Epilog

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POV Lay

Ich sehe, wie meinem Mate und meinem Beta nichts anderes mehr übrig bleibt. Meine Eltern und Timmy geben nicht auf, obwohl sie schon so gut wie tot durch ihre Verletzungen sind. Ich sehe dabei zu, wie Mick keine andere Wahl hat und erst meinem Vater und dann meiner Mutter die Kehle herausreist. Als Henri das mitbekommt, sehe ich, wie etwas in ihm zerbricht, es waren auch seine Eltern. Mick sah, dass Henri es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, seinen kleinen Bruder umzubringen, also riss er auch ihm einfach die Kehle raus. Jennifer hat tatsächlich bekommen, was sie wollte, ich heule auf vor Schmerz, seelischem Schmerz. Danach bin ich wie paralysiert und schaffe es nicht, etwas gegen Jennifer zu unternehmen, welche mir immer mehr Wunden zufügt, damit ich leide. Als sie mitbekommt, wie Mick auf uns zustürmt, hat sie meine Kehle im Maul. Sie knurrt Mick bedrohlich an. Es fehlt nicht mehr viel und ich würde sterben. Nur ein wenig mehr Bisskraft und ich falle genauso tot um wie meine Familie. Jennifer schreit in unseren Köpfen: „Ich will die Luna von diesem Rudel sein! Wenn Mick mich markiert und die Markierung zu Layanna zerbricht, lasse ich sie am Leben." Ist die Irre oder was? Wenn er die Markierung aufhebt, dann sterben wir beide. Dann nützt es mir auch nichts mehr, dass sie mich für den Moment leben lässt. Mick schien das wohl anders zu sehen. Er würde alles tun, um auch nur eine weitere Minute mit mir zu haben. Er willigte ziemlich schnell ein, was mich doch verwunderte, ich meine, wenn er die Verbindung kappt, sterben wir beide. Wenn Jennifer mich umbringt, hat er eine Chance zu überleben. Ich traute mich aber nicht zu bewegen, das kleinste Muskelzucken von mir und sie würde zubeißen, dem bin ich mir sicher. Jennifer brüllt: „Entbinde dich jetzt oder ich bringe sie um!" Sie lässt dabei meine Kehle allerdings nicht los. Ich stehe stocksteif da. Mick sieht mich intensiv an, dann verwandelt er sich zurück in einen Menschen und fängt an, mit seinen Wolfskrallen die Schulter aufzukratzen. Er reißt sich das Fleisch heraus, es muss höllisch wehtun, dann verstehe ich. Er entfernt das Tattoo von mir, damit ich nicht mehr über ihn wache. Augenblicklich durchzuckt mich ein heftiger Schmerz, denn er entfernt mich aus seinem Leben, das zerstört mich innerlich. Jennifer lässt zufrieden meinen Hals los. Ich bekomme kaum noch Luft und sacke in mich zusammen. Ich bekomme nur noch ganz verschwommen mit, wie Henri scheinbar auf diesen Moment gewartet hat und Jennifer mit einem einzigen gezielten Biss vernichtet. Sofort kommt Mick zu mir gerannt und schaut mich besorgt an. Er beißt mich auf meiner rechten Schulter, um wieder eine Verbindung zu mir aufzubauen. Ich merke, wie es funktioniert, ich sehe an seiner rechten Schulter ein Tattoo, welches entsteht, es ist dasselbe wie vorher, zumindest fast, der Wolf, welcher jetzt auf seiner Schulter über ihn wacht, hat ausgestochene rote Augen. Dann sah ich nichts mehr.

Durch die kurzzeitig gekappte Verbindung habe ich mein Augenlicht verloren. Ich bin jetzt blind. Man hat es versucht zu erklären, indem es hieß, dass ich in der Zeit nicht mehr über ihn wachen konnte wie es meine Bestimmung wäre, das Schicksal will, mich bestrafen, dafür das ich es nicht geschafft habe bei ihm zu bleiben und nimmt mir daher mein Augenlicht damit ich weiß, dass ich besser auf ihn achten muss, wären wir noch länger getrennt geblieben hätte ich als Nächstes meinen Gehörsinn verloren, dann meinen Geruchssinn und dann meinen Tastsinn, mit dem Verlust des Geschmackssinnes wäre ich dann gestorben. Aber so weit ist es zum Glück nicht gekommen, dadurch, dass ich ein Wolf bin, sind meine Sinne verschärft, dadurch dass ich blind bin, meine anderen Sinne sogar noch mehr als üblich. Ich kann damit leben. Ich finde mich gut zurecht, auch im Wald, ich habe eine Fähigkeit, dass ich immer weiß, wo ich bin, es ist wie sehen, bloß dass es ein Gefühl ist und ich nicht wirklich etwas sehen kann. Ich habe gelernt, mein Leben damit zu leben, nur kann ich Bonnis Kind nicht sehen, das ist etwas, was mich stört, ich werde es nie lachen sehen, oder ihre blonden Haare sehen können, oder ihre Grübchen. Man versucht mir, die Dinge so gut wie möglich zu beschreiben, aber es ist schwer, es sich vorzustellen oder es zu einem Menschen zusammenzusetzen. Es fällt mir schwer daran zu denken, dass ich meine zukünftigen Kinder niemals sehen werden kann, ich werde nie meine Kinder sehen können und das schmerzt sehr. Ich bin generell stiller geworden und bin auch mehr in mich gezogen als vorher, immerhin habe ich meinen Mate verloren, zwar nur kurz, aber das reicht schon aus. Er hat sich auch verändert, es ist einfach nicht dasselbe wie vorher. Die Verbindung ist definitiv schwächer, es ist nicht mehr so schön wie früher. Wir hatten diese Verbindung gerade mal einen Tag lang, nicht mal, aber es war das Schönste auf der gesamten Welt für mich. Keine Frage, es ist immer noch schön zwischen uns, aber wir werden nie wieder dasselbe haben wie andere Mates.


Das war es mit meiner ersten Geschichte, und ich habe es tatsächlich geschafft, sie fertig zu stellen. Es hat zwar ewig gedauert, weshalb vermutlich auch einige Logikfehler drinnen sind, oder ich einige Sachen einfach vergessen habe, aber sie ist dennoch fertig. Es tut mir auch leid, dass das Ende jetzt vermutlich etwas schnell gekommen ist, wo ich damit angefangen habe, hatte ich aber einfach mehr Motivation und ich wollte es einfach nur noch beenden, damit ich mit meiner nächsten Geschichte starten kann, mal sehen, wann ich damit anfange.

Das Mädchen und ihr WolfWo Geschichten leben. Entdecke jetzt