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Viel Spaß mit Türchen 16 :) xx

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Der Geruch von Glühwein hing in der Luft und weiße, kleine Schneeflocken wirbelten für eine Weile in der Luft herum, bis sie schließlich auf dem inzwischen schon vom Schnee bedeckten Boden aufkamen. Viele, kalte Schneeblumen bedeckten die Wege des Weihnachtsmarktes. Wohin man auch sah, die Umgebung war in ein unschuldiges Weiß gehüllt. Als hätte sich die Schneedecke nun über der Welt niedergelassen und sie verschlungen. Mitten in diesem Winterwunderland erstreckte sich der diesjährige Weihnachtsmarkt, auf dem sich massenweise Menschen befanden und einander eine Freude bereiteten, indem sie Lebkuchenherzen verschenkten, sich in den Armen lagen oder einfach nur eine unbeschwerte Zeit genossen.

Und mittendrin stand ich. Ich, die ihre Freundin gerade in diesem Chaos verloren und somit keine Zeit hatte, mich der faszinierenden Welt der Weihnacht zu widmen, da ich keine Ahnung hatte, wo ich mich befand. Gerade eben hatte sie noch neben mir gestanden, nun war sie weg. Ursprünglich wollte sie sich nur irgendwas essbares holen, doch ich stand hier seit zehn Minuten und wartete auf ihre Rückkehr. Sie konnte doch unmöglich so lange brauchen.

Seufzend ließ ich mich auf einer der Bänke nieder, nachdem ich grob den Schnee davon entfernt hatte. Die Bank war kalt, was mich dazu verleitete, sofort wieder aufzuspringen. Dabei rutschte ich auf dem vereisten Boden aus und plumpste prompt mit dem Hintern voran in einen Schneehaufen, was die Bank in Sachen Kälte um Längen übertraf. Doch als ich mich mit den Händen abstützen wollte, um aufzustehen, glitten meine Hände über den kalten Schnee und ich fiel direkt mit der Nase in das weiße, eisige Etwas.

Hinter mir ertönte ein Kichern, was mich dazu verleitete, mich diesmal vorsichtiger aufzurichten und nachzusehen, wer mich da so lustig anzusehen fand.

„Tessa!“, rief ich erleichtert und fiel meiner Freundin in die Arme, weshalb sie nur noch stärker lachte. Sie drückte mich von sich weg und entzog sich der Umarmung. Meine Wangen glühten wegen dem Schnee und meine Nase fühlte sich an wie eingefroren. „Du siehst ja aus wie Rudolf“, prustete sie und hob ihre Hand, um mir ein wenig Schnee von der Nase zu wischen, der sich dort gesammelt hatte. Ihr Kommentar brachte mich dazu, in das Lachen einzustimmen und schon bald saßen wir beide an einem Stand und wärmten uns mit herrlichem Glühwein.

Dank des Glühweins fühlte ich mich bald schon wieder etwas besser und nicht so, als würde ich jeden Moment zu einem Eisblock mutieren. Während ich die anderen Leute betrachtete, nippte ich an meiner Tasse und nahm hin und wieder einen Schluck des Getränks.

Tessa zwirbelte eine Strähne ihrer Haare zwischen ihren Fingern und wartete darauf, dass ich endlich fertig werden würde und wir weitergehen könnten. Währenddessen spielte sie an ihrem Handy herum, wahrscheinlich schrieb sie wieder mit Liam.

„Wusstest du, dass die Jungs auch hier sind?“, unterbrach sie unser Schweigen plötzlich und hielt mir ihr Handy so nah vor die Nase, dass ich nichts lesen konnte. Deshalb drückte ich sie bestimmt von mir weg und widmete mich dann erst dem Bildschirm. Verdacht bestätigt, es war tatsächlich Liam.

Ich schüttelte den Kopf und steckte ihr das Handy wieder zu. „Und jetzt willst du die Idioten treffen?“, brummelte ich leise vor mich hin. Nicht, dass ich sie nicht mögen würde. Sie waren die liebenswertesten Idioten, die ich kannte. Aber ursprünglich war unser Abend als Mädchenabend gedacht. Ohne Jungs. Ohne die fünf Idioten.

„Ja“, erwiderte sie nur, wandte den Blick von ihrem Handy aber nicht ab, „tut mir leid. Aber wenn sie schon einmal hier sind, können wir uns doch mit ihnen treffen, oder nicht?“

Adventskalender '13Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt