Nachdem ich mich erfolgreich aus dem Anwesen geschlichen habe, traf ich in der riesigen Garage auf meine Gruppe. Aidan hatte anscheinend noch nichts gemerkt, was wir jetzt zu unserem Vorteil nutzen mussten. Die meisten Gäste waren noch am Tanzen und Feiern. Vom weiten sah ich wie Jessica angelehnt an unseren Waagen stand. Sie schien total entspannt zu sein. So war sie schon immer. Aber manchmal war ihr Verhalten genau was ich brauchte.
"Wo ist Jack?", fragte ich erschöpft und lief schnell auf sie zu. Mein Kleid nervte mich nur noch." Keine Sorge er sitzt schon im Auto. Ich habe auf dich gewartet. Bellamy liegt übrigens in Kofferraum" "Gut, hast du ihn überprüft, ob er irgendwelche Ortungsgeräte dabeihat?", meinte ich und lehnte mich auch an das Auto. Ab hier durfte nichts mehr schieflaufen. Alle Kameras waren immer noch abgeschaltet. Jessica richtete sich wieder auf und zupfte ihr Kleid gerade. "Natürlich ich bin Profi!" Danach zwinkerte sie mir zu und öffnete uns die Tür. Im Endeffekt war unsere Mission erfolgreich gewesen. Hoffentlich würde Charlotte das genauso sehen.
"Jetzt sollten wir lieber los, denn ich kann mir schon vorstellen was du mit diesen Männern gemacht hast."
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Unser Fahrer brachte uns in ein altes großes Anwesen außerhalb der Stadt. Dort war schon alles weitere vorbereitet und das Grundstück wurde streng von unseren Leuten bewacht. Charlotte sollte bald auch dazu kommen, weil unsere Arbeit war noch lange nicht beendet. Mein Adrenalinspiegel hatte sich wieder gesenkt und ich freute mich über unseren Erfolg.
Neben mir sah ich wie Jessica auf ihrem Sitz eingeschlafen ist. Sie musste wahrscheinlich Schlaf nach der Nacht mit Fernando nachholen. Am liebsten hätte ich jetzt mit Jessica darauf angestoßen, aber wir hatten keinen Alkohol dabei. 'Meine Tante hat es wirklich geschafft mich zur Alkoholikerin zu machen.' Mein Herz fing an schneller zu schlagen, als mich Jack auf einmal anstupste.' Was wollte er?' Genervt drehte ich mich zu ihm und er grinste mich nur komisch an. 'Ich sag's euch dieser Typ benimmt sich wie eine schwangere Frau.'
Er lehnte sich zu mir und murmelte mit einem weiten Lächeln im Gesicht:" Am Ende hast du es wieder einmal geschafft. Es tut mir leid, wenn ich dich manchmal unterschätze, denn das sollte lieber keiner tun." Perplex zwang ich mich zu einem Lächeln. 'Was sollte ich den antworten? Danke, dass du es wertschätzt das ich eine gute Killerin bin?'
"Danke, aber deine Hackerkünste haben auch sehr geholfen." Auf meine Antwort hin schüttelte er leicht den Kopf. Plötzlich nahm er meine kalte Hand. Diese Situation wurde immer grotesker für mich. Ich fühlte mich zunehmend unwohl. 'Ah Luna du kannst nicht mal ein Kompliment annehmen wie ein normaler Mensch.' "Ah komm du hast alles bis ins kleine Detail geplant.", als er das sagte holte er eine große Flasche aus seiner Jacke und überreichte sie mir. Diesen Anzug sollte er öfter tragen. Ich sah in seinen Augen diese Ehrlichkeit, die ich so an ihm schätzte. Auch wenn wir unsere Schwierigkeiten hatten, war er mir trotzdem sehr wichtig. Seitdem Collage gehört er zu meinen wichtigsten Menschen, die mir sehr viel bedeuten und dass trotz des Vorfalls auf Jessicas Party. Außerdem machte ich ihm sein Leben manchmal schwerer als es schon war. 'Ich bin eine schlechte Freundin' Vielleicht sollte ich mal nicht alles überdenken. Dieser Moment war einfach perfekt zwischen uns. Alles war so echt...
"Jetzt müssen wir darauf anstoßen Luna! Bevor Jessica aufwacht und wir mit ihr teilen müssen."
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Müde versuchte ich meine Beine zu strecken, während ich meine Augen leicht öffnete, doch irgendwas hinderte mich daran mich auszustrecken. Mein Kopf schmerzte leicht und die Sicht war leicht benebelt. 'Was ist Gestern passiert?' Verwirrt ging ich die Ereignisse der letzten Nacht durch. Wir waren auf dem Heimweg und haben dann den Erfolg gefeiert? An das was danach passiert ist konnte ich mich nicht erinnern.
Ich zog die Decke näher an mich und genoss die umhüllende Wärme um meinen Körper. 'Einfach mal nichts tun.' Kurz bevor ich wieder eingeschlafen war, schaltete sich mein Gehirn zum Glück wieder ein und eine schreckliche Erkenntnis machte sich in mir breit. 'Fuck, wieso bin ich nackt?' Sofort wurde mir bewusst, dass ich absolut am Arsch war. Ich traute mich nicht meine Augen zu öffnen, da ich panische Angst vor der Realität und meinem Fehler hatte. 'Jetzt kannst du es auch nicht mehr rückgängig machen? Was hast du dir auch nur dabei gedacht?' Alles wurde nur noch mehr schlimmer, als ich lautes Schnarchen direkt neben mir hörte. Leider hat sich meine schlimmste Befürchtung bestätigt, so dass ich planlos liegen blieb. Ich spürte, wie er seinen Arm um mich legte. 'Es wird immer schlimmer! Wo ist Jessica wen man sie mal braucht?' Langsam versuchte ich unbemerkt aus dem Bett aufzustehen, denn ich durfte keinen Lärm machen. Bewusst nahm ich mir vor danach so zu tun als sei das alles nie passiert. 'Vielleicht sieht er es genauso?' Immerhin war das nur ein betrunkener Fehler nach einer erfolgreichen Mission.
Ich hob meine Sachen vom Boden auf und zog mir einen schlichten Bademantel über. Ein letztes Mal drehte ich mich zum Bett und schaute ihn ein letztes Mal an, bevor ich aus der Tür ging. Nachdem ich durch den langen Flur in die Küche ging, konnte ich erleichtert ausatmen. 'Das ist niemals passiert.'
"Ich habe dich schon erwartet. Na, ausgeschlafen?" Seelenruhig sah ich wie Jessica am Esstisch Frühstück aß. 'Weiß sie es?' Unsicher setzte ich mich zu ihr. Sollte ich mit ihr darüber reden, auch wenn es im Streit enden könnte? Unsere Bediensteten brachten mir mein teures Frühstück. "Also willst du nicht mit mir darüber reden? Sehe ich das richtig?", stellte sie klar und zog eine Augenbraue hoch, wobei sie ihren Kopf leicht schief legte. 'Bitte nicht du noch...' Daraufhin umklammerte ich mein Besteck fester, ehe ich anfing zu reden. "Ich wüsste nicht, worüber wir reden sollten." Damit konnte ich sie nicht überzeugen. "Ihr habt mich einfach schlafend im Wagen zurückgelassen, aber irgendwann bin ich dann doch aufgewacht und ins Haus gegangen. Ich konnte keinen von euch finden und das Schlafzimmer war abgesperrt, also könnte ich mir meinen Teil schon denken. Komisch ist nur das du nach meiner Geburtstag Party zu mir meintest, dass es ein bedeutungsloser Fehler war, du es trotzdem wieder gemacht hast. Als deine beste Freundin würde ich gerne wissen ob da nicht doch mehr ist. Sei doch bitte wenigstens ehrlich zu mir." Ihre Enttäuschung sah ich in ihren blauen Augen. Niemals könnte ich sie anlügen.
"Keine Ahnung. Ich kann mich nicht erinnern. Anscheinend ist es einfach passiert und ich kann es mir nicht erklären, wieso es dazu gekommen ist. Jedoch weiß ich, dass ich nicht verliebt bin. Ich bin gerade einfach verwirrt und möchte es am liebsten rückgängig machen, da ich ihn nicht absichtlich verletzen will." Hoffentlich glaubte sie mir. Verständnisvoll nickte sie mir zu und wandte sich wieder ihrem Essen zu. Fühlte ich mich schuldig? Eigentlich waren wir beide schuld.
Dann wollte mich nicht umdrehen, weil sich laute Schritte näherten. "Luna du musst dich jetzt um den Gefangenen kümmern, da ich ganz dringend doch zurück nach New York muss. Diese Mission müsst ihr allein zu Ende bringen.", hörte ich Charlottes fordernde laute Stimme hinter mir. Noch nie war ich so froh Charlotte wiederzusehen. Genau im richtigen Augenblick. 'Ihr Timing ist perfekt' Ich stand auf und ließ die Bediensteten meinen Platz abräumen. Es wird Zeit für gute Ablenkung. "Ich werde mich sofort um ihn kümmern."
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Mein Verderben
HorrorDas verlangende Gefühl nach Rache ist der Beginn eines gefährlichen Spiels in dem sich zwei gebrochene Menschen verfangen. Luna und Bellamy sind sich auf dem ersten Blick alles andere als ähnlich. Während er ein wildes Leben voller Kriminalität, Dro...