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Genervt sah ich Aro an. Ich möchte doch einfach nur schnellstmöglich zurück zu Catlyn. „Was gibt's?“, fragte ich um einen neutralen Ton bemüht, um meine Stimmung zu verbergen. Ansonsten hätte das Gespräch sicherlich wieder mit 'Achte auf dein Ton' - Gerede angefangen. Daruf konnte ich gut und gern verzichten.

„Demetri hat uns zu getragen, dass du mit Kilian trainiert hast. Entspricht dies der Wahrheit?“, eröffnete Aro schließlich das Gespräch und sofort sinkte meine Laune noch weiter in den Keller. Nicht nur wegen Demetri, der ollen Petzte sondern auch weil Aro teilweise wieder so geschwollen redet. „Ja, das stimmt,“ entgegnete ich kurz angebunden weiter darum bemüht meine Gefühle nicht durchsickern zu lassen. Zumal ich ja auch immer noch Feuer Verbot habe, was nebenbei bemerkt immernoch lächerlich ist.

„Nun dann untersage ich dir hiermit mit ihm zu trainieren. Er ist eine untere Wache und deiner Zeit nicht würdig. Wenn du trainieren möchtest, wende dich dahingehend bitte an die obere Garde,“ erwiderte er strikt und ich konnte nicht anders als ihn entsetzt und wütend anzusehen.

„Wie bitte? Mit wem ich trainere ist einzig und allein meine Entscheidung. Außerdem lasse ich mir von dir nicht verbieten mit wem ich meine Zeit verbringe und mich anfreunde,“ giftete ich zurück und wandte mich zum Gehen. Für mich ist dieses Gespräch an dieser Stelle beendet.

„Amelia, hiergeblieben! Das Gespräch ist noch nicht zu Ende!“, fordert Aro aufgebracht. „Für mich schon und wenn du deine Einstellung nicht änderst, kannst du dir gewiss sein, dass dies für geraume Zeit unser letztes Gespräch war,“ machte ich meinen Standpunkt deutlich ohne mich zu ihm umzudrehen. Erst bei der Tür drehte ich mich mit einem falschen Lächeln nochmal zu den drei Meister um. „Angenehme Nachtruhe,“ wünschte ich ehe ich die Tür hinter mir ins Schloss fallen ließ.

Auf dem Weg zu meinem Zimmer versuchte ich mich zu beruhigen. Schließlich wollte ich meine miese Laune dank meines idiotischen Vaters nicht an Catlyn auslassen. Vor der Tür atmete ich daher nochmal tief durch, bevor ich eintrat.

Allerdings bemerkte ich, dass Catlyn nicht da war und sofort machte ich mir große Sorgen. Ich öffnete gleich wieder die Tür und rief laut:„ Catlyn!“ Mir war es egal, wenn das jetzt alle hörten. Wenn mein Vater sich nicht an unsere Abmachung gehalten hat, kann er aber was erleben! Denn dann ist mir das Feuerverbot auch egal!

Doch zu meiner Erleichterung hörte ich wie eine Zimmertür aufging und eine Person den Kopf hervorsteckte. Catlyn, das verriet mir meine Gabe. Mit schnellen Schritten allerdings ohne Vampir Geschwindigkeit war ich bei ihr.

„Was machst du hier?“, wollte ich sogleich wissen. Hinter ihr kam eine weitere Frau zum Vorschein, wo ich stark davon ausging, dass es sich dabei um Jane handelte. „Naja mir war nach dem Auspacken langweilig und als ich dann Schritte gehört habe, bin ich auf den Flur gegangen und habe Jane getroffen. Ich habe sie gefragt, ob sie mit mir einen Film schauen möchte und als sie zustimmte, sind wir in ihr Zimmer gegangen. Du kannst ja nicht mitsehen, deswegen haben wir beschlossen ihn bei Jane zu gucken, damit du dich nicht ausgeschlossen fühlst, wenn du von der Versammlung kommst,“ schilderte Cat mit etwas bedrückter Stimme.

Ich fand es süß von ihr so rücksichtsvoll zu sein. „Das ist wirklich lieb von dir, Cat, aber es wäre nicht nötig gewesen in einen anderen Raum zu gehen. Mir macht es nichts aus den Film nur zu hören,“ beruhigte ich sie. Nun lächelte sie wieder und wir gingen zu dritt in Janes Gemach, wo wir den Film weiter guckten. Viel verpasst hatte ich nicht. Gerade einmal zwei Minuten. Ich war ja auch schneller wieder weg als es meinem Vater lieb war.

Nach dem Film folgten noch zwei weitere Filme. In der Mitte des Zweiten fielen Cat schließlich immer mal wieder die Augen zu bis sie gegen Ende dann endgültig den Kampf gegen die Müdigkeit verlor und einschlief. Da Jane ja kein Schlaf mehr brauchte, legten wir sie in Jane's Bett und deckten sie zu. Schlaf und träume was schönes, Catlyn.

„Nochmals danke, dass du heute auf Cat aufgepasst hast. Ihr hat das Shoppen auch mächtig Spaß gemacht,“ begann ich ein Gespräch mit Jane. Sie winkte lächelnd ab. „Ich werde mit dir aber garantiert nie shoppen gehen! Hallo, 5 Tüten! Man kanns auch übertrieben,“ entrüstete ich mich amüsiert. Jane schnaubte gespielt beleidigt. „Sagt niemals nie, Meisterin,“ frohlockte sie dann, was mich grinsend den Kopf schütteln ließ.

Mit einem edlen Tropfen Rotwein machten wir es uns vor den Kamin gemütlichen und plauderten ein wenig. Wobei nur Jane den Wein trank, mir bot sie netterweise eine Karaffe Blut aus ihrem Kühlschrank an. Jane war wirklich nett und wir hatten den selben Sinn für Humor. Irgendwann kamen wir dann auch auf Kilian, Lucia und Caleb zu sprechen.

„Mir sind die drei auch schon aufgefallen. Ich finde ihre Gaben auch ziemlich beeindruckend muss ich zugeben. Mich hat es ehrlixh gesagt sehr gewundert, dass Meister Aro sie zu unteren Wachen ernannte,“ gestand sie. Ich nickte nachdenklich. Etwas komisch ist das schon. Ich finde ihre Gaben nämlich jetzt nicht unbedeutend. „Aber vermutlich liegt es daran, dass sie sich erst noch beweisen sollen, Meisterin,“ mutmaßte sie und nippte an ihrem Glas.

„Du kannst mich gerne Amelia nennen, Jane,“ bot ich ihr das 'Du' an. „Sehr gerne, Amelia,“ lächelte sie und wir stießen darauf an. Jetzt hatte ich schon eine weitere Freundin gefunden. Hoffentlich komme ich bald auch wieder mit Lucia und Caleb ins Gespräch. Oder ich mache es wie bei Kilian und trainiere mit ihnen. Genau das ist die Idee. Dann lockert sich die Atmosphäre vorher ein bisschen auf und es ist nicht so steif.

Bei diesen Gedanken fiel mir auch wieder Demetri, die olle Petze, ein. Mit ihm hatte ich ja sowieso noch eine Rechnung offen. „Hey Jane, hast du Lust mir bei einem Streich für Demetri zu helfen?“, fragte ich sie mit einem teuflischen Lächeln auf den Lippen. „Klar, da bin ich sowas von dabei,“ stimme sie sofort zu genauso fies grinsend.

So heckten wir nun einen Plan aus mit dem wir am Ende sehr zufrieden waren. Nun begann aber auch ich zu gähnen und verabschiedete mich von Jane:„Erholsame Nachtruhe und danke für den schönen Abend.“ „Das kann ich nur zurückgeben. Gute Nacht, Amelia.“ Wir umarmten uns noch und dann ging ich rüber in mein Gemach, wo ich mich jetzt einfach mit dem Kleid aufs Bett warf ohne mich noch umzuziehen. Gibt schlimmeres!

Lost Family || Volturi FF Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt