Keine Ahnung, was mich momentan zu all diesen Dingen verleitet, ich fühle mich wie fremdgesteuert. Seit ich dieses Hemd gesehen habe, sagen mir mein Kopf und mein Bauchgefühl alles, was ich tun soll. Sei es, die Suche nach meinem Vater zu starten oder zu denken, dass mein Vater etwas mit dieser toten Beißerhorde zu tun hat, dies alles waren keine meiner Entscheidungen, also indirekt schon. Aber ich wurde von meinen Gefühlen gesteuert, die ganze Zeit dachte ich, mein Vater wäre tot, aber seit dieses Hemd auftauchte, habe ich neue Hoffnung, von der ich nicht weis, woher sie plötzlich kommt. Auch meine jetzige Entscheidung, einfach loszugehen und den beiden Frauen unauffällig zu folgen, war eine Entscheidung meiner Gefühle. Es kam wie von allein, aber es fühlt sich richtig an, auch wenn ich keine Verbindung zwischen ihnen und meinem Vater wissen könnte. Ich weis, dass Harry all meine Entscheidung für schwachsinnig hält, aber er steht trotzdem zu mir und unterstützt mich.
,,Wieso tue ich das alles hier?"
Stöhnt Harry auf.
Ich lache leise auf und grinse ihn zuckersüß an.
,,Weil ich toll bin und die mich sehr gern hast."
Er lacht lautlos auf und verdreht die Augen, legt seinen Arm kurz auf meine Schulter und zieht mich an sich ran.
,,Das wird's wohl sein", und wuschelt mit seiner anderen Hand über meine Haare.
Lachend entfernt er sich wieder und lacht ein wenig mehr, als ich ein quietschendes:,,Heey", von mir gebe.
Ich versuche meine Haare wieder einigermaßen ordentlich zu kriegen, was schwer ohne Spiegel ist, und werde ihm einen gespielt bösen Blick zu.
,,Man siehst du niedlich aus", schmunzelt er und kneift mir in die Wange.
,,HARRY! Ich versuche böse auf dich zu sein also sag mir nicht, ich sehe niedlich aus", quietsche ich erneut und schmolle.
,,Ist nicht meine Schuld, dass du einfach immer so süß aussehen musst."
Er lacht wieder und sticht mir spielend in die Seite, ich zucke kurz weg und fange auch an zu lachen. Plötzlich streckt Harry seinen Arm aus um mir den Weg zu versperren. Ich schaue nach vorne und mir klappt genau wie Harry der Mund auf.
,,Oh-mein-Gott."
_____Ein riesiges eingezäuntes Gelände mit einem riesigen Gebäude ziemlich mittig lacht uns entgegen. An den hintereinander stehenden Zäunen stehen jeweils immer ein großer Wachturm in größeren Abständen. Hinter den Zäunen befindet sich eine große Rasenfläche, weiter hinten, am Anfang des riesen Gebäudes ist Asphalt. Auf dem Gelände erkennt man momentan zwei Menschen, einer zieht an einem schweren Schiebetor und lasse die Afrikanerin und ihre Freundin herein, während die andere Person die Beißer laut vom Tor weglockt. Als die beiden Frauen sich auf dem Grundstück befinden, wird das Tor wieder geschlossen und die Beißer werden wieder ignoriert. Diese aber schmeißen sich weiter gegen den Zaun, der Zaun scheint dies aber stabil auszuhalten. Es sind ja auch nicht viele Beißer davor, ungefähr 7 Stück. Drinnen kriegen die Frauen die Rucksäcke von zwei Männern abgenommen. Die kurzhaarige wird von dem einen mit einem Kuss begrüßt und anschließend von einem jüngeren blonden Mädchen, welche dazugestossen ist, in eine Umarmung geschlossen. Gemeinsam gehen sie alle in das große Gefängnisgebäude hinein.
,,Kein Wunder, das die Frauen vorhin so gut drauf waren."
Wir haben uns inzwischen etwas ins Dickicht verkrochen um ungesehen zu bleiben. Wenn wir dort reinkommen würden, könnten wir vielleicht wieder in Sicherheit leben. Dieses Gefängnis könnte eigentlich Terminus sein, aber hier sind nirgends Gleise in der Nähe, also fällt diese Vermutung ins Wasser. Wenn dieses Gefängnis sicher ist, und Terminus auch, dann heißt das, dass es bestimmt noch mehr sichere, aber vielleicht unbekannte Orte zum Weiterleben gibt.
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Keep me alive
Fanfiction"Und wenn du so feinfühlig bist, dann bist du ein Hindernis. Du zeigst Gnade, und genau das ist es, was uns früher oder später den Tod bedeuten könnte." __ Was...