New York City und der Olymp

927 52 4
                                        

Spätestens am Flughafen war sie jedoch wieder dieselbe und übernahm selbst die Führung. Ich brummelte darüber nur. Ich hasste es, wenn jemand anderes das tat. Ich war normal immer diejenige die das sagen hatte. Aber immerhin brachte sie es dazu, die Flughafenangestellten so zu überreden, dass wir doch noch ein Ticket bekamen und schließlich im Flieger saßen. Zwar hatten wir die wirklich unbequemsten Sitze, aber immerhin besser als nichts. Außerdem war die Holzklasse gerade das wenigste, worum ich mir sorgen machte. Verzweifelt versuchte ich meine Flugangst unter Kontrolle zu halten. Jedoch drehte sich gefühlt mein Magen um, als das Flugzeug abhob und mein Herz raste. Schweiß brach aus. Das ich den Platz am Fenster hatte, war auch nicht viel besser. Ich schloss die Augen und hoffte das es schnell vorüber ging.

„Jetzt sag nicht das du Flugangst hast." hörte ich Zaira erstaunt sagen.

„Hm." brachte ich nur hervor.
„Du bist weiß wie Kalkstein. Sicher das du das packst?" hakte sie nach. Für einen Moment spürte ich was an meiner Hand. Eine Berührung, die meinen Körper prickeln ließ.

„Ich muss." brachte ich nur hervor und griff nach ihrer Hand. Es war reiner Reflex. Aber die Berührung zu ihr fühlte sich viel zu gut an. Ich hörte wie sie nach Luft schnappte, als ich unsere Hände auch noch ineinander verschränkte und festhielt. War es möglich, dass allein eine solche Berührung ausreichte um meinen Körper vergessen zu lassen wo ich war? Ja das war es. Ich war selbst überrascht darüber.

Und öffnete blinzelnd die Augen. Unsere Hände passten perfekt ineinander, perfekter als perfekt. Als wären sie füreinander gemacht. Mit ihren Daumen strich sie über meinen Handrücken. Und löste eine erneute Hitzewelle aus.

Vorsichtig sah ich auf und in ihre wunderschönen Augen. Und so sehr ich sie auch hassen mochte, wusste ich genau in diesen Moment, das ich ihr vollkommen verfallen war.

Sie ließ mich sicher fühlen und entspannen. Und sie war diejenige die es doch tatsächlich schaffte, das ich mich entspannt zurück lehnen konnte, weil ihre Berührung mich so ablenkte, sodass ich gar nicht mehr daran dachte wo ich mich befand. Ihre Berührung entspannte mich so sehr, dass mir die Augen zu vielen.

Als ich das nächste Mal aufwachte, befanden wir uns im Landeflug. Ohne es zu merken, hatte ich mich im Schlaf an ihre Schulter gelehnt und hatte an sie gelehnt geschlafen. Und sie hatte nicht gemeckert. Hatte es zu gelassen und weiter meine Hand festgehalten.
„Na Schlafmütze." sagte sie.

Allein beim Klang ihrer Stimme bekam ich Gänsehaut.

„Sind wir da?" hakte ich nach.

„Nicht ganz. Wir machen den ersten Stopp und dann gehts weiter. Ungefähr 8 Stunden noch." gab sie wieder.

Ich gähnte. „Ich bin froh, wenn ich wieder Zuhause bin."
„Wem sagst du das." einen Moment wurde sie nachdenklich, doch dann neutralisierte sich ihre Züge wieder. „Lass uns was zu trinken holen."

°°°

Nachdem kleinen Stopp, saßen wir erneut im Flugzeug das sich in die Lüfte schwang. Ich hatte Mühe meinen Magen unter Kontrolle zu halten, denn auch meine Knie waren weich wie Gummi. Dennoch meldete sich irgendwann meine Blase.

„Ich bin gleich wieder da." sagte ich ihr leise. Die meisten Passagiere waren am Schlafen, deswegen wollte ich nicht Unruhe stiften.

Zaira schien zu verstehen und zog ihre Beine an, damit ich besser an ihr vorbeikam. Leise lief ich durch den Gang in Richtung der Toiletten. Ich hatte echt Schwierigkeiten gerade zu gehen und nicht über meine Beine zu stolpern. Ich hasste fliegen. Das hatte ich schon als ganz kleines Kind getan. Leider war das irgendwie vererbt worden, denn meine eine Mutter hatte auch Flugangst. Ihre war sogar noch heftiger als meine. Trotzdem fühlte ich mich in der Luft nicht sicher.

Das Lied des Geständnis (Ice and Feelings 2)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt