Chapter 01

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So schnell ich konnte putzte ich mir die Zähne, hoffentlich schaffte ich es noch rechtzeitig zum Bus.

In einer schnellen bewegung hielt ich meinen Mund unter den Wasserhahn und gurgelte. Anschließend spuckte ich die Mischung aus Zahnpasta und Spucke in den Waschbecken.

Eilig kämmte ich mir meine langen braunen Haare durch und schminkte mich einwenig.

Noch ein letzter Blick in den Spiegel, und auf meine, noch nicht ganz verheilten Narben auf der innenseite meines unterarms, und ich rannte los, runter in die Küche, wo mein Dad schon auf mich wartete.

Als ich den Geruch von Spiegelei wahrnahm, schloss ich für einen moment die Augen.

"Morgen dad!" Sagte ich und versuchte so wenig wie möglich auf das Spiegelei zu schauen. Ich spürte meinen Magen knurren, doch ich durfte nicht aufgeben. Nicht jetzt, wo ich schon ganze 5 Kilo durch nichts essen und wasser trinken verloren habe.

"Na? Gut geschlafen? Oder soll ich lieber sagen 'Verschlafen'?"

"Füße hoch, dad. Der Witz kommt flach"

Und schon brachen wir beide in Gelächter aus.

Ja, ich und mein dad, wir hatten beide einen bestimmten Sinn für Humor. Wir konnten beide für die unlustigsten Witze in schallendes Gelächter ausbrechen. Genau diese Momente liebte ich in meinem Leben. Nur ich und mein dad, die lahmen Witze und unser Gelächter.

"Ich hab dir Spiegelei gemacht, Claire. Ich dachte du hast bestimmt hunger, da du gestern so wenig gegessen hast"

"Ouh Dad! Schon so spät? Ich muss jetzt los, sonst verpass ich..."

Mein Satz wurde von einem Lauten Motor der an unserem Fenster vorbei fuhr, unterbrochen. Es war der Bus.

"Keine Angst spätzchen, ich fahr dich" Sprach er, gefolgt von einem liebevollen Lächeln.

Mist, wie soll ich mich den jetzt vor dem essen drücken?

"Eh...Dad kannst du mich auch jetzt gleich fahren?" Fragte ich unsicher, da ich auf keinen Fall die ganzen Kalorien von dem Spiegelei zu mir nehmen wollte.

"Wieso den? Gefällt es dir hier bei deinem alten Herren etwa nicht mehr?" Belustigt hob er seine augenbraue.

"Nein ich...ähm... muss noch was klären! Genau!" Erfreut über die nicht wirklich gute Ausrede blickte ich ihm mit meinem Hundeblick in die Augen. Ich wusste er konnte mir nicht wiederstehen.

"Na gut, steig ein, ich hol schnell die Autoschlüssel!" Gab er nach.

Und schon sprang ich aus der Tür raus, auf den Weg zu unserem Auto. Doch gleich machte ich wieder kehrt, da mir aufiel das ich meine Schuhe und meine Tasche vergessen hatte.

Ich zog mir eillig meine abgenutzten Chucks an und schnappte mir meinen Rucksack. Zusammen mit meinem Dad, der jetzt seinen Autoschlüssel hatte, verlies ich unser Haus, zum zweiten mal, und lief auf unser Auto zu.

Stay strong || H. S.Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt