Kapitel 16

3 0 0
                                    

Die Klasse, in sie Elena gekommen war bestand aus bisher 13 Schülern. Sie saßen alle schon an ihrem Platz, als Elena eintrat. Ein blondes Mädchen sah sie neugierig an und zeigte dann auf den leeren Stuhl neben sich.
Elena lächelte dankbar zurück und setzte sich. "Ich heiße Leona, hallo",sagte das Mädchen. "Ich heiße Elena", erwiderte Elena.

Leona zeigte und erklärte ihr das ganze Gebäude in der Pause. Die beiden sprachen auch über ihr Leben. Leona war ebenfalls "aufgesammelt" worden, wie sie es nannte. Danach war sie in eine andere, ebenfalls unterirdische Anlage gekommen und dann hierher.
Plötzlich fragte sie:"Stimmt das, dass Merlania Schultner deine Mutter ist?"
Elena war etwas überrascht von der Frage:"Ja, das stimmt, wieso fragst du?"
"Alle hier reden darüber. Jeder fragt sich, wer dein Vater ist, jeder hat deine Mutter als Anführerin der Erfnurbs gemocht".
"Achso", meinte Elena. Dann fügte sie leise hinzu:" Wer mein Vater ist weiß ich nicht mal selbst".
Das war gelogen. Doch sie wollte niemandem etwas von der Affäre ihrer Mutter erzählen. Sie hatte es ihr versprochen.

Kel rannte durch die Straßen des Zentrums. Immer weiter. Dass er sich verirrt hatte, wusste er schon lange. Trotzdem wollte er nicht stoppen. Erst als er an einem Gebäude ankam, das die Beschriftung
"Argus Flamm Akademie"
trug, verlangsamten sich seine Schritte. Hier hatte er zwei Jahre seines Lebens verbracht. Hier war es schön. Kel blieb stehen. Lange.
Plötzlich klingelte die Schulglocke.
Eine riesige Meute Kinder strömte aus dem Gebäude.
Und mitten unter ihnen sah Kel Elena.

Elena hatte Kel ebenfalls bemerkt. Sie grinste ihm zu, verabschiedete sich von Leona und bemerkte nicht den traurigen und besorgten Ausdruck, der auf Kels Gesicht lag, bis sie zu ihm hingelaufen war.
"Was ist denn los?", fragte sie schließlich.
Kel schloss die Augen. Mit zusammengebissenen Zähnen antwortete er: "Ich werde nach Südkorea versetzt".
"Warum das denn?", fragte Elena weiter. "Frag die Vorsitzenden, die bestimmen sowas, nicht ich!"
"Sorry, konnte ich ja nicht wissen. Außerdem ist Südkorea doch Mega schön!"
"Dann willst du mich also ebenfalls weghaben?"
"Nein, so war das nicht gemeint", versuchte Elena sich zu rechtfertigen.
"Ach, ja!? Und wie war das dann gemeint?! Du kannst ja hierbleiben, kannst dir ein schönes Leben machen. Und ich? Ich bin eh allen egal!"

Mit diesen Worten ließ er Elena stehen und rannte weg. Elena versuchte nicht ihm nachzulaufen. Nur weil er versetzt wurde musste man doch nicht so ein Theater machen! Was war an Südkorea denn schlimm?

Von der Akademie aus kannte Kel den Weg zu der Unterkunft.
Als er in seinem Zimmer stand sah er einen Zettel auf dem Bett liegen.

Abfahrt: in zwei Wochen, 5 Uhr morgens.

Das war es also. Er hatte sich mit Elena gestritten und war in zwei Wochen weg von hier. Vielleicht war das auch gut so.

Die Dunkle Seite Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt