[Entwurf]
Es war wieder so ein Tag. Ein Tag voller Lustlosigkeit.
Draussen trommelte der Regen schon den ganzen Tag gegen die kühlen Scheiben. Ein weiterer Grund nur in meinem Zimmer zu hocken. Schon seit einigen Tagen hatte ich mich in meinen vier Wänden verbarrikadiert.
Ich mochte Ferien, klar, aber dann kamen sie meistens wieder: meine Lustlosigkeit, die negativen Gedanken, die mich wie Nadeln piesackten und schlecht redeten.
Es war ein unendlicher Kampf gegen mich selbst.
In regelmässigen Abständen wechselte ich zwischen meinen Socialmediaplattformen; scrollte durch Instagram, schaute ein paar unlustige Videos auf YouTube an, oder regte mich über einige Tweets auf, ehe ich erneut auf eine neue Snapchatstory hoffte.
Ich hätte was anderes machen können, aber dazu fehlte mir einfach die Kraft.
Aber warum versuchte ich es erst? Warum sollte ich aufstehen? Es würde mir ja eh nichts bringen. Dann würde ich eben in meinem Bett versauern, wird schon niemanden jucken...
Also blieb ich liegen. Wie jedes Mal. Stand nur für den Pizzaliferanten und den Gang zur Toilette kurz auf, ehe ich mich seufzend wieder in mein ach so heiliges Bett warf.
Ich hatte die Pizza schon halb aufgegessen, als plötzlich mein Handy aufleuchtete. Mit meinen fettigen Fingern gab ich den Zahlencode ein und öffnete die Nachricht; Osaft hatte mir eine Memo geschickt. Seufzend pausierte ich meine Musik und liess die Memo laufen: „Heiii maudadooo. Wahrscheinlich schläfst du noch oder so. Ist ja erst 14:12..", er lachte kurz,
„wie auch immer. Schon ultra lang nix mehr gehört. Nachher Lust was zu Zocken?
Joa.. sonst.. schlaf' gut? Und ähm... bis später oder so.. schreib mir einfach."
Ich musste bisschen schmunzeln. Er hatte an mich gedacht!
Aber hatte ich Lust aufzustehen, meinen PC aufzustarten, Discord zu öffnen und was zu spielen...? Meh.. nur schon der erste Punkt schien mir zu anstrengend..
„Sorry.. aber passt gerade schlecht.. vielleicht ein ander Mal? :)"
, antwortete ich ihm knapp. Ich hatte keine Lust auf reden. Oder Menschen. Zumal ich sogar nur für diese Audio meine Musik pausieren musste..
Ich wollte gerade wieder offline gehen und weiter Musik hören und mich selbst bemitleiden, als sich das online unter seinem Namen in ein schreibt veränderte.
„Das sagst du schon seit einer Woche jetzt.. was ist los?"
War alles, was er mir antwortete.
Schon eine Woche? Moment, hatte ich jetzt eine Woche kein Video hochgeladen? Ups?
Ich glaubte meinen Worten selber nicht, als ich sie eintippte und zögerte auch eine Weile, ehe ich endgültig auf senden drückte.
„Nix. Alles gut :)"
In der nächsten Sekunde bereute ich es. Osaft kannte mich gut. Schon fast zu gut.. denn im nächsten Augenblick klingelte mein Handy.
Lange überlegte ich auf welchen der beiden Knöpfe ich drücken sollte. Annehmen oder ablehnen? Rot oder grün?
Aus mir unerklärlichen Gründen wanderte mein Finger auf 'annehmen' und ich erschrak ein bisschen, als ich plötzlich seine Stimme im Ohr hatte: „Hei maudado.. alles in Ordnung?" - „Hei.." Oh shit.. das klang zu weinerlich.. schnell setzte ich ein Lächeln auf: „Äh, ja. War nur eben bisschen unpassend, meinte ich ja.. war.. viel Stress die letzte Woche, sorry.. Prüfungen und so.. Uni halt."
Ganz schlechte Lüge, Maurice. Manchmal frag ich mich echt, weshalb man überhaupt mit dir redet, wenn ich ihm einfach so in die Fresse lügen kann.. wer will bitte so einen Freund? ...insofern er mich überhaupt als „Freund" ansah..
Osaft klang nicht wütend, eher beleidigt:
„Maudado, lügen kannst du bei wem anders.. du hast mich zwei Wochen lang damit aufgezogen dass du Ferien hättest und den ganzen Tag zu Hause rumgammeln würdest.."
Mist. Eigentor. Gut gemacht, Dado, echt.
„...ja.. mir.. geht's nur gerade nicht sooo gut. Aber is' schon okay. Mach dir bitte keine Sorgen, okay?" nicht um mich..
Die letzten Worte hatte ich nur in Gedanken hinzugefügt.
„Soll ich zu dir kommen und eine leckere Buchstabensuppe à la Osaft kochen?", schlug er leicht grinsend vor.
Ich verdrehte nur belustigt die Augen: „Nein, schon gut. Mach dir keine Umstände, bitte. Ist nur 'ne leichte Grippe oder so, nichts Schlimmes.."
Bisher hatte ich mich immer mehr oder weniger erfolgreich vor einem Treffen drücken können. Nicht, dass ich Fabian nicht treffen wollen würde, vielmehr hatte ich Angst davor. Und ich war viel zu hässlich und ranzig für ihn...
Er hatte mich zwar schon das ein oder andere mal auf Snapchat vollgespamt und wusste auch, wie ich aussah, aber mit Filter kann man so einiges kaschieren.
„Sind keine Umstände, aber dann halt ein ander Mal. Gute Besserung. Schreibst du, wenn's dir wieder besser geht?"
Und ein kurzer, zustimmender Laut meinerseits später, war ich auch schon alleine in der Leitung.
Seufzend machte ich wieder Depressed-Playlist an und setzte meinen Socialmedia-Kreislauf fort, während ich mich selbst bemitleidete.
Ein Klingeln an der Tür liess mich aufzucken.
Bestimmt nur irgendeine Paketlieferung, die ich wieder verdrängt hatte.. ich kaufte mir in letzter Zeit viel zu viele Sachen mit meinem nicht vorhandenen Geld.
Träge erhob ich mich aus meinem Bett und schlurfte Richtung Tür.
Reflexartig wischte ich mir über die Augen, als ich erkannte wer genau vor meiner Tür stand. „Osaft?!" - „jaaa.. Äh.. hei oder so?", er lächelte mir freundlich entgegen, sodass ich bedrückt auf den Boden starrte.
„Warum bist du hier..?"
„Naja.. ich hatte nichts zu tun und du bist krank.. muss ja nicht dringend Buchstabensuppe sein..", erklärte er. Irgendwie war das ja schon echt süss von ihm.
„Ich.. brauche nichts.. echt nicht. Will dich ja nicht anstecken..". Reflexartig zog ich meinen Hoodieärmel etwas runter und hustete gespielt.
„Och komm her, Dadolein."
Und dann nahm er mich in den Arm.
Alles verkrampfte sich. Es war mir sichtlich unwohl und unfassbar schwer, meine Tränen zurückzuhalten. Gerade wollte ich eigentlich nur alleine sein, traurige Musik hören und mich heulend in meinem Bett mit 2 Kilo Frustschokolade selbst bemitleiden. Aber stattdessen lag ich in den armes meines wohl besten Freundes.
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YouTuber - OneShots.
FanfictionEine kleine OneShot-Sammlung. Ich schreibe hier irgendwelche OneShots, die mir gerade so im Kopf rum schwirren. Ich schreibe unglaublich gerne und gebe auch mein bestes, aber bitte erwartet hier keine Autor-gleichen Geschichten. Es ist lediglich...
