What are these Tears upon your Face?

837 46 4
                                    

Und hier pünktlich zu meinem Geburtstag das nächste Kapitel xD
~~~~~

Als der Hustenanfall vorbei war, lehnte Sakura erschöpft an dem Baum, an den sie sich gelehnt hatte, um sich auszuruhen. Die kalte Luft schnitt in ihre Lungen wie Messer, aber das kümmerte sie im Moment wenig. Tief atmete sie ein und aus, kam wieder zu Atem, wischte sich das bisschen Blut aus den Mundwinkeln und setzte ihre Suche fort.
Es war später Nachmittag, es dämmerte bereits. Der erste Tag ihrer Suche hatte zu nichts geführt, nicht mal einer kleinen Spur. Das komische Armband, dass Deidara ihr umgelegt hatte, schien sich immer enger zu ziehen je weiter sie sich vom HQ entfernte, aber das bemerkte sie nur nebenbei. Sie versuchte nicht abzuhauen, ihre Suche war ehrlich, aber was konnten die Akatsuki schon damit anfangen?
Sie schüttelte den Kopf und sprang wieder leichtfüßig auf den Fluss, das Chakra gleichmäßig an ihren Füßen verteilt. Langsam ging sie los, das Ufer gründlich absuchend. In der Nacht hatte es geschneit. Sollte Itachi am Ufer liegen, wäre er nicht gut zu erkennen. Obwohl, vielleicht waren diese komischen Mäntel endlich mal zu etwas gut und man sah die roten Wolken im Schnee.
Dennoch hielt sie die Augen offen. Ihr Herz klopfte bei jeder kleinen Erhebung im Schnee schneller, die sich dann aber als Hügel oder Busch herausstellte.
Sie begriff schnell, dass ihr Herz nie daran glauben würde, dass Itachi tot war, obwohl ihr Verstand es ihr einschärfte. Die Tatsache, dass er tot sein könnte, fraß sich wie Gift in ihren Körper, brannte ein Loch in ihr Innerstes, dass sie zu zerstören drohte.
Wann war das überhaupt passiert?, dachte sie sich. Wann hatte sie angefangen Itachi zu lieben.
Als sie ihn operiert hatte? Als sie mit ihm trainieren musste, um ihn vor Pain zu retten? Als er sie vor Pain gerettet hatte oder als er den Wasserfall runtergestürzt war?
„Nein.", murmelte sie zu sich. „Noch früher."
Sie versuchte sich daran zu erinnern, wann sie das erste mal das gespürt hatte, was sie jetzt für ihm empfand.
Ein Bild blitze vor ihren Augen auf. Itachi, wie er mit ihr im See gewesen war. Sein Haut wirkte durch das Wasser grünlich, seine Augen hatten einen triumphierenden Schimmer, der Mund war zu einem Lächeln verzogen und in seinen Haaren hingen ein paar Algen vom Grund des Sees. Sie hatte ihre Hand nach ihm ausgestreckt und seine Haare berührt, die sich wie Seide angefühlt hatten.
Aber auch das war es nicht gewesen. Auch wenn sie Angst um ihn beim Kampf gegen Hidan gehabt hatte, hatte sie ihn da noch nicht geliebt.
Nein, es war etwas anderes gewesen. Es war nicht seine Stärke oder sein Sieg gewesen in das sie sich verliebt hatte.
Sondern sein Gesicht.
Ihr stockte der Atem, als sie daran dachte. Nach dem Kampf gegen Hidan hatte er auf dem Bett gesessen und sie hatte ihn versorgt. Da hatte sie sein Gesicht gesehen, hatte es sich eingeprägt, weil sie dachte, dass sie es das letzte Mal sehen würde.
Von da an hatte ihr Herz für ihn geschlagen ... und sie hatte es ihm nicht gesagt.

Hunger.
Ao hob den Kopf weit in die Höhe und witterte in der Luft nach etwas Essbaren. Er hatte Hunger nach dem vielen Laufen, Durst machte sich ebenfalls bemerkbar.
Fast sofort witterte er das klare Wasser, es war gar nicht so weit entfernt und vielleicht waren da noch ein paar kleine Grasflächen. Von Nadelbäumen konnte er nichts essen, die schmeckten nicht und taten ihm auch nicht gut. Er beschleunigte seine Schritte und genoss das sanfte Traben, die Ohren waren weit aufgestellt. Schon nach weniger Zeit wurde der Geruch des Wassers stärker. Da waren Bäume, ein Wald. Die Blätter lagen verdorrt unter dem kalten Weiß, für ihn nicht erreichbar und ungenießbar. Irgendwo musste es doch noch Gras geben. Wo Wasser war, war auch Grün.
Aber da war noch was anderes.
Sofort blieb er stehen, die Beine fest in den Boden gestemmt, die Ohren aufgestellt und die Nüstern aufgebläht.
Was war das für ein Geruch?
Er kannte diesen Geruch und er fürchtete ihn.
Flieh, flieh, flieh!
Aber was war das?
Er nahm noch einen tiefen Atemzug und wieherte leise. Endlich erkannte er den Geruch und er setzte vorsichtig seinen Schritt fort.
Mensch.
Er legte die Ohren an und schnaubte. Er war vor Zweibeiner geflüchtet. Sollte er dann zu einem gehen? Sie würden ihn wieder einsperren und für ihre Zwecke gebrauchen. Er wollte das nicht.
Aber etwas stimmte nicht. Obwohl es nach Zweibeiner roch, roch es anders.
So kalt.
Verblassend.
Verschwindend.
Langsam setzte er sich wieder in Bewegung und folgte dem Geruch, der so nah am Wasser zu sein schien. Dieser verblassende Geruch erinnerte ihn an etwas. An jemanden. Doch an wen?
Er passierte witternd die Bäume, bis er zu dem lang ersehnten Wasser kam.
Und zu dem Zweibeiner, der am Ufer des Flusses lag.
Vorsichtig, jederzeit zur Flucht bereit, ging er näher und schnupperte. Der Geruch des Zweibeiners verblasste langsam, war ohnehin schon schwach, weil das weiße Etwas vom Himmel auf ihm lag. Er schnaubte und blies ein wenig Weiß von dem Kopf.
Schwarzes Haar, seinem so ähnlich.
Es war der Zweibeiner, der sich ihm in den Weg gestellt hatte, als er wieder flüchten wollte, damals, als die Bäume noch bunt gewesen waren. Er hatte sich ihm in den Weg gestellt, ohne Furcht, ohne jedes Gefühl. Als wäre er nicht lebendig gewesen.
Als wäre er tot gewesen.
Er wieherte laut auf und stieß den Menschen mit der Schnauze an. War er tot? Er hörte nichts von ihm, kein Atmen, nichts.
Aufwachen!
Er stieß ihn kräftiger an.
Wach auf!

Heal My Eyes Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt