17. Kapitel

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Sollte ich die Briefe jetzt lesen? War das vielleicht sehr Privat? Aber meine Neugier war so groß....

Ach scheiß drauf. Ich öffnete langsam die Box und nahm die Briefe heraus. Von außen schienen die Briefe sehr normal. Sie waren alle ganz normal weiss und nicht beschriftet. Gerade wollte ich einen Brief öffnen, als sich die Türe öffnete. Schnell nahm ich die Box und die Briefe und hielt sie hinter den Rücken.

"Hey Mia ich hab dich schon gesucht", sagte Levin.

"Warum?"

"Es gibt Abendessen und du sollst runter kommen".

"Ja ich komme gleich".

Als er wieder raus ging, schloss ich die Box, versteckte sie unter dem Bett und hoffte, dass sie niemand finden würde. Tja das konnte ich mir nun für später aufheben.

Ich lief die Treppe hinunter und setzte mich gegenüber von Finn an den Tisch. Es gab Brathuhn. Eines meiner Lieblingsessen.

"Wo ist Laura?", fragte ich.

"Die ist gerade vorher wieder hinauf gegangen, weil sie schon fertig gegessen hat", antwortete Gianni.

"Oh oke".

Als ich fertig war, stellte ich meinen Teller in die Küche und ging wieder ins Zimmer. Laura saß auf dem Bett und hielt eine Box in der Hand.

Was????

Die Box!

Oh nein, in Verstecken war ich schon immer schlecht. Sie sah blass aus. Einen der vielen Briefe hielt sie geöffnet in der Hand und starrte durch mich hin durch. Sie streckte mir den Brief entgegen und blickte mich fordernd an.

"Lies", sagte sie mit zittriger Stimme.

Mittwoch, 5. März 1997

Liebe Evelyn,

Heute vor genau einem Jahr musste ich dich her geben. Es war der schlimmste Tag meines Lebens! Aber was hätte ich machen sollen? Ich konnte dich doch nicht wieder einfach diesen dreckigen Sozialarbeitern überlassen! Das Schlimmste war, als sie mich eine grauenhafte Mutter nannten..
Es war als ob mir mein Herz herausgerissen wurde. Du bist zwar nur mein Adoptivkind, aber du bist für mich wie mein eigenes Fleisch und Blut! Das wirst du immer sein. Glaub mir ich will dich besuchen. Doch ich kann nicht. Ich mache mich doch selbst dafür fertig. Ich gebe mir die Schuld an deinem Unfall. Es war gut das du nichts mehr gewusst hast und ich dich meiner Schwester überlassen habe! Meine liebe kleine Evelyn, ich hoffe du wirst vieles in deinem Leben erreichen und stets nur Glück haben! Es tut mir so Leid dasWenn du es jemals erfährst, bitte verzeih mir! Und bitte meine Kinder darum, dass sie mir ebenfalls verzeihen, falls ich nicht mehr unter euch bin!
Auch wenn du das wahrscheinlich nie lesen wirst oder erst wenn ich tot bin, ich habe noch immer die Hoffnung, dass alles gut wird!

Ich liebe dich!
Deine Mama

Oke, jetzt musste ich erstmal schlucken. Alles schwirrte in meinem Kopf umher. Bin ich Evelyn? Ich verstand die Welt nicht mehr...

"Weißt du was das bedeutet?", fragte Laura.

Ich nickte nur.

"Sie hat uns alle angelogen, die ganzen Jahre, alle standen unter Trauer und jetzt ist sie gar nicht tot?".

"Bin ich wirklich Evelyn?"

"So steht es ja da, sie hat nur eine Schwester also kannst es nur du sein!!!"

Ich konnte das alles nicht begreifen. Meine Mum hatte mich angelogen. Sie ist ja gar nicht meine Mum. Ich habe gar keine Mum und keinen Dad. Ich gehörte gar nicht in diese Familie. Irgentwie fühlte ich mich wie eine eingeschmuggelte Ware. Sie hatte mich adoptiert.

Adoptiert!!!!

Ich fühlte mich schlecht und alleine gelassen.

"Meine Tochter", murmelte ich.

"Was?", fragte Laura.

"Das hat sie als letztes zu mir gesagt, als sie gestorben ist".

Ich sah Laura an, dass sie echt geschockt war.

"Was sagen wir Gianni, Luca und vor allem Finn, für ihn war es eine sehr schlimme Zeit?".

"Ach Laura, ich weiß ja auch nicht, glaubst du das es Franco weiß??".

"Hm.. keine Ahnung.. aber ich würde sagen, dass wir es keinem erzählen, niemanden.. es würde die Familie zerstören".

"Du hast ja recht..ich halte dicht".

"Oke ich auch".

Ja es war scheisse, dass ich sie anlügen musste. Aber ich wollte keinen Keil zwischen diese Familie bringen.

Jetzt musste ich einfach meinen Kopf frei kriegen und beschloss joggen zu gehen. Egal ob es schon dunkel war, ich brauchte frische Luft. Ich wusste nicht wo ich entlang lief. Irgentwie werde ich wohl wieder nach Hause kommen. Ich lief und lief, bis ich bei einer Bank zum stehen kam und mich hinsetzte.

Eine dunkle Gestalt kam auf mich zu und ich wollte gerade aufstehen und weiter laufen, als mich die Gestalt am Handgelenk festhielt.

"Lass mich los", schrie ich.

"Was macht das Prinzesschen noch so spät drausen?".

Es war der tattoowierte Junge vom Cafè.

"Das geht dich mal gar nichts an und jetzt lass mich los"!

Doch er dachte nicht mal dran und drückte mich zu einem Baumstamm und kam mir immer näher.

"Lass michhh loosss"!!

"Regel Nummer 1 glaub ja nicht das du so mit mir umgehen kannst Mädchen!".

Ich drehte mich weg um ihm nicht in seine wunderschönen smaragdgrünen Augen zu schauen. Ehh was laber ich da ich meinte natürlich seine hässlichen kaka grünen Augen.

"Regel Nummer 2 schau mir gefälligst in die Augen, wenn ich mit dir rede".

"Träum weiter".

Er drückte meine Handknöchel schon so fest zusammen, dass schon ein leises knacken zu hören war.

"Auu du tust mir weh".

"Aha Fräulein 'Ich bin mutig' schwächelt?".

Er löste sich von mir und verschwand in der Dunkelheit. Ich atmete tief durch. Meine Lunge brannte, trotzdem lief ich schnell nach Hause. Ich rannte nach oben und stürmte schnell ins Zimmer von mir und Laura.

"Wo warst du solange?", fragte Laura.

"Hab mich verlaufen", murmelte ich.

Ich schloss meine Augen und war schon fast eingenickt, als ich noch hörte wie Laura sagte :" Eigentlich finde ich es total toll das du meine Schwester bist"!

Ja das Geheimniss ist gelüftet...
Werden sie es jemals Finn, Luca und Gianni sagen? Und was will jetzt der Junge von ihr?

Sorry Leute, dass das Kapitel heute so spät kommt, aber ich musste lernen. Ihr kennt das ja.. Man würde viel lieber was anderes tun als lernen...
Aber ich habe mir geschworen jeden Tag ein Kapitel hochzuladen! Also mach ich es auch :D

Eure lauras_world <3
















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