Kapitel 11
Briefe von Daheim
Die Nachricht von Dracos Niederlage verbreitete sich sogar für Hogwartsverhältnisse unglaublich schnell, was bedeutete, dass Jack schon davon hörte bevor er überhaupt seinen Schlafsaal verließ.
Natürlich war er schon am gestrigen Abend mit Fragen bestürmt worden, doch als er sagte, dass er zu müde sei hatten die anderen Jungen ihn zähneknirschend in Ruhe gelassen. Als Simon nun völlig außer Atem rein stürmte, war Jack klar, dass es mit seiner Ruhe endgültig vorbei war.
„Jack! Dein Bruder... er hat... voll cool...", begann Simon aufgeregt, doch Jack verstand kein Wort.
„Ganz ruhig, Mann. Was ist passiert? Atme erst mal durch.", sagte Jack und versuchte dabei seine Unruhe und Panik davor, das Zari bereits was angestellt haben könnte, zu verbergen. Simon holte tief Luft und sagte: „Dein Bruder hat gestern Abend Draco Malfoy entwaffnet, ihn gegen eine Wand fliegen lassen und gedroht ihn umzubringen, falls er ihm je wieder zu nahe kommt."
Jack spürte wie ihm die Knie weich wurden. „Oh, Scheiße!", fluchte er.
„Was ist? Das ist doch mega cool!", rief Simon, „Ich wette, die Slytherins haben jetzt so viel Angst vor ihm, dass sie dich auch in Ruhe lassen." Dabei grinste er schadenfroh. Jack war allerdings alles andere als nach Feiern zumute.
„Das ist nicht cool! Er handelt sich schon riesen Ärger ein, bevor die Schule überhaupt richtig losgegangen ist. Meine Eltern werden bestimmt platzen vor Wut.", antwortete Jack zerknirscht und überlegte bereits, was wohl Dumbledore dazu sagen würde, dass Zari einen Schüler bedroht hatte. Die anderen Schüler mochten das ja für cool gehalten haben, aber keiner von denen wusste, dass Zari nicht der Typ war, der eine leere Drohung aussprach.
„Beruhig dich! Malfoy hat es nicht gemeldet und sonst auch niemand. Selbst wenn die Lehrer davon erfahren, würde Malfoy es sicher abstreiten. Welcher Siebtklässler will schon zugeben zauberstablos fertig gemacht worden zu sein?", versuchte Simon Jack zu beruhigen.
Jack war allerdings noch immer nicht beruhigt. Wenn er es schon so früh erfahren hatte, wie lange würde es dann dauern bis sein Dad oder Sirius davon erfuhren?
Das neue Schuljahr begann für Draco Malfoy nicht so gut, wie er erwartet hatte. Seine Mitschüler mochten den Vorfall mit Harry Potter vielleicht für ziemlich lustig halten, aber Draco konnte diese Meinung nicht teilen. Denn er hatte seinen Mitschülern etwas Wichtiges voraus, Draco hatte in Potters Augen gesehen, als er die Drohung aussprach und in seinen Augen hatte keine Freude, kein Scherz gelegen. Das einzige was Draco sehen konnte war eiskalte Entschlossenheit. Draco glaubte keine Sekunde daran, dass die Ankündigung ihn zu töten ein Scherz gewesen war. Nachdem Draco gestern seinen Eltern noch eine Eule geschickt hatte, war er schlafen gegangen. Es hatte bereits ein neues Bett im Schlafsaal gestanden und Potter schien zu schlafen, worüber Draco mehr als nur dankbar war. Und heute Morgen war der Neue schon lange aufgestanden, als Draco aufwachte.
Den ganzen Weg zum Frühstück musste Draco sich nun schon das Gerede und Gelächter der anderen Schüler anhören und seine Laune war auf dem Tiefpunkt. Als er die Halle betrat, sah er sich automatisch suchend um und stellte zu seiner Erleichterung fest, dass Potter sich neben seinen kleinen Bruder und dessen nervtötende Freundin an den Gryffindortisch gesetzte hatte und sich mit ihnen unterhielt. Offensichtlich war er schon fertig mit Essen.
Missmutig setzte Draco sich und begann zu essen, als plötzlich die Posteulen erschienen und er einen Brief erhielt, der mit der sauberen Handschrift seines Vaters adressiert war. Verdutzt löste Draco den Brief vom Bein seiner Eule, denn so schnell schrieb sein Vater normalerweise nicht zurück. Als er den Umschlag öffnete, fielen ein Brief und ein weiterer Umschlag heraus. Erst wollte Draco den zweiten Umschlag öffnen, entschied sich dann aber doch dafür lieber erst den Brief zu lesen, eine Entscheidung für die er wohl den Rest seines Lebens dankbar sein sollte.
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Der letzte Potter
FanfictionWas wäre passiert, wenn die Potters Sirius zu ihrem Geheimniswahrer gemacht hätten und Harry deshalb von Wurmschwanz entführt wurde? Und wie wird sich das Leben aller verändern, wenn das Geheimnis um Harrys Verschwinden 16 Jahre später endlich gelös...
