Fuck!"

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Eine gefühlte Ewigkeit läuft die Gruppe nun schon planlos von Stadt zu Stadt. Keiner sagt etwas, man hört nur die schwere Atmung jedes einzelnen. Die Afrikanerin mit den Rasterzöpfen hält ihre Hand griffbereit an ihrem Schwert, welches in dem Schwertholster an ihrem Rücken steckt. Der Koreaner und seine hübsche kurzhaarige Freundin laufen Hand in Hand nebeneinander, werfen sich in großen Abständen immer wieder ein aufmunterndes Lächeln zu. Ihre kleine blonde Schwester und der große Mann mit den langen Haaren, die ihm wegen dem Schweiß an der Stirn kleben, und der Armbrust laufen nebeneinander, gleichzeitig befindet sich eine große Lücke zwischen ihn. Ganz vorne ihr Anführer und ein älterer Herr mit weißem Bart. Der Mann, ihr Anführer, mit drei-Tage-Bart und einen Revolver fest in seiner Hand umschlungen. Die Sonne prallt erbarmungslos auf die erschöpfen Körper und macht keinerlei Anstalten, die Hitze zu reduzieren.

,,Ich brauche eine Pause", bringt das blonde Mädchen schwer atmend hervor.

Sofort stoppen alle und sehen sie an. Ihre große Schwester läuft ohne zu zögern auf ihre kleine, auf dem Boden knienden, Schwester zu und setzt sich neben sie, hilft ihr dabei ihren Rucksack abzusetzen. Sie reicht ihrer Schwester eine halbleere Plastikflasche gefüllt mit Wasser. Dankend wird diese von der Blondine angenommen und setzt sie an ihren Lippen an. Innerhalb kurzer Zeit ist die Flasche bis auf den letzten Tropfen geleert, die große Schwester nimmt die Flasche wieder an sich und steckt sie in die Seitentasche ihres überfüllten Rucksackes, während der Mann mit der Armbrust ihrer Schwester aufhilft.

,,Einen Moment."

Der Anführer lässt seinen Rucksack auf den harten Asphalt fallen und knöpft sich sein durchschwitztes, aber sauberes Hemd in einem hellblau-weißem karierten Muster auf. Er zieht es sich über die Arme und hängt es über einen Ast des nahgelegensten Baumes. Gerade als er sich ein neues Shirt anzieht, das er aus seinem Rucksack genommen hat. Anschließend laufen sie weiter.

Nach einer Weile Fußweg entdecken die Afrikanerin und der Koreaner von weiter Entfernung eine Horde menschenfressender, verwester Körper, die auf sie zusteuern.

,,Leute? Dort vorne!"

Nervös zeigt der Koreaner mit seinem Finger auf die kleine, aus ungefähr 15toten bestehende, Horde und alle sehen in die angegebene Richtung.

,,Fuck!", ertönt es vom Armbrustschützen.

Alle lassen ihre Rucksäcke auf die Erde fallen und stellen sich in einer Reihe auf, dass jeder einen guten Blick auf die hungrige Meute hat. Der alte Mann stellt sich etwas weiter nach hinten, aber auch er ist bereit zu schießen. Die Afrikanerin zieht ihr Schwert gelassen und der Armbrustschütze hält seine Armbrust zielbereit vor sich. Der Anführer entsichert seinen Revolver, sowie der Koreaner und das Mädchen, ihre große Schwester zieht ihr Messer, da ihre Pistole keine Munition mehr hat. Sie warten mit leichter Anspannung bis die Horde näher kommt. Der erste Schuss fällt fast zeitgleich mit dem ersten Pfeil im Kopf der Zombies. Die Horde kommt immer näher, aufgrund des Wartens der anderen. Sie schießen noch nicht, sondern warten bis sie näher kommen, wahrscheinlich um sicher zu gehen, dass sie wirklich beim ersten Schuss treffen. Das erschöpfte Mädchen reagiert nur etwas zu spät und wird von einem angefallen. Sie fällt nach hinten zu Boden, der Beißer auf ihr. Ihre Waffe hat sie während des Aufpralls fallen gelassen und versucht nun, den hungrigen über ihr mit Händen und Füßen von ihr zu halten. Aus ihren Mund treten ängstliche Hilfeschreie, aber es kommt keine Hilfe. Ihre Arme werden immer schwerer und der Beißer kommt ihr immer näher. Noch immer schreit sie nach Hilfe, Tränen der Angst und Verzweiflung schleichen sich in ihre Augen.

,,Lass sie los!"

Das blonde Mädchen spürt die Erleichterung durch ihren Körper fließen, setzt sich auf und atmet schwer, versucht ihren Herzschlag zu beruhigen. Sie sieht zu, wie ihre Schwester mit einem aggressivem und wütendem Gesichtsausdruck den Beißer von ihr gerissen und zu Boden geworfen hat. Der gefallene versucht mit einem Ächzen aufzustehen, aber die Schwester kommt ihm zuvor. Sie setzt sich auf ihn drauf und sticht mit ihrem Messer auf ihn ein. Erst ein paar Stiche in den Kopf, dann auf den Oberkörper, trotz dass er längst tot ist, sticht sie immer weiter auf ihn ein. Wütend schreit sie bei jedem Stich, den sie vollbringt laut auf. Das Blut spritzt auf ihre Kleidung und in ihr hübsches Gesicht. Sie hört erst mit ihrem Handeln auf, als sie von ihrem Freund weggezogen wird. Nur schwer schafft er es, sie von dem entstellten Körper wegzubekommen, aber er schafft es. Beruhigend nimmt er ihr Gesicht in seine Hände und redet auf sie ein, sie solle sich beruhigen, schaut ihr dabei tief in die Augen. Sie lockert ihren Körper etwas und schaut zu ihrer Schwester, zu welcher se sofort rennt. Sie lässt sich auf die Knie fallen und nimmt ihre Schwester in den Arm.

,,Geht es dir gut? Wurdest du gebissen? Oder gekratzt?"

Deutlich besorgt um ihre kleine Schwester untersucht sie sie nach Bissen oder Kratzern, kann aber nichts finden. Sie wird beruhigt von ihrer Schwester, die leicht anfängt zu lächeln.

,,Mir geht es gut. Er hat mich nicht erwischt."

Auch die kurzhaarige lächelt jetzt und steht gemeinsam mit ihrer Schwester auf. Sie schultern alle ihre Rucksäcke und laufen erleichtert weiter, weg von den Toten.

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