Kapitel 3

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„Ich weiß nicht wofür wir hier noch warten." Herfjǫtur saß auf dem Krankenhausbett und sah mich und Snow genervt an.

Ich seufzte. „Lass sie bitte einen Blick drauf werfen. Sie ist die beste in ihrem Gebiet. Vielleicht weiß sie irgendetwas was deinem Herzen hilft."

„Es wird nichts helfen. Mein Herz gibt den Geist auf, so einfach ist das. Und ich verschwende hier nur noch meine restliche Zeit."

„Herfjǫtur!" Snow sah sie böse an.

„Mom, hör auf so zu denken. Wir werden etwas finden. Freya kann nicht einfach so den Deal..." es klopfte an der Tür.

Ich fuhr herum und lächelte.
Ava stand in ihrer Chirurgenkleidung am Türrahmen. Mit ihrer professionellen Miene sah sie uns an. „Ich wurde angepiept."

„Ja." ich sprang vom Bett und hielt ihr die Akte meiner Mutter hin. „Ich will das du einen Blick drauf wirfst. Dr. Keeth meinte es gibt nichts was man noch tun kann, aber er ist nicht du und da du die beste bist..." bittend sah ich sie an.

Sie runzelte die Stirn. „Ich bin Chirurgin, keine Ärztin."

„Bitte." bat ich erneut.

Sie sah mich mit ihren wunderschönen Augen an. Ihre Lippen waren zu einen schmalen strich zusammengepresst, aber schließlich streckte sie ihre Hand aus und nahm die Akte an.

Angespannt ließ ich mich wieder aufs Bett zu meiner Mutter sinken, während Ava sich die Akte durchlas und ich ihr dabei, die wichtigsten Daten herunter ratterte.

Es war still im Raum.

„Okey, soweit ich das erkenne liegt eine Herzinsuffizienz im Stadium 2 vor. Vor zwei Wochen lag das Stadium noch bei 1. Das ist ein schneller abstieg. Die Behandlungen haben alle nicht angeschlagen. Ich würde mit einem Herzschrittmacher behandeln. Er hilft das Herz zu entlasten und Zeit zu geben, aber es wird das Herzversagen nicht aufhalten."

Die Worte klangen verdammt hart und schmerzten. Und obwohl ich gedanklich wusste, wie das alles ablief, war es zu hören einfach nur schwer. Ich hatte gehofft, dass Ava irgendwas im Ärmel hatte. Irgendwas was helfen könnte, doch selbst sie wirkte ratlos. Sie las sich noch mal die Daten der ganzen Behandlungen durch, sah sich die gemachten Bilder an. „Tut mir Leid, es ist nicht aufhaltbar." sie sah erst meine Eltern an und dann mich. Ihr Blick wurde ein wenig sanfter, als sie mich sah.
„Wie viel...wie viel Zeit hätte sie mit dem Herzschrittmacher noch?" fragte Snow in die unangenehme Stille.

Ava sah sie ernst an. „Wenn ich mir die Werte so ansehe...im besten Fall hätte sie noch mindestens ein Jahr. Wenn sie die OP übersteht. Ihr Herz ist ziemlich angegriffen, selbst ich würde es als ziemlich riskant nennen. Aber umso schneller ihr euch entscheidet umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie aus der Narkose wieder aufwacht."

„Also hätte ich mit diesem Teil ein Jahr und ohne?"
„Mom." ich sah sie bittend an.

Doch sie beachtete mich nicht.
„Ein Monat." sagte Ava. „Es ist schwer zu sagen."

„Okey." Herfjǫtur nickte langsam.

Ich sah zu meinen Eltern. Snows Hand lag auf der von Herfjǫtur. Ich sah wieder zu Ava.

Sie legte die Akte weg. „Ich gebe euch Zeit zum Entscheiden."

„Ava..." ich sah in ihre Augen. „...danke."

„Ich habe nicht viel tun können."

„Trotzdem."

Sie nickte und strich sachte über meine Wange. Für einen Moment war ihr Blick wieder sanft, ehe sich ihre Krankenhausmiene zurück an die Oberfläche schob. Sie zog ihre Hand weg und ließ uns schließlich alleine. Ich kämpfte gegen die Sehnsucht und den Drang sie aufzuhalten. Ihre Nähe gab mir Kraft, aber sie war im Dienst. Ich musste bis Dienstschluss warten um sie wieder für mich zu haben.

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