Kapitel 26
Öffentliche Bekenntnisse
„Alles in Ordnung mit dir? Du wirkst merkwürdig still seit gestern Abend.", sagte Zari und schaute Ginny besorgt dabei zu, wie sie sich anzog.
„Es geht mir gut.", versicherte sie ihm, aber auch ihr selbst viel das unsichere Zittern in ihrer Stimme auf.
Skeptisch zog Zari eine seiner Augenbrauen in die Höhe, schwieg aber und blickte Ginny nur weiterhin an. Nach fünf Minuten wurde es ihr dann zu viel und sie rief: „Alles klar! Es geht mir nicht gut!"
„Was ist es?", fragte Zari, auch wenn er ihr Problem offensichtlich schon erahnen konnte.
„Mein Problem ist das alles hier! Phoenix, Kyra, Lucrezia, der Orden... Das alles macht mich irgendwie fertig. Ich meine, dass Phoenix ihre Beziehung zu Sirius aufgegeben hat um dir zu helfen, das alles...", frustriert brach Ginny ab.
„Was genau hat Phoenix dir über ihre Trennung von Sirius erzählt?", fragte Zari und musterte Ginny aufmerksam.
„Nicht viel, nur dass sie die Wahl hatte zwischen Sirius und ihrer Familie, also euch. Und, dass sie nicht wollte, das Kyra auch noch ihren Vater verliert.", gab Ginny zu. Zari schien einen Moment lang mit sich selbst zu kämpfen, dann schloss er den Mund wieder und wandte sich ab.
Gestern hatte sich ihr gesamtes Leben grundsätzlich verändert. Alles war jetzt anders, was die öffentliche Meinung anging, so hatte Ginny Weasley nun offiziell die Seiten gewechselt, auch wenn sie selber wusste, dass das nicht stimmte. Oder?
Seit ihr gestern Abend zum ersten Mal bewusst geworden war in welcher Situation sie sich eigentlich befand und wie weit Zari zu gehen bereit war, hatte sie das Gefühl über der Welt zu schweben. Alles schien unklar, wie in einem Traum oder einem Buch, das man vor langer Zeit gelesen hatte, aber das konnte doch nun unmöglich ihr Leben sein!
Schweigend räumten beide ihre Sachen wieder ein und auch Ginny kämpfte lange damit, ob sie die Frage stellen sollte, die sie seit ihrem letzten Gespräch mit Zari beschäftigte.
„Wenn... wenn du das alles nur tust um Kyra zu beschützen... warum dann so? Warum muss es auf diese Weise geschehen?", fragte Ginny fast verzweifelt.
„Hast du denn einen besseren Vorschlag?", entgegnete Zari völlig gelassen.
„Willst du wirklich, dass deine Tochter in einer Welt aufwächst in der sie sich ständig darum sorgen muss vielleicht ins Gefängnis geworfen oder umgebracht zu werden?", hakte Ginny herausfordernd nach.
Zari blieb auch weiterhin völlig ruhig und sagte nur: „Wenn ich meinen Job richtig mache, dann wird das nicht passieren."
Ginny hätte vor Frustration darüber schreien können, dass Zari keinerlei Bedenken zu haben schien und auch die schwierige Lage ihm überhaupt nicht bewusst war.
„Und was ist, wenn dir etwas passiert?", fragte sie und reckte das Kinn trotzig nach vorne.
„Sollte das passiere habe ich dafür gesorgt, dass ...", begann Zari, doch gerade in diesem Moment klopfte es laut an der Tür und Phoenix trat ein.
„Morgen, ihr beiden!", rief sie fröhlich und jede Spur ihrer gestrigen Stimmung schien verflogen zu sein.
„Morgen.", antworteten Zari und Ginny wie aus einem Mund. Ginny zuckte leicht zusammen und sah abwesend zum Fenster hinaus. Es war ihr egal, was Phoenix jetzt denken mochte oder ob sie unhöflich war, wichtig war ihr nur einen kleinen Moment zum Nachdenken zu haben. Undeutlich konnte sie hören, wie Phoenix Zari erzählte, die Mädchen warteten in der Bibliothek auf ihn, damit er ihnen etwas vorlesen könne. Ginny war mit ihren Gedanken ganz woanders, bei ihren Eltern, ihren Brüdern und ihren Freunden, die nun alle zu Hause saßen und entweder dachten sie wäre tot oder aber, was noch schlimmer war, dass sie zur Verräterin geworden war, zu einem Menschen, den sie selbst vor drei Monaten noch zutiefst verachtet hätte. Hätte eine Freundin von ihr getan, was sie getan hatte, dann hätte Ginny sie für völlig verrückt erklärt. Wer verlässt schon seine Familie für einen Mann, den man kaum kennt und der mehr als nur unberechenbar ist?
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Der letzte Potter
FanfictionWas wäre passiert, wenn die Potters Sirius zu ihrem Geheimniswahrer gemacht hätten und Harry deshalb von Wurmschwanz entführt wurde? Und wie wird sich das Leben aller verändern, wenn das Geheimnis um Harrys Verschwinden 16 Jahre später endlich gelös...
