Verfangen

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Samstag brach heran.

Morgendämmerung.

Die ersten Vögel zwitscherten ihr Lied, leichte Sonnenstrahlen fielen durch die vergitterten Fenster hinein, den Schlafsaal somit gut ausleuchtend.
Miso, welche bereits ihre Klamotten übergestreift hatte, nahm auf ihrem Bett Platz, sich den Sonnenaufgang von dort aus ansehend.

Es dämmerte ihr etwas vor dem verlauf des heutigen Tages.

Ob er sie stehen lassen würde?
Oder würde er sein Wort halten, sich am vereinbarten Punkt mit ihr treffen?

Ihr kam der Gedanke, dort selbst nicht aufzutauchen, doch würde sie ein schlechtes Gewissen plagen, wenn sie diesen Gedanken umsetzten würde.
Immerhin schien er es zu versuchen.

Langsam erwachte der Schlafsaal, die Mädchen liefen wirr hin und her, tauschten sich aus, versuchten sich in letzte Gruppen zusammen zu finden, um nicht seelenverlassen in dem kleinen Städtchen herumzulungern.

Ein recht schroffes >>Guten Morgen<< verließ Hermines Mund, welche sich schlaftrunken im Bett aufsetzte, sich die Augen rieb und versuchte auch den letzten Schlaf zu vertreiben.
Miso entgegnete dieser unfreundlichen Begrüßung am Morgen nicht, blickte nur kurz im Schlafsaal umher, ehe auch sie sich wieder erhob, durch die Tür hinaus schritt.

Sie schritt hinab, ließ sich auf der viel zu bequemen Couch nieder, sank leicht in diese ein.
>>Morgen<< grummelte Harry, sich versuchend das Haar zu richten.

>>Morgen der Herr<< verließ es ihren Mund, ihn aufmerksam musternd.
Obwohl sie sich zu freuen schienen, wieder nach Hogsmeade zu gehen, strahlten alle eine recht negative Energie aus, als wäre es ihnen zuwider gewesen, um solch eine frühe Stunde die Betten zu verlassen.

Kein einziges Wort mehr sprachen die Freunde, warteten stumm auf den Rest ihrer kleinen Truppe, damit sie zusammen hinabsteigen konnten, in der Großen Halle die nötige Energiezufuhr zu sich nehmen konnten.


Die Zeit verstrich, das Mädchen stehts nach dem Blonden Ausschau haltend, doch fand sie ihn nicht.

Weder beim Mahl noch am vereinbarten Treffpunkt.
Er hatte mal wieder nur leere Worte gesprochen.
Was war sie auch so dumm gewesen ihm zu glauben, seinen Worten glauben zu schenken.

Bekniffen verließ sie ihren Standpunkt, lief hinunter zu den Länderrein, Ginny und Harry dabei erblickend.

Wohl hatten sie bereits gewisse Vorahnung gehabt, was Draco anging.
Mit verschränkten Armen standen sie da, Miso derweil trübsinnig musternd, auch wenn ihre Körpersprache ihr verrieten, dass sie innerlich loderten vor wildgewordenem Zorn.

>>Er ist nicht aufgetaucht, richtig? << Harry überrumpelte sie regelrecht mit dieser Frage, als sie gerade vor ihnen zum Stehen kam.

>>Womöglich habe ich mich einfach verhört<< lachte sie und folgte den anderen Schülern Hogwarts.

Wieso nahm sie ihm auch noch in Schutz?

Bei genauerer Überlegung habe er es verdient, von ihnen verzaubert, wenn nicht sogar niedergemetzelt zu werden.


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Sie saßen zusammen mit Ron und Hermine im Wirtshaus Drei Besen, tranken ihr Butterbier, redeten über verschiedene Dinge.

Miso hingegen blätterte durch ihr Buch und dachte an den verstrichenen Donnerstag. An sich war es wunderbar Abend gewesen, auch wenn sie diesen mit Draco verbrachte. Doch aus irgendeinem Grund bereute sie, mitgegangen zu sein.

 Überhaupt mit ihm zu reden.
Ob es nun daran lag, dass er sie versetzt hatte oder ob es seine abscheuliche Art war konnte sie nicht sagen.

>>Wir wollen gleich zur Heulenden Hütte. Kommst du mit? << Harry sah Miso an, der sie gerade aus ihrer Konzentration riss und Opfer ihres Bösen Blickes wurde.
Schnell wurde ihm sein Fehler klar und entschuldigte sich bei ihr, wollte dennoch eine Antwort haben.
Sie nickte, was er kurz erwiderte und sich wieder zu Hermine wandte.
Sie sah wieder auf ihr Buch und suchte panisch die Zeilen ab.

Dies tat sie solange, bis sie ihre Zeile wiederfand. Harry konnte von Glück reden, dass sie ihm nicht den Kopf abschlug.

Breathe [Outdated Version]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt