Alles fühlte sich so schwer an, stellte Sarada fest. Selbst das Augen öffnen. Allmählich unternahm sie den Versuch die schweren Lider aufzuschlagen. Sie blinzelte. Es war dunkel. In dieser alles verschlingenden Dunkelheit konnte sie rein gar nichts ihrer Umgebung erkennen. Kälte. Sie spürte kälte unter sich. Ihre Finger betasteten die Kühle auf der sie lag. Die Oberfläche fühlte sich rau und hart an. Angestrengt versuchte Sarada gegen die aufkommende Panik anzukämpfen, die sie auf einmal ergriff. Ihr Blutdruck schoss in die Höhe. Das Blut begann unangenehm in ihren Ohren zu Rauschen. Unmengen an Adrenalin stieß ihr Körper aus. Evolutionstheoretisch gesehen war diese Panikattacken in der gegenwärtigen Problemsituation sinnvoll, da ihr Körper alle Kräfte mobilisierte, um so einer Gefahrensituation besser entfliehen zu können. Im Grunde konnte sie eine Angstattacke also auch positiv sehen. Dennoch waren ihre Gefühl in diesem Moment nur von Angst geprägt. Tief atmete sie ein und aus, um sich zu beruhigen. Denk nach Sarada, denk nach, ermahnte sie sich. Was war das Letzte, an das sie sich erinnerte.
Langsam begann ihr verwirrter Verstand zu arbeiten. Das Erste an das sie sich erinnerte waren weiche, warme Lippen, blondes Haar und diese unglaublich blauen Augen, in denen sie versunken war. Boruto. Erneut überfluteten sie Wellen der Angst. Hastig tastete sie in der Dunkelheit neben sich. Er musste hier sein, versuchte sie ihre Nerven zu beruhigen. Als Sarada endlich etwas ertastete erstarrte sie. Etwas warmes, feuchtes klebte an ihren Fingern, als sie langsam die Finger näher an die Nase hob, roch sie es. Übelkeit stieg in ihr empor, wobei sich ihr Magen unangenehm verkrampfte. Dieser metalische Geruch war unverkennbar. Blut. Verunsichert tastete Sarada weiter mit der Hand über den Boden, bis sie Borutos Hals erreichte. Angespannt suchte sie nach seinem Puls. Ihre Fingerspitzen spürten etwas. Das zarte Pulsieren unter ihren Fingern war nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam. Erleichterung ergriff Sarada und ein wenig der Anspannung wich von ihren Schultern. Er lebte.
Noch immer konnte sie sich keinen Reim machen, wo sie waren oder wer dafür verantwortlich war. Absolute Stille herrschte in dieser Düsternis. Ab und an hörte man etwas zu Boden Tropfen. Vielleicht Wasser? Die Nässe und die Kälte, die bis in ihre schmerzenden Knochen kroch, ließen sie frösteln. Tränen der Verzweiflung sammelten sich in ihren Augen. So hatte sie sich ihre Reise sicherlich nicht vorgestellt.
Neben ihr begann sich etwas zu regen. Ein schmerzvolles Ächtzen war zu hören. ,,Sarada?", fragte Boruto mit rauer Stimme. Zu Sprechen kostete ihn Kraft. Wie schwer wohl seine Verletzung war? Erneut kroch diese fesselnde Furcht in ihr empor, die sie einfach nicht los wurde. Rasch unterdrückte sie das Gefühl, um Boruto zu antworten.
,,Ich bin hier."
In der Dunkelheit rutschte sie näher an ihn heran, bis sich ihre Körper berührten. Seine Handfläche berührte ihren Handrücken.
,,Was ist passiert? Ich kann mich an kaum noch etwas erinnern."
,,Ich weiß es nicht", entgegnete Sarada. Unwillkürlich begannen sich ihre Augen abermals mit Tränen zu füllen. Eine einzige Träne löste sich aus ihrem Augenwinkel, um von ihrer Wange hinab auf Brutos Handrücken zu tropfen.
,,Weinst du etwa?", fragte er erschöpft.
,,Nein, ich habe nur etwas ins Auge bekommen", log sie rasch. Im Moment waren ihre Gefühle ein einziger Widerspruch. Diese Schwäche wollte sie sich nicht eingestehen.
,,Scheiße", entfuhr es Boruto, während seine Hand ihre Seite berührte. ,,Du blutest."
Was. Zur. Hölle. Dass riss sie aus der Benommenheit, in der sie sich befunden hatte, und sie schaffte es mit einem plötzlichen Energieschub, sein Handgelenk zu packen, obwohl sie sich eben noch verdammt erschöpft gefühlt hatte. Seine Haut war warm und glatt. ,,Fass mich nicht an", presste sie heraus.
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Until my last breath/Naruto FF Part Drei
FanfictionJahre waren ins Land gezogen, seit Sasuke Uchiha spurlos verschwunden war. Sakura hatte längst jegliche Hoffnungen aufgegeben Sasuke je wiederzusehen. Nun arbeitete sie als Ärztin und lebte mit ihrer Tochter Sarada im Uchiha Viertel ein ruhiges Lebe...