Am nächsten Morgen, wachte Remus als erster auf, er hatte die Nacht so oder so nicht gut schlafen können. Heute war immerhin wieder einmal seine Verwandlung. Er wollte die anderen nicht aufwecken, weshalb er sich kurz umzog und dann runter in den Gemeinschaftsraum und raus in die Korridore ging. Er hatte kein besonderes Ziel, wusste aber das ihn seine Beine beinahe automatisch zum Astronomie Turm tragen würden. Das war immer seine erste Anlaufstelle, wenn er seine Ruhe wollte oder einfach mal nachdenken musste. Als er die Treppe hoch ging hörte er jedoch Stimmen. So schnell und leise Remus konnte, ging er in den unteren Bereich, wo ein Loch war, durch das er gucken konnte. Was er dort sah verschlug ihm den Atem. Regulus stand dort mit Avery. Er konnte sich ein erschrockenes Aufstöhnen nur schwer verkneifen. Eigentlich hätte Regulus Gestern in der Position des Todessers sein müssen- vielleicht würde Remus jetzt mehr erfahren.
,,Und du bist dir sicher?"
Avery guckte Regulus skeptisch an, dieser nickte jedoch mit gespieltem Selbstbewusstsein.
,,Ja, es wäre das Beste, wenn ich mich erstmal im Hintergrund halte."
,,Recht hast du auf jeden Fall. Wegen deinem Fehlschlag wärst du fast von der Schule geflogen. Dann hätten wir ein echtes Problem gehabt. Ich kann es echt immer noch nicht fassen, dass Dumbledore dich einfach wieder aufgenommen hat. Ich habe fast das Gefühl, dass da mehr dahinter steckt."
Regulus schüttelte, nach Remus Meinung, etwas zu schnell den Kopf. Avery schien aber nicht darauf zu achten.
,,Das liegt alleine daran, dass meine Eltern einen großen Einfluss haben. Das müsstest du doch eigentlich wissen. Eigentlich hättest du ihn ausschalten sollen- ach nein, warte. Du warst ja zu ängstlich dazu."
Avery nahm sofort eine beschützende Pose ein.
,,Hey! Das stimmt nicht und das weißt du auch! Immerhin hast du den Auftrag bekommen und nicht ich! Hätte ich es machen müssen, hätte es auch funktioniert! Und ich hätte mich nicht so lange davor gedrückt!"
Regulus warf ihm einen wütenden Blick zu.
,,Wie auch immer, Black. Ich habe noch das ein oder andere zu erledigen. Verhau in der Zwischenzeit keine anderen Aufträge."
Bevor Regulus etwas erwidern konnte, war Avery schon die Treppe hinunter gegangen. Deswegen musste sich Remus auch schnell hinter einer Wand verstecken. Als Avery weg war, trat Remus wieder vorsichtig hinter der Wand hervor.
,,Unauffälliger hättest du nicht sein können, Lupin. Alle Achtung. Kurze Frage, hast du dich damals beim Verstecken spielen auch immer vor den Sucher gestellt?"
Remus drehte sich blitzschnell um, da Regulus plötzlich hinter ihm stand.
,,Sehr lustig, Regulus."
,,Spaß beiseite, Lupin. Was willst du hier? Spionierst du mir jetzt für den Rest des Jahres nach?"
,,Glaub mir, ich habe besseres zu tun. Ich war tatsächlich nur zufällig hier. Die eigentliche Frage ist: was machst du hier? Soweit ich weiß, wurdest du von der Schule verwiesen."
Regulus sah kurz zu Boden und dann wieder hoch zu Remus.
,,Dumbledore hat mir eine zweite Chance gegeben."
,,Weil deine Eltern ihn oder Hogwarts bedroht haben?"
Remus' gegenüber lachte kurz auf.
,,Avery glaubt alles was ich ihm erzähle, aber nein. Meine Eltern hatten damit nichts zu tun. Dumbledore hat sich gemeldet, nicht meine Eltern."
,,Warum machst du das alles Regulus?"
Sirius' Bruder sah ihn einige Zeit lang ernst und düster an, bevor er seufzte und seine Gesichtszüge weicher wurden.
,,Okay, hör gut zu Lupin, ich sage dir das jetzt nur, weil mein Bruder dich gut leiden kann. Ich möchte das alles nicht. Und ich wollte das alles auch nicht. Du weißt nicht wie sehr ich Sirius bewundere, dafür dass er mutig genug war sich gegen unsere Eltern zu stellen. Ich- ich hätte mir nur gewünscht, dass er es mit mir gemacht hätte. Dass er mich mit genommen und nicht einfach in diesem kalten und dunklen Haus zurückgelassen hätte. Ich bin nicht ansatzweise so mutig wie er- wie du. Ich bin anscheinend nicht einmal so mutig wie Pettigrew, nach seiner Rettungsaktion."
,,Du bist mutiger als du denkst. Und ich kann dir genau sagen, wie sehr Sirius es bereut dich zurückgelassen zu haben. In einem Haus und keinem Zuhause. Er macht sich große Vorwürfe, gibt sich für vieles die Schuld. Wenn du auf ihn zu gehen würdest, dann-"
,,Dann würden meine eigenen Eltern mich umbringen. Du verstehst es nicht, Lupin. Ich habe keine Wahl."
Remus schüttelte seinen Kopf und sah Regulus direkt in die Augen.
,,Man hat immer eine Wahl."
Regulus ließ seinen Blick wieder auf den Boden wandern. Er spannte den Kiefer an als er wieder hoch zu Remus sah.
,,Ich weiß aber nicht ob ich mutig genug bin, um die richtige Entscheidung zu treffen. Ich muss jetzt los, wenn wir gesehen werden bin ich in den größten Schwierigkeiten meines Lebens. Oh, und ich hoffe, dass du keine Folgen von dem Fluch davon getragen hast."
Regulus ging schneller als das Remus etwas erwidern konnte.
,,War das gerade eine Entschuldigung?" Fragte Remus leise und eher sich selbst. ,,Ja!" Hörte er eine Stimme die von den Treppen aus kam.
Leicht Lächelnd ging Remus die letzten Stufen zum Geländer hoch, wo er sich anlehnte und das Schloss und die Ländereien betrachtete. Das Gespräch hatte Remus neue Hoffnung geschenkt, trotzdem fragte er sich warum Dumbledore ihm nicht gesagt hatte, dass Regulus wieder nach Hogwarts kommen würde.
Am Abend saß er in der Bibliothek, wo er sich durch einige Bücher las, bis er auf einmal auf die alte Uhr hinter ihm sah. ,,Bei Merlin! Nur noch 10 Minuten!" Fluchte er und rannte los, um in den Krankenflügel zu gelangen.
,,Remus? Ich wollte gerade losgehen!"
Madam Pomfrey sah ihn überrascht an.
,,Ich war gerade eh noch unterwegs."
Remus musste erstmal ordentlich Luft holen.
,,Dann mal los."
Remus folgte ihr aus dem Schlosstor, über den Hof bis hin zur Peitschenden Weide.
Dort warf sie einen Stock auf die wichtigste Stelle am Baum, woraufhin Remus zum kleinen Eingang, der jetzt ruhigen Weide, lief. Als er hinein gestiegen war, warf er den Stock wieder weg. Madame Pomfrey verschwand nun wieder im Schloss. Remus ging hingegen den langen, schmutzigen und kleinen Gang entlang bis er zu einer Tür kam, die in das altbekannte Zimmer führte der heulenden Hütte führte. Langsam setzte er sich auf den Boden und schloss die Augen.
Seine schmerzhafte Verwandlung begann, durch welche er zu einem selbst gesteuerten Werwolf wurde. Die Tür ging auf und zwei statt drei andere Tiere kamen rein. Ein Hund und ein Hirsch. Moony heulte auf und beschnupperte Krone und Tatze. Heute war Moony relativ ruhig und so legte er sich einfach auf den Boden, da ihn die beiden Tiere nicht rausließen. Moony war heute nicht zum kämpfen zu Mute. Tatze und Krone legten sich an die Tür und warteten. Der Werwolf konnte seinen Blick nicht von dem Hund abwenden, dieser konnte dies aber anscheinend auch nicht. Irgendwo her kannte Moony diese sturmgrauen Augen. Sie waren ihm so vertraut, doch der Werwolf konnte nicht wirklich klar denken. Tatze hingegen genoss es ihm in die grünen Augen schauen zu können. Nach zwei geschlagenen Stunden legte Tatze sich weiter in die Mitte vom Raum, da Krone war einfach eingeschlafen war. Wäre Moony nicht so ruhig, hätte Tatze ihn sofort geweckt, aber so konnte er auch alleine aufpassen. Moony beobachtete alle seine Schritte und stand schlussendlich auf. Er ging langsam auf den Hund zu, der jetzt hoch guckte. Der Werwolf legte sich aber nur neben ihn. Moony legte beruhigt seinen Kopf auf seine Pfoten und schloss die Augen. Tatze war überrascht, legte sich aber auch hin.
Als Remus sich zurück verwandelte, ging Tatze wieder zu Krone. Remus verwandelte sich unter Schmerzen und schreien zurück. Ein paar mal winselte der Hund und sah weg. Als Remus wieder der alte war verwandelten sich auch James und Sirius zurück. Sie halfen ihm zum Krankenflügel und gingen dann schlafen, denn neue Wunden gab es heute nicht. Remus musste durch die Verwandlungsschmerzen aber trotzdem da bleiben...
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These Days {Remus x Sirius}
Fiksi PenggemarIn Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei, lernten sich am 1. September 1971 vier Jungen kennen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Trotzdessen teilten sie auch viele Gemeinsamkeiten... Sie nennen sich selbst 'Die Rumtreiber'. Ein eing...
