Kapitel 14.1

2.1K 80 0
                                        

„Es muss hier sein." flüsterte Riley, während wir durch die dunklen Gänge schlichen.

Wir waren bereits in Süddeutschland bei der Adresse gewesen, doch dort war nichts zu finden gewesen. Unsere Chance lag jetzt in Norddeutschland in einer halten Fischerfabrik oberhalb eines kleinen Dorfes an einer Ostseeklippe.

Der Gestank nach Fisch war nicht gerade appetitlich, aber er überdeckte andere Gerüche. Ich rümpfte die Nase, David war gerissen. Denn selbst wenn er hier wäre, könnten wir weder ihn noch unsere Schwestern riechen.

„Hörst du das?" Riley lauschte auf.

Ich starrte sie entgeistert an.

„Oh." nun ging ihr ein Licht auf. „Deine Ohren, stimmt ja."

„Was ist mit ihren Ohren?" Snow die dicht neben mir stand, erschreckte mich fast. Dieser kleine Schacht war viel zu eng.

„David hat mein Gehör zerstört. Sowohl mein Drachengehör, als auch mein menschliches Gehör. Ich trage spezielle Hörgeräte aus göttlichem Material, die mich wenigstens den menschlichen Frequenzbereich noch hören lassen." erklärte ich und sah zu Riley. „Was hörst du?"

„Stimmen." sie drängte sich stärker gegen die Klappe. „Die Wand hier ist Lärm geschützt, ich kann kaum was verstehen." sie biss die Zähne fest zusammen, als ihre Augen auf einmal silbern glühten. Sie grinste kurz.

„Was?"

„Jordan und Emma geben noch Kommentare ab, also ist das schon mal Positiv. Sie verärgern David. Sie sind wirklich dahinter." sie deutete auf das Metall und das Glühen erlosch wieder.

„Sie hat sogar deine Drachenaugen." kommentierte Herfjǫtur in Richtung Snow.

Ich zog eine Augenbraue hoch. „Was ein Zufall."

„Wir sollten nicht länger warten." sagte Snow.

„Wartet." Riley hielt inne. „David verlässt vermutlich gerade den Raum." sie runzelte die Stirn und lauschte angestrengt weiter. „Okey Zugriff!"

Und schon stieß sie die Klappe auf, zog ihre Waffe und sprang durch. Eilig folgte ich ihr und landete in einen runden Raum. In meiner Hand erschien mein Dreizack. Silbern und mächtig pulsierte er. Das Ende des Schafftes besaß zusätzlich eine Spitze, so das der Dreizack an beiden Enden tödlich war. Snow musterte die Waffe kurz argwöhnisch.

Doch ich lief grinsend voran, als ich Jordans Stimme hörte.

„Jo." eilig lief ich los, als ich sie entdeckte. Sie war an einen Stuhl gefesselt. Elektroschocker waren an ihr befestigt, während Emma in Ketten hing. Riley schnitt sie bereits los, während ich zu Jordan sprintete und sie aus den Ketten und den Kabeln befreite. Etwas geschwächt hing sie an meiner Seite. Sie fluchte auf Spanisch auf. „Dieser Mistkerl, ich bringe ihn um." rief sie weiter auf Spanisch aus.

Emma humpelte zu uns und ich schloss sie mit Jordan in die Arme.

Emma lächelte schief. „Ihr habt euch Zeit gelassen."

„Das ist Sofias Schuld, sie musste sich ja erst mal Orgasmen bescheren lasse...Aua!"

Emma hatte ihr einen Klaps gegen den Hinterkopf gegeben. „Riley!"

„Also ihr seid Jordan und Emma?" Herfjǫtur musterte unsere Schwestern. Und Snow machte es ihr gleich.

Jordan stellte sich schmerzverzerrt auf und hielt ihr die Hand hin. „Jordan Athanasiadis und das ist Emma di Angelo."

Unsere jüngeren Eltern nickten stirnrunzelnd.

„Ich habe den Namen meines Ehemannes angenommen, deswegen heiße ich nicht mehr Bodvarsson und Jordan hat den ihrer Ehefrau angenommen." erklärte Emma und sah sich um. „Aber nun sollten wir erst mal verschwinden"

„Oh, wie schade. Ihr wollt so schnell wieder verschwinden?" bei dem Klang seiner Stimme zuckte ich zusammen. Grinsend trat David aus dem Schatten. „Wie schön, die ganze Familie ist da. Zumindest das was davon übrig ist. Wusstet ihr, dass der Bombenanschlag damals meine Idee war? Lustig oder..."

Riley fauchte unmenschlich auf. Im selben Moment wollte sie sich auf ihn stürzten, doch ich schlang die Arme um sie und hielt sie mit aller Gewalt fest. Während meine Schwester tobte. Der Tod ihrer Geschwister, war ein Schwachpunkt.

„Ry bitte." ich stemmte meine Beine in den Boden. Emma kam mir zur Hilfe.

David lachte. „Ich habe euch beobachtet und gelauert. Ich war der oberste Befehlshaber. Die Person die alles angetrieben hat. Ich war die Person die im Hintergrund die Fäden gezogen hat."

„Mörder!" das unmenschliche knurren aus ihrer Kehle, jagte selbst mir einen Schauer über den Rücken, als sie sich mit aller Macht losreißen und David an die Kehle gehen wollte.

„Ich?" er grinste hämisch. „Ich habe sie nicht umgebracht, Riley. Du hast ihnen den Tod gebracht. Du warst der Anstifter."

„Ry, hör nicht auf ihn. Er weiß welche Hebel er ziehen muss um zu gewinnen. Kontrolliere dich." das war Jordan.

„Ry, tu es für unsere Geschwister. Denk an sie, sie würden das nicht wollen." brachte ich nah an ihrem Ohr heraus.

Sie atmete schwer, aber sie wehrte sich nicht mehr. „Ich habe versucht sie zu retten."

„Na ob sie das auch so sehen. Wie waren noch gleich all ihre Namen? Helius? Thalia? Thyron jr? Nathan? Thea? Anthony? Aurora?..." er trat gefährlich näher. „Malia? Hazel? Und wie hieß der letzte, es war irgendwas mit T." er rieb sich das Kinn.

Jordan knurrte. „Halt sie daraus."

„Jordan." David grinste. „Ist Anthony nicht gestorben, weil er dich beschützen wollte?"

Sie zuckte zusammen. Wut flackerte in ihren Augen. „Das ist Zeit schinden. Was hast du vor, David?"

„Ich?" unschuldig deutete er auf sich. „Ich nichts, aber ich habe darauf gewartet, bis die Verstärkung ankommt."

Und auf einmal strömten durch zwei Türen mehrere bewaffnete in schwarz gekleidete Männer. Drachenjäger. Ich biss die Zähen fest zusammen. David hatte uns in eine Falle gelockt.

Wir ließen Riley los und zogen unsere Waffen.

David grinste. „Viel Spaß!"

Oh nein, Freundchen. So nicht!

Ich hatte Ava ein Versprechen gegeben und das würde ich einhalten. Während die Männer also angriffen, sah ich wie David sich davon machte.

„Ry, ich gehe David nach." rief ich ihr zu und noch bevor sie antworten konnte kämpfte ich mich durch und sprintete hinter David her.

Noch mal würde er mir nicht entkommen.

Zuhause für zweiGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt