Kapitel 2

9 1 2
                                    

In ihrem neuen Zuhause war alles anders. Es war eine ziemlich große Wohnung im vierten Stock eines Hochhauses. Elena und Maria hatten jeweils ein eigenes Zimmer. Die Zimmer waren noch nicht eingerichtet, nur Matratzen lagen bisher darin. Möbel kaufen wollten sie morgen.
Zum Abendessen gab es Siegelei, Spinat und Kartoffeln.
Elena mochte dieses Essen. Die Matratze war weich, als sie sich darauf legte und übermorgen würde der erste Tag an ihrer neuen Schule beginnen. Sie war aufgeregt, erfreut und etwas ängstlich zugleich. Ein neuer Lebensabschnitt würde für sie beginnen.

Ihr erster Tag an der neuen Schule war gekommen. Es war eine recht übersichtliche Schule, mit jeweils drei Parallelklassen pro Stufe. Es war nur eine Grundschule. Und doch war Elena total aufgeregt.
Sie war mit Maria in eine Klasse gekommen und saß jetzt auch neben ihr. Die Klassenkameraden sahen auf den ersten Blick alle normal aus und die Lehrerin war auch nicht zu streng.
Elena machte wie immer fleißig mit und als ihre neue Mutter kam, um Maria und Elena abzuholen fing die Lehrerin sie ab, um kurz über Elenas gute Leistungen zu sprechen.

Zwei Jahre vergingen. Elena wurde neun. Sie freute sich auf die vierte Klasse, die sie nach den Sommerferien besuchen würde, denn danach käme sie endlich auf die weiterführende Schule. Ihre Familie war inzwischen in ein eigenes Haus gezogen. Deshalb musste sie aber auch immer mit Maria mit dem Bus zur Schule fahren, denn die war jetzt weiter entfernt.
Eines Tages liefen die beiden von der Bushaltestelle aus nach Hause.
Elena hatte in der Mathe Arbeit wieder eine eins geschafft.
Das schwarze Auto, das neben ihnen fuhr bemerkten sie erst, da sie in ein aufgeregter Gespräch darüber verwickelt waren, ob es wohl zum Mittagessen Marias oder Elenas Lieblingsessengeben würde, nachdem die Beifahrertür aufgestoßen wurde.
Ein Mann mittleren Alters und rostroten Haaren streckte den Kopf heraus. "Entschuldigung, könnt ihr mir sagen, wo das Café hier im Ort ist?", fragte er freundlich.
Maria erklärte ihm den Weg. Aber Elena war die Fahrerin des Wagens aufgefallen.
Sie lächelte Elena aus tiefen, dunklen Augen an. Elena lächelte zurück. Die Frau schien sehr vertrauenswürdig. So, als ob sie Elena nie etwas böses tun würde. Als ob sie auf derselben Seite wäre. Aber was denn für eine Seite? Und dann müsste es ja auch eine feindliche Seite geben. Die Frau neigte sich nach hinten, zur hinteren Sitzreihe hin. Plötzlich wusste Elena, was zu tun war. Sie rückte etwas weiter zu Maria hin, die dem Mann immer noch den Weg erklärte, umarmte sie schnell, flüsterte ihr "Tschüss" ins Ohr und ehe Maria reagieren konnte riss sie die hintere Türe des Wagens auf, sprang hinein und der Wagen fuhr los. Lies eine entsetzte Maria auf dem Bürgersteig stehen, die geschockt dem Wagen nachblickte, in dem sich ihre beste Freundin befand. Doch Elena war gar nicht traurig. Sie hatte die Leute gefunden, die sie so lange vermisst hatte. Leute auf ihrer Seite. Es waren Botschafter der dunklen Seite. Und Elena war bereit dafür.

Die Dunkle Seite Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt