Kapitel 6

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„Was hast du angestellt, das Harrisson so schlecht gelaunt ist?" fragte Nick und lehnte sich an die Theke.

Ich runzelte die Stirn. Ava war seit den Morgen kaum zu sprechen gewesen. Als ich erwacht war, war sie längst aus dem Bett und eine runde laufen gewesen. Beim Frühstück hatte sie nicht viel gesprochen und eher distanziert und genervt gewirkt. Es war als wäre sie wieder in ihr altes Muster gefallen und die Nacht nur ein Traum gewesen. Aber auch hatte ich das Gefühl, das sie erst mal Zeit brauchte um alles zu verarbeiten. Für sie musste das ziemlich viel gewesen sein, was geschehen war. Sich jemanden so zu öffnen und von seiner verletzlichen Seite zu zeigen. Ich hatte ihr richtiges Ich gesehen, ihr verletzliches Ich und das war bestimmt eine riesige Überwindung für sie gewesen. Deshalb hatte ich sie erst mal in Ruhe gelassen. Ich gönnte ihr, ihren Freiraum. „Eigentlich gar nichts."

„Aber? Da kommt noch ein Aber."

„Kein Aber." ich zuckte mit den Schultern. „Ich bin nicht immer für ihre Laune verantwortlich."

Er seufze. „Die armen Anfänger, die ihr heute unterstellt sind." er schüttelte sich. „Ach bevor ich es vergesse. Heute Abend steht oder?"

Ich lächelte und stopfte meine Hände in die Kitteltaschen „Natürlich, ich habe sogar meine alten DVD's rausgekrammt. Unserem Abend steht nichts mehr im Wege."

„Das freut mich zu hören." er rieb sich die Hände. „Ich habe auch schon eingekauft." er grinste vielsagend.

„Perfekt."

„Dr. Ming, Sie haben mich angepiept?"

Avas Stimme jagte mir einen Schauer über den ganzen Körper. Wie machte sie das nur? Ich hatte sie nicht mal gehört und jetzt stand sie hinter mir. Für einen Moment meinte ich ihren brennenden Blick auf mir zu spüren, doch als ich mich umdrehte, sah sie Nick mit starrer Krankenhausmiene an.

Dieser nickte. „Gut das Sie Zeit gefunden haben. Eben wurde ein junger Mann eingeliefert. Er hatte einen Fahrradunfall und beschwert sich jetzt über Schmerzen in der Brust. Ich habe einige Untersuchungen angefordert und würde gerne mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen."

„Natürlich." sie nickte.

Nick lächelte mir aufmunternd zu, als er mit Harrisson los lief um den Fall zu besprechen. Nachdenklich sah ich ihnen hinterher. Ich kam nicht drum herum, dass ich mich nach Ava sehnte. Es war praktisch zur Sucht geworden. Ich konnte nichts dagegen unternehmen. Ich wollte sie bei mir haben, doch das ging nicht. Wir waren auf der Arbeit.
„Dr. Blake!" Jill kam angelaufen. „Wir haben einen neuen Patienten."

„Komme." ich atmete tief durch und sortierte mich wieder. Jetzt war es erst Mal Zeit, meiner eigentlichen Aufgabe nachzugehen.

°°°

„Endlich!" mit einen seufzten ließ ich mich auf die gemütliche Couch in meinem Haus fallen. Grinsend reichte mir Nick ein Bier.

„Also was schauen wir zuerst?" er nahm sich eine riesige Schüssel Popcorn.

Ich und Nick hatten früher oft zusammen Fernsehabende veranstaltet, aber seit dem letzten halben Jahr war so viel geschehen, dass unsere Freundschaft etwas gelitten hatte. Umso mehr freute ich mich jetzt wieder hier zu sein, in meinen heimischen vier Wänden, ganz viel zu essen und Alkohol zusammen mit Nick.

Ich kramte nach den DVD's. „Also ich hätte ein paar Klassiker dabei."

„Oh Gott, wo hast du die aufgetrieben" grinsend nahm er die DVD's entgegen. „König der Löwen, die Rocky Horror Picture Show, Star Wars..." grinsend hob er andeutend die Augenbrauen. „...hat deine Frau nicht Lichtschwerter auf ihrer OP-Haube?"

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