Kapitel 8: Sieh' mich an

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Wieder sind Tage vergangen. Tage an denen sie Arbeitete. Sein scheiß Raum ausließ. Aber immer an ihn dachte. Was für ein Hoffnungsloserfall. Sie war so dumm.
 Nächte in denen sie wach war. Rumliegen. Sich anfassen. Aber immer an ihn dachte. 
 Sie musste wieder zu ihm. Mit dem Wissen das sie ihn nichts über ihn fragen konnte.

Wieder  kam ihr eine Idee. Seine Akte. Sie war noch immer da wo sie sie das letzte mal gesehen hat. Nachts konnte sie dort hin. In aller Ruhe alles lesen und endlich herraus finden was er für ein Mensch war. Was für schreckliche Dinge er getan hatte um so, wie ein ehlendes Mistvieh in einen Käfig eingesperrt zu werden.

Alle verabschiedeten sich. Alle Kollegen. Es wird dunkel. Alles ruhig. Endlich. Der Duft von scheiße drang in ihre Nase. Die Fremden Gerüche. Parfüm und Aftershave der ganzen Misratenen Scheißleute war verflogen. Der Erdige Duft und der Menschliche Duft machte sich überall breit.  Es war, als würde sich das Haus endlich herholen können. Tief durch Atmen. Sie trug noch ihren Kittel. Schlich langsam in das Büro des Chefs. Langsam bekam sie Angst. Was würde sie finden? Sie war schon einmal so weit gekommen. Doch jetzt war es endlich soweit.
 Dann fiel es ihr ein. Er hatte sie schon so lange nicht mehr gerufen. Das Flüstern war verstummt. Hatte sie denn etwas Falsch gemacht? Es traf sie schwer. Wie ein Stein der einen Wanderer beim Wandern in den Bergen zerschmettert. Sie bekam kaum Luft. Es tat ihr weh? Sie war so verloren.. Sie kam wieder zu sich. Erholte sich von der Niederzerschmetternden Wahrheit. Die Schlüssel im Schloss. Es Klimperte. Es Klickte. Der Schrank war auf. Ein Klicken welches sie vor langer Zeit bereits gehört hatte. Sie wurde Feucht bei dem Gedanken, wie sie sich damals gefühlt hatte. Wie sehr sie sich gefreut hatte und wie nah dran sie war alles zu erfahren. Tu es. Tu es. TU EEEES. Sie zog die schwere Schublade auf. Ein Zischen und Rattern. Da war sie. So Dick. So Nah. Sie bekam Innereszittern. Ihre Fingerspitzen wurden kalt. Sie strich sich eine Ihrer Haarstränen aus dem Gesicht.

Spühre die Kälte. Wie sie an deiner Wange endlang gleitet. Wie sie dir Gänsehaut bereitet. Wie alles anfängt zu kribbeln und du anfängst zu Zittern.

Sie hielt die Akte in den Händen. Endlich. Ihr wurde schlagartig warm. Sie kniete nieder. Akte auf ihrem Schoß.

Da war er. Der Name.

                                    PATIENT:  NORN, JACK.
                                                ZELLE:  18B

Ein Lächeln in ihrem Kreidebleichem Gesicht. Sie war noch immer so wunderschön. Nach all der Verf*ckten Scheiße die sie doch durchgemacht hatte.

Erste Seite. Hier hätte ein Foto von ihm sein müssen. Doch an der Stelle war das Blatt verweißt. An der Seite die Büroklammer die das Bild befestigte. So ein Mist. Ein Paar Angaben zu seiner Person. Seinem Aussehen. Egal wie oft sie es sich durch las. Sie konnte ihn sich nicht vorstellen.

Nächste Seite. Sie durfte endlich wissen was er getan hatte.

Nichts.

Nichts.

Nichts.

Es war eine Akte voller weißer Blätter. Es stand einfach nichts drauf.
 Sie blätterte die ganze Akte durch. Doch es war nichts zu finden. Wieso war eine Leere Akte in solch einer Dicke in dem Schrank? Sollte das ein dummer Scherz sein? Sie wurde wütend. Schmiss die Akte quer durch den Raum. Alles was sie wollte war mehr über ihn zu wissen. Was soll der Scheiß?

Sie schnappte sich den Schlüssel. Akte unter den Arm geklemmt. Sie rannte runter. So schnell sie konnte. Sie stolperte und konnte sich grade so am Geländer festhalten um sich nicht das Genick zu brechen. Kurzer Schockmoment. Sie hatte sich gefangen. Weiter geht es. Sie kam an. Den Blick in den Gang.

''HEY!'' Sie klopfte resulut gegen seine Tür. Mehrfach. Ihre Faust tat schon weh. Der Schmerz breitete sich im ganzen Arm aus. ''WACH AUF!!'' Sie wartete. Nur kurz. Dann klopfte sie weiter. Ihr war es scheiß egal ob sie andere Patienten in der Nähe aufweckt. Es dauerte. 

Dann hörte sie ein leises wimmern. Eine zittrige Stimme. ''Du hast mich also nicht vergessen?''
 Als sie seine Stimme hörte war all ihr Groll und die Wut erloschen. Seine sanfte Stimme beruhigte sie.
 ''Du musst mir was erklären. Das bist du mir Schuldig'' ''Ich bin niemandem etwas Schuldig'' Sie schluckte. Sie war ihm egal geworden. ''Ich.. Du holst mich gar nicht mehr zu dir.'' ''Warum auch? Du warst lange nicht mehr hier. Warum sollte ich dich dann holen? Wenn du mich doch vergessen hast.'' ''Habe ich nicht'' Ihr Stimme durchdrang den gesammten Abteil. Er spührte den ungewohnten Unterton. ''Was ist das in deiner Stimme?'' Sie zuckte zusammen. Lehnte gegen die Tür. ''Was meinst du? Da ist doch nichts.'' ''Doch. Ich kann es Spühren. Sag es noch mal'' ''Was?'' ''Das du mich nicht vergessen hast.'' ''Das ist doch lächerlich.'' Sie wich von der Türe. ''Du hast den Schlüssel dabei nicht wahr?'' ''Woher wus..?'' Er unterbrach sie. ''Wusste ich es doch.'' Er hatte einfach geraten. ''Ich kann dich wohl kaum fragen ob du diese Türe aufmachst.'' ''Natürlich nicht.'' ''Nein, natürllich nicht. Aber du könntest diese schreckliche Lucke öffnen.''

Ihr herz schlug schneller. Sie durfte das eigentlich nicht. Aber so konnte sie ihn sich endlich ansehen. Ihm die Akte geben. Ihn dazu befragen. Sie fand den Gedanken in Ordnung und ihr erschien es nicht falsch. Sie musste es tun. Es braucht keiner erfahren.

Die Akte legte sie auf den Boden. Tote Kakerlaken. Staub und Dreck lagen nun drunter.

Der Schlüssel glitt ins Schloss. Nur mühselig drehte er sich im Schloss um. Man war wirklich nie oft bei ihm. Sie öffnete sich. Es quitschte. Licht drang in seine Zelle.

Ihre Augen gingen immer weiter auf und ihr Atmen setzte kruz aus.

 Der PatientGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt