Überlebt?

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Mit einer Menge Adrenalin im Körper schrecke ich hoch. Meine Augen weit aufgerissen nehme ich meine Umgebung langsam wahr. Ich befinde mich in einem eher dunkel gehaltenen Raum. Dieser wird von wenigen, bereits zur Hälfte runtergebrannten Kerzen beleuchtet. Ich lasse meinen Blick durch den dunkeln Raum gleiten, ohne mich auch nur im geringsten zu bewegen.

Bücherregale an den Wänden, ein Tisch neben mir sowie ein Sessel neben dem Tisch und eine Tür an der gegenüberliegenden Wand. In der Mitte des Zimmers befindet sich ein weißer Teppich mit Graustich.

,,Oh gut. Du bist wach."

Schnell sehe ich vom Boden auf, Richtung Tür. Durch sie kommt gerade ein junger gutaussehender Mann gelaufen. Er hält eine Tasse und einen Teller in beiden Händen und läuft entspannt auf mich zu. Er stellt das Geschirr auf den Tisch neben mir ab und geht wieder einige Schritte zurück.

,,Ich habe ein Tee und eine Kleinigkeit zu essen für dich."

Ohne irgendeinen Ton von mir zu geben, sehe ich den dunkelhaarigen finster und zugleich erschöpft an. Ein unerwarteter Kälteschauer umwirbt meinen Körper, dieser schüttelt sich. Der Junge scheint dies bemerkt zu haben, denn er läuft zum Sessel und holt eine Decke davon, legt sie vorsichtig um mich. Wieder bewege ich mich keinen Zentimeter.

Ich behalte ihn genau im Auge. Was will er von mir und wieso hat er mich gerettet? Er hätte mich doch auch den Beißern überlassen können. Er bemerkt nicht nur, dass ich friere sondern auch, dass ich ihn ununterbrochen skeptisch ansehe.

,,Verstehe, du vertraust mir nicht", bemerkt er locker, ,,Das ich dich vor den Matschbirnen gerettet und dich da draußen nicht erfrieren lassen habe, dich mit hierher brachte und dir auch noch meine Lebensmittel anbiete langt dir wohl nicht."

Eher amüsiert darüber beobachtet er nun auch mich. Seine Art, ich verstehe sie nicht. Er ist so locker drauf und wirkt so gelassen, trotz alledem was hier vor sich geht. Es verwirrt mich.

,,Kannst du nicht sprechen oder tust du es nur sehr selten?"

Diesmal wirkt das, was er sagt etwas ernster als auch irgendwie besorgt. Ich überlege lange, bis ich schließlich etwas, mit zitternder Stimme sage. Meine Stimme klingt außerdem zickiger als gewollt.

,,Ich kann sprechen, aber nicht mit dir!"

,,Ich dachte schon ich habe einer stummen das Leben gerettet. So wird es hier vielleicht aber doch nicht so langweilig wie ich dachte."

Schulterzuckend setzt er sich auf den Sessel, lehnt sich zurück und legt sein eines Bein mit seiner Wade auf das andere Bein und lehnt sich entspannt zurück.

,,Ich bin Jackson."

,,Da muss ich dich leider enttäuschen, Jackson."

Seinen Name spreche ich mit einer eher verabscheuenden Art aus.

,,Ich werde wieder gehen, weil ich im Gegensatz zu dir eine Gruppe habe."

So schnell es mein erschöpfter Körper zulässt, springe ich aus einem anderen Sessel, in welchem ich drin saß und werfe somit die Decke von meinen Schultern. Ich laufe zur Tür die mich das Zimmer verlassen lässt, ernte von Jackson aber nur ein merkwürdiges Lachen.

,,Ich denke nicht, dass du gehen wirst."

Verwirrt über seine beängstigende Aussage drehe ich mich langsam zu ihm um.

,,Was meinst du?"

Jackson stützt sich an den Armlehnen des Sessels ab und springt gelassen hoch. Er setzt einen großen langsamen Schritt nach dem anderen auf mich zu und stoppt genau neben mir, sodass ich seinen heißen Atem an meinem Hals spüre.

Keep me aliveWo Geschichten leben. Entdecke jetzt