mich nun auf und ich ging zu ihr rüber. "Kannst du kurz George verarzten, während ich eine Plane aus der Garage hole um Dad hier wegzuschaffen."

Warte hatte sie gerade Dad gesagt? Es war also ihr Vater, der George so etwas angetan hatte, aber wieso? Wieso sollte er solche Absichten haben um seinen Sohn dermaßen zu verletzten?

Ich nickte nur stumm und sie reichte mir ein Tuch mit Verband. Ohne zu zögern nahm ich es an und hockte mich neben George aufs Bett. Stacy verschwand aus dem Zimmer und ich betrachtete Georges Gesicht ehe ich begann das Blut von seiner Lippe zu tupfen. Dabei spürte ich seinen Blick die ganze Zeit auf mir, was ein angenehmes Kribbeln in meinem Bauch auslöste. Jedoch schien es mit dem Tuch nicht sonderlich gut zu funktionieren, weshalb ich meinem Finger einsetzte. Wir saßen so nah an einander, dass sich schon unsere Beine berührten und die Wärme in mir aufstieg.

Ich konnte spüren wie seine Atmung sich verschnellerte und so tat es auch meine als ich bemerkte, was ich da eigentlich gerade tat. Ich strich sanft mit meinem Daumen über seine Unterlippe und hielt dabei mit meiner Hand seine Wange fest. Mein Blick wanderte von seinen Lippen zu seinen Augen, die starr auf meinen verharrten, und wieder zurück. Mein Herz fing an stark gegen mein Brustkorb zu hämmern, als ich bemerkte, dass er sich mir langsam näherte. 

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Ich liebe dieses Kapitel!

my grilfriends brother  - DNFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt