Mein Schicksal für den heutigen Tag wird durch Josie geradezu besiegelt, weshalb ich die gegebene Situation hinnehme und mich von ihr verabschiede. „Wir telefonieren später Süße. Danke nochmal für diesen Nachmittag, es hat mir wirklich gefallen." Sie gibt mir einen Kuss auf die Wange und lässt mich schließlich bei meiner Tutorin stehen, die mich etwas unschlüssig anschaut und nervös auf ihrer Lippe beißt. „Mache ich dich etwa nervös?", schießt es geradewegs aus mir heraus, was wohl dem Glühwein geschuldet ist. Aber was sollte auch verkehrt daran sein, mit meiner Lehrerin zu flirten, wenn wir uns ohnehin schon zu nah gekommen sind. Für einen Moment scheine ich mein Gegenüber sprachlos gemacht zu haben, was mir die Antwort bereits vor Augen führt. „Wieso sollte ich in deiner Gegenwart nervös sein?", kontert sie gefangen und lächelt mich nun herausfordernd an, was mich wirklich anturnt. „Weil du weißt, dass ich in der Lage bin, dir die Kontrolle zu nehmen." So hart die letzten Wochen auch waren, ich kann nicht aufhören Joanna zu lieben. Ja, sie hat mein Herz gebrochen, aber wie sagte Josie; sie bricht sich ihres jeden Tag aufs neue. Wieso sollte ich also nicht versuchen, sie aus ihrem aufgebauten Albtraum zu befreien und die Mauern einzureißen, die sie sich errichtet hat? „Achja, bist du das?" Anstatt ihr zu antworten, trete ich in ihre Komfortzone ein und schaue ihr dabei tief in die Augen, wodurch sich ihre Wangen leicht rosa färben. „Ich könnte dich jetzt einfach küssen, ohne dass du dich dagegen wehren kannst." „Und wieso tust du es dann nicht?", kommt es flüsternd über ihre Lippe, was ich mich kein zweites Mal fragen lasse und stattdessen einfach meine Lippen mit ihren verbinde. Joanna erwidert den Kuss wollend und legt prompt ihre Arme um meinen Hals. Meine dagegen finden Platz an ihrer Hüfte, damit ich ihren Körper noch näher an meinen ziehen kann und lasse meine Zunge um ihre tanzen, wodurch ich nun in den Kuss hinein lächle. Wieder entfacht dieser intime Kontakt zwischen uns ein Feuerwerk der Gefühle in meinem Körper, welches ich am liebsten jeden Tag spüren würde. Doch zu groß ist die Angst, dass dieses intensive Gefühl vergehen würde. „Amelia, du machst mich schwach.", lässt sie mich wissen und entlockt mir ein zufriedenes Lächeln.
Nicht viel später schlagen wir den Weg zu ihr nach Hause ein, nachdem sie mir versichert hat, dass Tomas nicht da sein würde und heute auch nicht mehr heim kommen wird. Wir machen es uns auf ihrem Sofa bequem und schweigen für eine lange Zeit, da wir gerade beide unseren Gedanken nachhängen. Mir ist bewusst, dass dieser Moment endlich ist und vermutlich erneut Herzschmerz auf mich wartet, aber das spielt gerade keine Rolle für mich. Wenn ich diese Frau an meiner Seite wissen möchte, dann muss ich mein Herz Tag für Tag brechen lassen und ihr Zeit geben. Sie selbst hat es schließlich nicht weniger schwer, abgesehen von ihrer Ehe. Seit Jahren lebt sie ein Leben, welches sie sich so nie gewünscht hat und stellt tagtäglich ihre eigenen Bedürfnisse an zweite Stelle. „Es tut mir leid, was ich dir angetan habe.", unterbricht Joanna plötzlich meine Gedanken und lässt mich verwirrt drein schauen. „Was meinst du?" „Ich habe dich und deine Gefühle ausgenutzt, um für zwei Minuten glücklich sein zu können." Hastig schüttel ich den Kopf und nehme ihre Hände in meine. „Joanna, es ist okay. Du denkst vielleicht, dass du stark bist und dich irgendwie aus alledem alleine befreien kannst, aber damit irrst du dich. Ich verspreche dir, dass ich immer da sein werde und dir zur Verfügung stehe, wenn du glücklich sein willst. Solange du dein Ziel dabei vor Augen behältst.", erwidere ich und lege automatisch meine Hand an ihre Wange. „Ich weiß nicht, ob ich das kann. Jahrelang habe ich geglaubt, dass ich Tomas liebe und die Gefühle für Frauen eine Phase meiner Pubertät waren. Ich habe ihm die Ewigkeit versprochen, die mich niemals glücklich machen kann und wird. Und obwohl ich dich habe, schaffe ich es nicht, meine Gefühle zu akzeptieren. Es fühlt sich so falsch und gleichzeitig richtig an." Sie legt ihr Gesicht in ihre Hände, was mir einen Stich ins Herz versetzt. „Was kannst du nicht akzeptieren?", frage ich nach, obwohl ich die Antwort bereits kenne. Joanna schaut mich wieder an. „Das ich lesbisch bin.", kommt es über ihre Lippen. Ihre Worte lassen Tränen in ihren Augen aufsteigen, die sie nicht zu unterdrücken weiß und auch ich bringe es nicht übers Herz, diese wegzustreichen. Sie akzeptiert sich nicht. „Bitte küss mich.", fleht sie mich an und ich kann nicht anders, als ihrer Bitte nachzukommen, obwohl mir ihre Worte gerade unfassbar wehgetan haben. Wie soll sie sich jemals ihre Gefühle eingestehen, wenn sie sich doch so sehr dafür verabscheut? Ich stecke erneut all meine Liebe in diesen Kuss, um mich selbst von ihren Zweifeln abzulenken und intensiviere den Kuss damit immer mehr, ehe ich ihr den Pullover über den Kopf ziehe. Ich lasse von ihr ab, um ihren Oberkörper zu mustern und ungewollt überkommen mich nun Zweifel, die mich von meinem Tun ablenken. Sie hebt mit ihrem Finger also meinen Kopf und zwingt mich dazu, ihr in die Augen zu schauen. „Es ist alles gut.", versichert sie mir ehrlich und trotzdem fühlt es sich nicht richtig an; sie ist eine verheiratete Frau. Ich habe Tomas bereits kennengelernt und weiß nur zu gut, wie viel er selbst schon unter Joanna leiden musste. „Joanna, ich kenne deinen Ehemann und kann ihm nicht die eine Sache nehmen, die er hat." Langsam nehme ich ihre rechte Hand in meine und spiele, wie ich es schon einmal getan habe, mit ihrem silbernen Ehering, der sie mit Tomas verbindet. Sie kann zwar weiterhin eigene Entscheidungen treffen, doch Fremdgehen sollte keinesfalls dazu gehören. Das wird sie sich am nächsten Tag nicht verzeihen können. Anstatt auf mein Gesagtes einzugehen, streift sie nun den Ehering ab und legt diesen zur Seite. Anschließt zieht sie mich zurück in ihre Arme und verbindet unsere Lippen erneut miteinander, wodurch sie mir die Entscheidung über den Verlauf des Abends nimmt.
Innig küssen wir uns, ehe sie mir kaum später ebenfalls meinen Pullover entkleidet und beginnt, meinen Hals hinunter zu küssen, womit sie eine Gänsehaut über meinen ganzen Körper jagt. Zufrieden lächelt sie mich an und haucht mir einen leichten Kuss auf den Mund, der hätte viel intensiver sein müssen. Doch sie liebkost lieber mein Dekolleté mit ihren weichen Lippen und streift mir auch schon das letzte Stück Stoff ab, welches sie noch von meiner Brust trennt und beginnt nun auch diese leidenschaftlich zu verwöhnen, womit sie nun meine Atmung flacher werden lässt. Gerade, als ich ihre gekonnten Berührungen genieße, stoppt sie abrupt und schaut mir in die Augen, was mich stutzig macht. Sie sagt jedoch nichts, sondern öffnet nun ihren eigenen Bh, wodurch sie mir nun den Blick auf ihre zweifellos schöne Brust gewährt. Ich lasse meinen Blick also über ihren Oberkörper schweifen und umfasse ihre Brust mit meinen Händen, was sie kurz zusammenzucken lässt. Doch mein Tun scheint sie keinesfalls zu stören, im Gegenteil; mit einem Mal werden ihre Augen um Nuancen dunkler, wodurch sich ihr Verlangen nach mir äußert. Ich drehe uns demnach, um nun auch ihre Brust liebkosen zu können und genieße die Töne, die dabei über ihre Lippen kommen. Nicht viel später entkleide ich sie von ihrer Hose, um nun parallel auch ihre Mitte massieren zu können und ihr damit weitere Töne entlocke, die mich selbst unfassbar feucht machen. Dennoch fahre ich fort und versuche Joanna anhand meiner Handlungen zu zeigen, wie sehr ich sie liebe und wertschätze. Das Stöhnen ihrerseits wird stetig lauter und kurz bevor sie ihren vermeintlichen Höhepunkt erreicht, stoppe ich und ernte damit einen durchaus wütenden Gesichtsausdruck von ihr, der mich süffisant lächeln lässt. „Mensch! Das ist nicht witzig Amelia!", fährt sie mich an. Ich antworte ihr darauf, indem ich ihr nun das letzte Kleidungsstück vom Körper ziehe und nach unten rutsche, um die Innenseite ihre Oberschenkel abwechselnd mit meinen Lippen sowie meiner Zunge zu liebkosen, doch ihr gesamter Körper lechzt nach einem Orgasmus. Demzufolge quäle ich sie nicht mehr allzu lang und widme mich ihrer bereits feuchten Mitte, die ich beginne mit meiner Zunge zu verwöhnen, wodurch sie ihre Hände nun schlagartig in meinem Haar vergräbt und vor sich hin stöhnt, ehe ich sie auch schon zu ihrem lang ersehnten Höhepunkt bringe. Sie zieht mich in ihre Arme und vereint unsere Lippen zu einem leidenschaftlichen Kuss, der nicht intimer sein könnte. Unsere Zungen tanzen miteinander, anstatt gegeneinander und wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich sagen, dass diese füreinander geschaffen wurden. Doch obwohl dieser einzigartige Moment zwischen uns nicht schöner sein könnte, wird er früher oder später ein Ende finden. Schnell versuche ich die aufkommenden Gedanken auf Seite zu schieben, denn für Zweifel ist noch früh genug Zeit. „Du bist wirklich der Hammer.", kommentiert sie, bevor sie sich nun wieder meinem Körper widmet und mich auf die gleiche Art berührt, wie ich es zuvor getan habe. Nur scheint sie dabei um einiges mehr Erfahrungen zu haben, was wohl kaum ein Wunder ist. Schließlich tut sie dies nicht zum ersten Mal. Sie leckt also durch meine Mitte, während sie mit ihren Händen meine Brüste massiert und mich meinem ersten Höhepunkt immer näher bringt, ehe ich laut aufstöhne und mich ihr entgegenstrecke, bevor ich in das Sofa falle. Wieder treffen sich unsere Lippen, bevor sie ihren Kopf erschöpft auf meiner Brust ablegt und sanft über meinen Bauch streichelt. Ich dagegen lasse meine Finger über ihren Rücken sowie Po streifen, weshalb sie nun ihre Augen schließt und wenig später seelenruhig einschläft. Auch meine Augenlider werden von Sekunde zu Sekunde schwerer, wodurch auch ich schließlich mit Joanna in meinem Arm einschlafe.
Leider kann auch die immense Müdigkeit und die Anwesenheit der Frau, die ich liebe, kein Gedankenkarusell im Schlaf verhindern. Während ich also von außen wohl ruhig wirke, spielen sich in meinem Kopf unzählige Gedanken ab, die mich die gesamte Nacht nicht wirklich zur Ruhe kommen lassen. Wie auch? Trotz des Alkohols war ich bei vollem Bewusstsein und habe mit meiner Tutorin geschlafen, die verheiratet ist und das ändert auch nicht die Tatsache, dass sie ihren Ehering abgelegt hat. Ich habe an diesem Tag egoistisch gehandelt und damit einen Menschen verletzt, der nichts als Frieden verdient hat. Das einzige, was er bis dato hatte und ich nicht, habe ich ihm nun ohne Vorwarnung entrissen, auch wenn er davon nichts mitbekommen wird. Ich spiele nicht nur mit meinen eigenen Gefühlen, sondern auch mit denen von Tomas, der diese Frau mit Herz und Seele liebt. Das hat er nicht verdient.
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Unerreichbar nah / {txs}
RomanceEs gibt Menschen, die einem physisch nicht näher sein könnten, aber durch äußere Umstände emotional voneinander getrennt werden. Doch können Gesetze, Richtlinien und familiäre Bedingungen zwei Menschen voneinander trennen, die bereits durch ihre See...
