Kapitel 5

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Mia PoV

Meine Schritte werden schneller. Auch mein Herzschlag. Ich kann nicht um Hilfe schreien. Die Nacht verdunkelt mir die Sicht. Ich weiß nicht, wo ich bin. Nur dass er hinter mir her ist. Wie soll ich hier rauskommen?! Meine Füße tun mir schon weh und die eingeschränkte Sicht machen mir das ganze nicht leichter.

Ich versuche schneller zu werden, doch als ich einen weiteren Schritt mache, stolpere ich. Mein Fuß schmerzt so sehr wie nie zuvor, sodass ich nicht e einmal mehr aufstehen kann und ihm ausgeliefert bin.

Mein Blick wandert durch diese eigenartige Gegend. Nur Bäume. Mir rinnt eine Träne über die Wange. Ich blicke jetzt nur noch auf dem Boden. Ich hoffe, es geht schnell und so schmerzlos wie möglich.

Als seine Hand auf meine Schulter greift, zucke ich zusammen.

"Endlich.. Dachtest wohl, du könntest mir entweichen, hmm ?!"

Ich schlucke und schweige. Es ist vorbei.

"Sag doch was!! Keine letzten Hilfeschreie oder Versuche mich loszuwerden?Kein letzter Wunsch?"

Ich überlege. Schreie werden nichts bringen. Ich habe es schon versucht und es ist wirkungslos. Versuche in loszuwerden. Witzig. Mein Bein ist wahrscheinlich gebrochen also werden Versuche zu Verschwinden nicht gerade was bringen.. Mein letzter Wunsch wäre, dass er mich in Ruhe ließe. Aber das würde er nie tun. Dazu hasst er mich zu sehr.. Dabei habe ich ihn immer so behandelt wie es sich gehörte. Oder habe ich doch irgendwas falsch gemacht? Unbewusst? Mit Tränen in den Augen sehe ich zu meinen Ehemann, dem ich geglaubt hatte, dass er mich lieben würde.

"Wieso,Matt?"

"Was 'wieso'?! Du musst dich besser ausdrücken, sonst funktioniert das nicht!"

Er sieht mich abwertend an und setzt an einen Schlag an.

"WAGE ES JA NICHT!!"

Verwirrt blicke ich zu meiner rechten. Werde ich denn verrückt? Ich dachte, er steht links von mir und das tut er auch. Der 'nette' Matt fängt den Schlag von dem negativen, mich hassenden Matt ab.

"Verschwinde, ich brauch dich nicht mehr!"

Der rachsüchtige und hassende Matt wendet sich seinem Gegenteil zu.

"Hast du mich nicht verstanden?! Du wirst nicht mehr gebraucht! "

Ich verstehe nicht, was er meint. Es ist zwar nicht an mich gewendet, ich weiß, aber dass er über mich redet. Was meint er?! Es gibt zwei Seiten von Matt. Ich lernte die positive kennen und dies nur, weil das negative <Ich> von ihm mich so sehr abgrundtief hasst, dass er mich umbringen will?! Das kann doch nicht sein!!

"Ich liebe sie aber!! Verschwinde doch selbst!"

"Ich liebe sie auch!"

"Deswegen jagst du ihr hinter her, beleidigst sie und versuchst sie zu schlagen?! Das ist keine Liebe! Verschwinde!!"

Mein Blick verfolgt jede einzelne Reaktion und Bewegung der beiden. Was wird passieren, ist das einzige, was ich mich frage. Denn die Angst ist zu groß, meine Große Liebe zu verlieren beziehungsweise selbst sterben zu müssen. 

Die positive Seite von ihm zückt ein Messer aus seiner rechten Hosentasche und bewegt sich auf sein anderes Ich zu.

"Tu es nicht, du wirst es bereuen. Glaub mir!!"

Als er es ausspricht fährt ein kalter Wind über meinem Körper und ich beginne zu zittern. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie glaube ich ihm. Doch sein Gegenteil scheint es nicht zu tun. Er nähert sich ihm immer weiter.

"Willst du sie denn wirklich verlieren?"

"Ich würde alles tun um ihr Leben zu retten, auch wenn das heißt, dass ich meins dadurch beenden muss.."

Verwirrt blicke ich zu den beiden. Mein Matt ersticht seinen gegenüber und sackt darauf selbst zusammen.

"NEIIINNN!!!"

Schweiß rinnt mir über die Stirn und ich merke, wie mich alle ansehen. Vor allem Matt sieht mich besorgt an. Als er mir über die Wange fahrt, zucke ich zusammen.

"Nicht.. bitte nicht.."

Er sieht mich traurig an und nickt. Ich setze mich auf und wickel mich in eine der Decken. Weg von Matt und den anderen kauere ich mich in die hinterste Ecke der kleinen Kutsche zusammen.

Lukas PoV

Ich stupse meine Schwester an. Sie blickt sofort zu mir. Verständlich. Ich habe ja die letzten Tage, Wochen - nein Monate- kaum beziehungsweise gar kein Gespräch geführt und schon gar nicht begonnen.

"Glaubst du ihr geht's gut?"

Sie zieht eine Augenbraue hoch und blickt mich fast lachend an.

"Sieht sie so aus als ginge es ihr gut?"

"Steph, das ist nicht witzig. Ich wollt nur fragen.. Vielleicht weißt du ja was?!"

Sie schüttelt den Kopf.

"Ist irgendwas passiert?"

"Keine Ahnung."

Ich schüttel den Kopf. Toll, wie sollen wir Mia helfen ohne zu wissen, weshalb sie so komisch ist?!

Ich setze mich auf und blicke zu Mia. Sie hat sich 'zu einer Kugel zusammen gerollt' und schluchzt leise. Wie soll ich ihr also helfen? Ohne nachzudenken stehe ich auf und gehe leise zu ihr. Fast empörte Gesichter betrachten mich als ich zu ihr gehen.

Okay.. Was ist denn mit ihnen los? Mia braucht jetzt jemand, der sie umarmt. Was ist so schlimm daran?

Ich knie zu ihr, streiche ihr vorsichtig über ihren Rücken. Bei der ersten Beruhigung zuckt sie zurück, wird aber nach der nächsten immer lockerer. Ich nehme sie jetzt ganz in meine Arme. Ihre Schluchzer werden lauter, werden aber schnell wieder leiser.

"Lukas?"

"Hmm?"

Sie zieht mich unter die  Decke, verharrt aber immer noch in unserer Umarmung.

"Danke.."

Ich schweige und streiche ihr wieder in ruhigen Zügen über ihren Rücken.

The Life After The Hungergames 2Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt