Kapitel 8 {play date}

125 96 10
                                    

Song: 《 Born to die》(Lana Del Rey)

Es wurde Zeit sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren, wobei ich sicher gehen musste, dass Bellamy kooperieren würde. Leider ist es keine Option ihn umzubringen. ´Leider.´ Noch immer gab es keine Anzeichen, dass Aidan etwas gemerkt hatte. Demnach hatten wir genug Zeit, um uns auf andere Dinge zu konzentrieren, so dass meine persönlichen Ziele jetzt im Vordergrund standen. Das Gefühl endlich nah an dem zu sein, was ich mir schon lange gewünscht habe, war atemberaubend. Die sonst immer präsente Leere in mir drinnen war verschwunden. Leise summte ich mein Lieblings Lied beim Duschen.
In meinem Kopf ging ich meine Möglichkeiten durch, die ich mit Blondie hatte. Der Arme war naiv und diese Dummheit wird bestraft. Typisch für meine Tante verpasste sie den ganzen Spaß wegen ihren ganzen Terminen. Das Verdrängen der letzten Nacht funktionierte zunehmend besser und ich stieg freudestrahlend aus der Dusche. Dieses Badezimmer war riesig, luxuriös und modern, obwohl es ein älteres Anwesen war. Die Bediensteten leisteten gute Arbeit, alles war sauber und ordentlich.
Ich zog mir schlichte dunkle Sachen an, falls ich ihn Foltern sollte. Die Vorfreude stieg von Minute zu Minute. Bald würde ich endlich mehr Antworten haben Ein kurzer Blick in den Spiegel offenbarte, dass ich an meinem Hals einen Knutschfleck hatte. 'Hat er nicht gemacht!' Mit etwas Make-Up versuchte ich es zu kaschieren, aber der Fleck wollte einfach nicht verschwinden. 'Naja was soll's..'
-
Grinsend stand ich vor dem dunklen Kellereingang. Mein fünfzehn Jahre altes Ich würde mich zurückhalten, um mich auf die Verwerflichkeit meiner moralischen Werte hinzuweisen. Allerdings ist dieser Zug ist schon lange abgefahren. "Soll ich mitkommen?", fragte mich Jessica und gab unseren Sicherheitsleuten ein Zeichen uns allein zu lassen. Die Wachmänner verstanden was ich vorhatte. "Später vielleicht. Erstmal gehört er ganz mir, denn wir haben da noch was zu klären. Sag mir Bescheid, wenn Jack irgendwann aus dem Zimmer kommen sollte.", sagte ich lachend und lief die Treppenstufen hinunter. Hier unten war es um einiges kälter als oben, weswegen mich ein leichter Gänsehautschauer durchzog. Nur einzelne Lampen bildeten eine Lichtquelle. Diese Dinge führten dazu, dass die Atmosphäre beklemmend und düster war. Es wirkte fast schon wie im Gefängnis. 'Weckt doch alte Erinnerungen.'
Grinsend lief ich in den abgeschirmten dunklen Raum hinein. "Der Teufel höchst persönlich. Was für ein Glück ich doch immer mit Frauen habe.", hustete er schwer, dabei schaute er unverschämt an. 'Da ist jemand früh aufgewacht.'
"Komisch, meine Sicherheitsleute haben vergessen dir den Mund zu stopfen. Aber keine Sorge ich bin jetzt hier Blondie." Ich drehte mich um und lief selbstsicher zu einem Tisch auf dem schon alle Utensilien vorbereitet wurden. Über uns hing eine alte Glühbirne, die sich locker hin und her bewegte. 'Womit sollte ich anfangen?'
"Ah komm ich sehe doch, dass du Gestern schon deinen Spaß hattest. Hast du ihm auch seinen Mund mit etwas anderem gestopft." Seine Stimme war kühl und zynisch.
Natürlich wusste ich sofort, worauf er anspielte, nichtsdestotrotz konnte er mich nicht verunsichern. "Mehr als du nach heute jemals wiederhaben wirst." Daraufhin wählte ich das alt bewerte Messer und drehte mich zurück zu ihm. Die Kälte des Messers breitete sich in meiner Hand aus, wodurch das Verlangen meine Sucht zu stillen stieg. 'Was ich alles mit dir machen kann...'
Ich sah seinen müden erschlafften Körper vor mir, während seine Augen mich böse aus der Dunkelheit anfunkelten. Er war mir schutzlos ausgeliefert.
"Du weißt gar nicht wie man damit umgeht Miss Perfekt." Mein leises Lachen erfüllte den kahlen Raum. „Deine Aussage macht keinen Sinn Blondie, denn wenn man perfekt ist beherrscht man bekanntlich alles. Weißt du überhaupt wer vor dir steht?" Jetzt funkelte ich ihn böse an. Dann merkte ich, dass er mich genau scannte, um wahrscheinlich Antworten auf meine Identität zu bekommen. Kurz schaute er auf den dreckigen Boden, aber richtete dann seinen Blick wieder rasch zu mir. 'Weiß er es?'
Selbstbewusst lief ich im Kreis um ihn herum, wie ein Wolf, der seine Beute jagt. Das Schaf hat keine Chance seinem Schicksal zu entfliehen. "Wer bin ich?", sagte ich leise und hob sein Kinn zu mir. Seine starren grünen Augen schauten direkt in meine grünen Augen. Ihm schien   bewusst zu werden in welcher Situation er sich befand, da Gänsehaut seinen Körper überzog. Keiner von uns beendete den Augenkontakt.
"Von hier aus habe ich den besten Blickwinkel auf deinen Knutschfleck.", rief er zornig und wackelte auf seinem Stuhl herum. "Falsche Antwort.", entgegnete ich unbeeindruckt und legte die Messerspitze leicht an seine Kehle. In aller Seelenruhe schnitt ich präzise in seine Haut hinein so dass man eine klare Blutlinie erkennen konnte. "Das ist alles!?Ich habe mehr von Luna Dolovan erwa…" Doch, bevor er noch zu Ende sprechen konnte stieß ich mein Messer in seinen linken Oberarm. 'Überraschungen sind immer gut.' Schmerzerfüllt krümmte er sich vor mir. Trotzdem blieb er ruhig und versuchte den Schmerz zu unterdrücken. Das Blut lief langsam herunter und tropfte vom Stuhl auf den Boden.
"Was willst du von mir!? Ich bin nicht mal ein Teil der Geschäfte.", schrie er und schaute auf die Blutpfütze. Unverändert steckte das Messer in seinem Arm, dadurch konnte der Schmerz nicht vergehen. "Ich dachte wir beide lernen uns einfach mal besser kennen, nach dem du mir Gestern aufgelauert bist. Du hast dich interessant gemacht." Behutsam zog ich das Messer heraus, damit er wieder sprechen konnte.
" Ich hatte keine Ahnung, dass ich so einen großartigen Eindruck bei Frauen hinterlasse." Seine Taktik war mich zornig zu machen, wodurch ich die Kontrolle über mich verlieren sollte. 'Ein schnelles Ende will er anscheinend haben.' Wütend kickte ich mit meinen rechten Fuß seinen Stuhl nach unten. Gefesselt fiel er hart zu Boden, direkt auf seine blutende Wunde. Tief atmete er ein, um sein Husten zu stoppen. "Tue es doch endlich! Du bist wohl keine richtige Mörderin!!!"Wieder versuchte er mich zu provozieren, dabei merkte er aber nicht, dass es erfolglos war. "Dich umzubringen wäre viel zu leicht für so eine Perfektionistin wie mich Blondie. Ich weiß nicht was du genau über mich gehört hast, aber ich wähle nie den einfachen leichten Weg. Unsere Bekanntschaft fängt gerade erst an!?" "Aber die Männer aus dem Raum sind sicher alle tot oder?", fragte er und strampelte leicht mit seinen Füßen. "Ihr Schicksal muss nicht auch für dich gelten Bellamy und jetzt geh auf die Knie..."

Mein Verderben Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt