„Ich wiederhole mich ungern, aber es war wohl die dümmste Idee aller Zeiten, in einer uralten Krypta mit Granaten um sich zu werfen, als wären es verfickte Bonbons. Allein die Statik ..."
Freya blendete Fergus Geschwafel aus und stolperte zurück, als der Boden erneut erzitterte und sie gegen die Steinwand prallte. Sie hatte das Gefühl, dass zwischen ihrer Flucht und der Ankunft in diesem Raum Stunden lagen – doch es waren nur Minuten. Nachdem sie die Aufmerksamkeit der Ghuls auf sich gelenkt hatten, waren sie blind durch die verworrenen Gänge der Krypta gerannt. Sie achteten nicht mehr darauf, wie oft sie abbogen oder wie viel Lärm sie dabei machten, denn sie konnten gegen diese geballte Masse an Monstern nicht gewinnen. Denn auch wenn Freya es nicht gern tat, aber sie musste Jason Recht geben. Sie hatten nicht genug Schusskraft und auch die Handvoll Klingen konnten nicht hunderte von diesen Höllenwesen aufhalten. Und als sie erneut um eine Ecke bogen, breitete sich ein kreisrundes Gewölbe vor ihnen aus. Freya hielt schlagartig inne, was Liam in ihr Kreuz krachen ließ.
„Was zur...?", weiter kam er nicht, denn auch sein Verstand brauchte einen Moment, um das makaber Bild vor seinen Augen zu begreifen. Weitere sieben Durchgänge taten sich in regelmäßigen Abständen auf, dazwischen gestapelte Schädel. Menschliche Schädel. Einige trugen noch blutige Fleischfetzen. Andere schienen schon Jahre hier zu ruhen.
„Das beantwortet wohl die Frage: Wo die Köpfe abgeblieben sind?", raunte Liam und trat neben seine Schwester.
„Hm, sieht ganz danach aus."
Das Fauchen hinter ihnen verstummte schlagartig, dafür drangen aus allen weiteren Durchgängen grollende Geräusche.
„Ich nehme an, diesmal führen nicht alle Wege nach Rom", keuchte Jason, der mit Fergus neben die Zwillinge trat.
„Es wäre ein Wunder, wenn einer davon in diese Richtung führen würde", erwiderte Fergus.
Alle vier sahen sich in dem halbdunklen Gewölbe um. Immer noch waren es nur Fackeln, die etwas Licht spendeten.
„Wir sind gefickt, oder?", fragte Fergus mit verzogenem Mund.
Freya warf ihm einen zustimmenden Blick zu, drehte ihre Klingen durch die Hände und brachte sie schützend vor ihre Brust. „Machen wir das Beste daraus."
Aus den dunklen Gängen hallten kratzende Geräusche, durchzogen von erbärmlichen Fauchen. Jason kontrollierte seine Pistole und drehte sich zu dem Durchgang, welcher zu seiner Rechten lag. Im Augenwinkel sah er, wie Fergus den Kragen seines weißen Hemdes richtete und dann etwas unter seinem Jackett hervorzog. Jason klappte der Mund auf und er vergaß für einen Moment die Gefährlichkeit der Situation. Ungläubig starrte er auf das seilähnliche Gebilde, welches nun in Fergus Hand ruhte. Ein bronzefarbener Schlagring ummantelte seine Finger, daran hing ein aufwendig geflochtenes, schwarzes Seil, zwischen dessen einzelnen Bändern bronzefarbene Spitzen funkelten und an dessen losen Enden eindeutig Rasierklingen hingen.
„Bei den Göttern. Was ist das?", entfuhr es Jason und zog damit Fergus' Aufmerksamkeit auf sich. Dieser drehte sich mit einem breiten Grinsen herum und wirbelte das Seil um sich. Zischende Geräusche, die klangen, als würden sie die Luft zerfetzen, hallten durch das Gewölbe.
„Ein speziell angefertigtes Getback Wip", erklärte dieser, als würde jeder eins dieser Teile am Körper tragen.
Jason schüttelte den Kopf und wackelte mit seiner Waffe. „Das war wohl zu einfach?"
Fergus lachte auf. „Ich mag es ... andersartig."
Jasons Brauen wölbten sich bis zum Haaransatz. „Was du nicht sagst", murrte er und schüttelte fassungslos den Kopf. Wenn er bis eben dachte, die Shields hatten schon nicht alle Schrauben beieinander, wurde er soeben eines Besseren belehrt.
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Cemetery Story
Short StoryEs sollte nur ein entspanntes Treffen ihrer Schöpfer werden, doch nur eine Gruppennachricht später, finden sie sich in der Nacht auf einem Friedhof wieder. Die Protagonisten von CCK Schildmaid und Jen Thorn fluchen nicht schlecht, als sie aufeinande...
