Die Pflichten eines Königs
Sage stand noch immer an der Tür und beobachtete seinen Vater, welcher schon seit einigen Minuten durch den Raum tigerte.
Sira saß aufrecht in dem Bett fuhr sich müde übers Gesicht.
,,Das ist wirklich ein Problem, Sage. Wo ist Frey jetzt? Soll ich noch einmal mit ihm reden?", schlug sie vor und sah erst zu dem Prinzen und dann zu dem König.
,,Das wird sich nichts bringen! Hast du ihm nicht zugehört!? Frey hat sich verliebt. Dazu auch noch in einen Menschen.....in einen Mann!", knurrte Severin und warf seiner Königin einen scharfen Blick zu.
,,Frey weiß doch nicht einmal was Liebe ist. Er ist ein dummer Junge.", schüttelte der Feenkönig den Kopf.
,,Frey ist bei weitem kein dummer Junge! Er hat sich für diesen Menschen entschieden und gegen seine Flügel! Vielleicht hat sich dein Sohn wirklich verliebt! Ich bitte dich Severin! Sie doch einmal drüber hinweg! Frey hat nicht unrecht! Du hast doch das Gesetz schon mal geändert. Lass den Menschen hier leben! Du merkst doch selbst, wie wichtig er unserem Sohn ist. Es ist doch nur ein mickriges Menschenleben, ein paar Jahrzehnte, mehr nicht. Es muss doch niemand wissen.", die Frau war aufgestanden und hatte sich zu ihrem Geliebten gestellt.
,,So einfach ist das nicht, Sira. Frey muss seine Lektion lernen. Geh jetzt, Sage. Es ist spät und auch du solltest auch schlafen.", nickend verließ der Feenprinz die Gemächer seiner Eltern und eilte durch die Gänge in seine eigenen.
~**~
Frey lief zurück in seine Gemächer. Ash hatte ihn tatsächlich geküsst. Noch immer spürte der Junge das Kribbeln, das die Lippen des jungen Mannes auf den seinen hinterlassen hatten.
Mit seinen Fingern fuhr er sich über seine rosigen Lippen.
,,Ash hat mich wirklich geküsst.", ein leichtes Grinsen breitete sich auf dem Gesicht der Fee aus. Für einen Moment, vergaß er seine und Ashs Situation.
,,Was grinst du denn so?", knurrte Rowan welcher plötzlich hinter ihm aufgetaucht war und nun neben ihm her lief.
,,Was willst du, Rowan? Ich bin müde und wenn es dich nicht stört, würde ich gerne schlafen gehen.", meinte der kleinere der beiden abweisend und lief ein wenig schneller, doch der dunkelblauhaarige zog seinen jüngeren Bruder an dessen Handgelenk zurück.
,,Ich will, dass du eines weißt. Ich werde alles dafür tun, dass dein kleiner Menschenfreund, das bekommt, was er verdient und wenn ich dir dafür, eigenhändig deine Flügel ausreißen muss um ihn damit zu verletzen. Denkst du wirklich, dass ich nicht bemerkt habe, dass zwischen euch etwas ist? Ich bin mir sicher, dass es deinen kleinen Menschen ziemliche Schmerzen bereiten würde, dich leiden zu sehen. Mir hingegen ist das egal.", knurrte Rowan und stellte sich vor den jüngsten Prinzen.
,,Habe ich dir eigentlich irgendwann mal etwas getan? Warum hasst du mich so?", flüsterte Frey kleinlaut und schlang seine Arme um sich selbst.
Er kam sich vor seinem Bruder immer schutzlos und völlig auf sich allein gestellt vor.
,,Ich hasse dich doch nicht, kleines Brüderchen. Ich hasse deine Unschuld, deine Jugend ich hasse einfach deine Freiheit! Du kannst den ganzen Tag lang, tun und lassen was du willst! Niemand verlangt etwas von dir! Und niemand ist dir böse, wenn du Tage lang verschwindest! Ich habe Vaters Befehle ohne einen einzigen Ton ausgeführt...du siehst ja was passiert ist. Dein Mensch hat meine Flügel zerstört. Du weißt nicht, wie sich das anfühlt....noch nicht. Damit du eines weißt, Kleiner. Wenn Vater dir deine Flügel nicht abtrennt, werde ich sie dir eigenhändig abreißen und sie über meinem Kamin aufhängen, während ich dir dabei zusehe, wie du elend an deinen Schmerzen zu Grunde gehst.", der blauschwarzhaarige wagte es nicht aufzusehen.
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Blüten im Wind
Teen FictionZwischen Menschen und Feen herrscht seit Jahrhunderten eine tiefgehende Feindschaft. Über die Jahre, hat sich ein Wald an den beiden Königreichen gebildet, der nun als Herrschaftsgrenze dient. Durch einen Hinterhalt wird Ash schwer verwundet an der...
