„Hast du schon etwas vor?" fragt mich Jimin. Er hat sich leicht zur Seite gebäugt damit er mich sehen kann. Ich tippe gespielt nachdenklich an mein Kinn. „Nein, außer du hast schon etwas für uns geplant." erwidere ich grinsend.
Etwas später zieht er mich aufgeregt durch die Straßen zu einer Bushaltestelle. „Wohin gehen wir?" frage ich neugierig. Der maskierte, junge Mann sieht zu mir nach hinten. „Lass dich überraschen. Du wirst es mögen." meint er. Etwas enttäuscht verziehe ich mein Gesicht. Er legt seine Hände auf meine Wangen und quetscht sie etwas zusammen. „Nicht beleidigt sein. Wenn ich bei dir bin sollst du lachen." verlangt er kichernd. lch schnaube und lache dann.
Wir steigen in den Bus. Glücklicherweise ist es schon relativ spät, weshalb nicht mehr viele Menschen unterwegs sind. Also auch keine lästigen Paparazzo, die gierig auf Bilder sind. „Sind wir bald da?" flüstere ich wie ein ungeduldiges Kind. Jimin sieht mich mit seinen braunen Augen an. „Gleich. Du musst nur Geduld haben." meint er. Er hebt dabei seinen Zeigefinger, als würde er ein Kind zurecht weisen. Kichernd boxe ich gegen seine Schulter. Ich lehne mich zurück in den Sitz und sehe nach draußen. Jimin's Schulter streift meine. Ein angenehm warmes Gefühl überflutet meinen Körper. Ich fühle mich so ruhig und geborgen wie noch nie zuvor. Ich merke wie mich die Müdigkeit vom Tanzen übernimmt.
~Zeitsprung: etwas später~
„Hey (YN), wir sind da." fiüstert eine ruhige Stimme. Langsam öffne ich meine Augen. Das seichte Licht des Busses holt mich langsam zurück in die Realität. Ich bemerke, dass ich gegen etwas lehne. Schlagartig eile ich hoch, als mir einfällt, dass Jimin ja neben mir sitzt und ich vermutlich an seiner Schulter lehne.
„Alles gut. Aber wir müssen aussteigen." beruhigt er mich amüsiert. Ich reibe verschlafen mein rechtes Auge und unterdrücke mir mein Gähnen.
Stattdessen lächele ich nickend. Kalte Luft peitscht in mein Gesicht, als wir aussteigen. Es fröstelt mich. Dann fällt mir der schöne Anblick vor mir auf. Sofort vergesse ich meine Gedanken.
Vor uns ist der beleuchtete Han River. „Wow." schaffe ich es zu sagen. Mir hat es die Sprache verschlagen. „Ich konnte mich an deinen Wunsch erinnern, dass du mal an den Han River wolltest." „Das war doch als wir in der Mittelstufe waren. Daran hast du dich erinnert?" frage ich überrascht und etwas fassungslos. Er kichert verlegen.
Wir laufen eine Weile einfach still nebeneinander her. Auch wenn wir sehr lange keinen Kontakt mehr hatten, fällt uns nicht ein über was wir reden könnten. „Jimin..." „(YN)..." fangen er und ich gleichzeitig an. Ich überlasse ihm den Vortritt. „Hast du Hunger?" fragt er dann. Etwas perplex starre ich ihn an, dann nicke ich langsam.
Was hatte ich denn erwartet, was er sagen wollte? Doch nicht etwa, dass er mich mehr mag, als früher?
Ich schüttele hektisch meinen Kopf und verscheuche den Gedanken direkt wieder aus meinem Kopf. Ich merke wie mir Hitze ins Gesicht steigt. Gott sei Dank trage ich auch eine Maske. Sonst hätte es Jimin womöglich noch gesehen. Was denke ich mir dabei eigentlich?
„Möchtest du etwas bestimmtes essen?" reißt er mich aus den Gedanken. „Äh, nein. Es geht einfach normales Essen. Keine Ahnung...Fertigramen?" schlage ich in meiner Panik vor. Er hält vor einer Bank und meint, dass er gleich wieder kommt. Irgendwie mag ich die Stille nicht, in der er weg ist. Ich fasse unbewusst an meine Brust und stelle fest, dass mein Herz unglaublich schnell schlägt. „Doch nicht etwa wegen ihm?" flüstere ich. Bin ich echt in Jimin...?
Ich beende meinen Gedankengang nicht, weil sich Jimin mit einem großen Topf voll Fertigramen neben mich setzt. Er reicht mir Stäbchen. „Es gab keine einzelnen mehr. Stört dich das?" fragt er. „Quatsch. Hauptsache Essen." zwinkere ich ihm zu. „Guten Appetit." wünscht er und nimmt sich vom Ramen. Ich tue es ihm gleich. Ich reiße den Mund auf, weil der Bissen super heiß ist. Ich wedele Luft in meinen Mund.
Jimin grinst amüsiert und warnt mich spaßend:„Achtung, ist noch heiß." „Hätte ich nicht gedacht." erwidere ich ironisch und schaffe es endlich den Bissen herunter zu schlucken. Wir essen zuende, als ich einen Wassertropfen auf der Nase abbekomme. Ich wische ihn weg und sehe in den dunklen Himmel.
Es fängt an zu regnen. „Vielleicht hätten wir einen Regenschirm mitnehmen sollen." murmele ich. Innerhalb von 5 Minuten wandelt sich der leichte Niesel in Platzregen um. Jimin und ich flüchten unter die Bushaltestelle. Wir sind komplett durchnässt als wir uns setzen. „Auf den Wetterbericht kann man sich ja gar nicht verlassen." schimpfe ich genervt. „Naja, wir haben Herbst. Da kann sich das Wetter mal eben ändern." meint Jimin schulternzuckend. Ich starre ihm in die Augen. Von seinen silbernen Haarspitzen tropft Wasser. „Frierst du?" fragt er plötzlich. lch ziehe meine Augenbrauen etwas hoch. Er nimmt meine Hände in seine und wärmt sie. „Du bist ganz kalt und zitterst." flüstert er. Erst jetzt fällt mir auf, dass er Recht hat. Er zieht sich etwas die Maske herunter. Dann fängt er an meine Hände mit seinem Atem zu wärmen.
Mein Herz scheint stehen geblieben zu sein, als ich seine weichen Lippen an meinem Zeigefinger streifen spüre. „Ah danke. Mir ist schon viel wärmer." sage ich leicht panisch. Ich ziehe meine Hände wieder aus seinem Griff und stecke sie in meine Jackentaschen. Er sieht mich verwirrt von der Seite an.
Ich weiche seinem Blick aus. „Ich glaube da kommt der Bus." weiche ich ihm aus. Wir steigen ein und unterhalten uns die ganze Fahrt nicht.
„Soll ich dich noch nach Hause begleiten?" fragt er mich. „Nein, ich wohne ja nicht weit. Außerdem würdest du nur auffallen, wie ein bunter Hund." necke ich ihn. Er verschränkt seine Arme beleidigt. Ich kichere. „Komm gut nach Hause. Wir sehen uns morgen." verabschiede ich mich. lch möchte gerade gehen, als er plötzlich mein Handgelenk nimmt und mich an sich zieht. In eine feste Umarmung. „Hehe, du bist immernoch so verschmust wie früher." murmele ich. Ich stütze mein Kinn auf seiner Schulter ab und atme seinen Geruch ein. „Bei dir fühlt es sich aber viel besser an." höre ich ihn fiüstern. Es ist so leise, dass ich nicht sicher bin, ob er es tatsächlich gesagt hat oder mich meine Phantasie getäuscht hat. Aber ich frage nicht nach. Lieber lasse ich diesen angenehmen Moment so bleiben.
Wir stehen eine Weile nur so da, bis ich mich dazu entscheide die Umarmung zu lösen. Ein unangenehmes Ziehen macht sich in meiner Brust breit, als wir uns trennen. Eigentlich hätte ich doch noch etwas länger mit ihm so dastehen können. Aber es wäre strange wenn ich ihn wieder umarme, nachdem ich die Umarmung unterbrochen habe.
„Wir sehen uns morgen, Jiminie."
...
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Just old friends? [Jimin FF]
Fanfiction(YN) kennt Taehyung und Jimin seit der Schule. Nach ihrem Abschluss verlieren sie sich aus den Augen. Doch wie das Schicksal wohl so will, treffen sie sich in dem Reiskuchenladen ihrer Halmeoni wieder. Und die Geschichte wie es mit ihr und ihren Fre...
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