Könntest du jemanden vertrauen, den du gerade erst kennengelernt hast? Und das nach einem Erlebnis, welches für immer Schatten auf dich wirft?
Emma kann es nicht fassen. Ihre Schule wird einfach so abgerissen und alle Schüler werden woanders hin qua...
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Wir folgten unserem Sportlehrer durch die langen Gänge und kamen an Glaswänden vorbei, die die Sicht auf moderne Sportgeräte und Pilatesmatten freigaben. An der linken Seite besetzte eine Getränkebar, die aus edlem Buchenholz bestand, den Platz. Es war eine Atmosphäre, die man normalerweise nur im Gym verspürte und nicht in einer Sporthalle.
Schließlich schickte er uns in die Umkleiden, die jeweils mit Bänken, Duschen, Toiletten und Schränken ausgestattet waren. Die Lampe an der Decke tauchte alles nochmal in ein angenehmes Licht und auch die weiße Tapete - die sogar nicht mit irgendwelchen dummen Sprüchen zugekritzelt war - sorgte für ein wohltuendes Gefühl.
,,Das ist der Wahnsinn hier", meinte ich, noch komplett verzaubert. Erst jetzt wurde ich mir langsam bewusst, wie viel Glück meine Klasse und ich gehabt hatten, hier angenommen zu werden. All der Luxus, die Möglichkeiten, sie waren wie ein Geschenk, für welches man nicht bezahlen musste. Und hoffentlich würde es so bleiben, schließlich war die Dauer unseres Aufenthalts noch undefiniert und die Zukunft unklar. Auch mussten wir uns daran erinnern, dass es bestimmte Regeln gab, an die man sich halten musste. Ansonsten hatte man die Reise umsonst angetreten.
Nachdem ich mich in meine Sportklamotten gezwängt hatte - ein helles, eng anliegendes Shirt und die passende Jogginghose - machten Nia, Lara und Sarah uns auf den Weg, die Sporthalle zu suchen. Währenddessen spürte ich all die Zeit über einen stechenden Blick in meinem Rücken. Ich drehte mich unauffällig zur Seite und bemerkte, dass Lara skeptisch ihre Augenbraue hochgehoben hatte.
Schließlich öffnete sie ihren Mund und versuchte, so desinteressiert wie möglich, ihre Frage zu stellen. ,,Wer war das gerade eben, der bei dir war? Also der Typ? Woher kennt ihr euch? War das deine Verabredung?". Na gut, mehrere Fragen.
Ich lief sofort rot an und schluckte merklich. ,,Aiden", wisperte ich dann, in der Hoffnung, sie hatte mich nicht gehört. Doch als jetzt auch noch Sarah ihren Kopf hob, wusste ich, in was ich mich verrannt hatte. Wenn es etwas gab, was noch neugieriger als kleine Kinder war, dann waren es die Mädchen aus meiner Klasse. Schon früher hatten sie Tratsch und Klatsch miteinander ausgetauscht, als ginge es um geheime Staatsinformationen, und bis jetzt hatten sie sich noch nicht geändert.
,,Aiden?"
,,Ja".
,,Nachname?".
,,Weiß ich nicht".
,,Liebesinteresse?". Ich fühlte mich wie in einem Verhör. Nur dass Polizisten nicht im geringsten so aufdringlich sein konnten wie die Personen vor mir.
Ich zuckte mit den Schultern und hoffte, Nia würde eingreifen. Als sie das nicht tat - sie hatte auch neugierig gelauscht - seufzte ich geschlagen und blieb stehen.