Malea.
„Ey Africa!"
Suchend drehe ich mich um. Ich erkenne die Stimme, doch ich finde sie nicht. Wo ist Alesya bitte? Dieser Hof ist zu groß, um sie jetzt am frühen Morgen zu finden.
Heute ist wieder Montag und ich komme wie immer mit einen der drei Schulbusse hier her. Die Busse sind immer bis zum Rand überfüllt. Alle kleben aneinander und wollen hinein.
Deshalb nehme ich immer den Bus am ZOB, da es ab Willy-Brandt-Platz nicht mehr möglich ist einzusteigen.
„Hey", erschrocken zucke ich zusammen und drehe mich zu meiner Freundin um, welche grinsend hinter mir steht. „Wie geht's?"
Gemeinsam machen wir uns auf den Weg in das Gebäude und laufen in die dritte Etage. Dort haben wir den Raum 612 und müssen auf unsere Klassenlehrerin warten.
„Gut und dir?", gähne ich laut auf und stöpsle mir die Kopfhörer heraus. „Ey. Ich hab so schlecht geschlafen. Dieser Tag wird so anstrengend für mich sein."
„Musst du nach Essen?", fragt sie mich mitleidig und öffnet die Tür nach innen.
„Ja", brumme ich auf und laufe an ihr vorbei. „Mein Onkel will, dass ich noch diese Woche komme, dann gibt er mir paar Wochen Urlaub."
„Ist doch gut?", gibt sie zurück. „Das Wetter ist noch gut. Heisst wir können dann auch endlich mal wo anders hin als ständig zum Bahnhof."
„Sorry", lache ich sie entschuldigend an und folge ihr dann zum Treppenhaus.
„Ach kein Problem", winkt sie mit einer Handbewegung ab. „Immerhin kommen auch mega leckere Snacks in den Kiosk rein."
„Dumme", kopfschüttelnd betreten wir unsere Etage, welche für die Berufsschüler der Höheren Handelsschule ist. Es gibt bei uns in der Unterstufe jeweils fünf Klassen, jedoch wurde uns schon in der ersten Stunde gesagt, dass in der Oberstufe nicht mehr so viele Klassen vorhanden sein werden.
„Selma kommt später", spricht Alesya neben mir, welche sich an die Wand gelehnt hat und ihren Blick auf ihr Smartphone gerichtet hält. „Sie hat keine Lust auf die Maier."
„Wie immer", rolle ich mit den Augen und sehe auch schon, wie unsere Klassenlehrerin erscheint.
„Ey, am Freitag kommen krasse Songs", höre ich meine Freundin sagen, während ich schon zur Tür laufe. Einige der Jungs drehen sich zu uns um und sagen ebenfalls, dass es stimmt. Beginnen damit ein neues Thema unter sich. „Anscheinend auch ein Newcomer. Mal schauen, was er so auf Lager hat."
Alesya ist besessen von den deutschen Rapper. Vor allem aber die Hamburger Rapper haben es ihr ziemlich angetan. Sie hört gar nicht mehr auf, über Bonez MC oder sonst wen zu sprechen.
„Alesya", ruft einer der Jungs aus der Klasse, welcher am Fenster sitzt und zu uns winkt. „Hast du was zu essen da?"
„Ja, gleich in der Pause, Serhat", lacht sie leise auf und setzt sich an ihren Platz.
Wir beginnen mit dem Unterricht und wie immer bin ich brav dabei, das Tafelbild abzuzeichnen. Seit drei Wochen haben wir wieder Schule und würden schon im Oktober unsere erste Klausur schreiben.
Ich bin definitiv bereit dafür. Denn ich weiß, dass ich es schaffen werde. Dafür habe ich zu viel gearbeitet. Meinen Abschluss nachgeholt und mir Methoden angeeignet, die ich für das Beste halte, um zu lernen.
Kurz vor Ende der zweiten Stunde betritt Selma die Klasse, entschuldigt sich und kommt auf uns zu. Sie setzt sich stumm hin und lässt ihren Kopf hart auf den Tisch fallen.
„Ich will sterben", jammert sie und zieht die Kapuze ihrer Strickjacke über den Kopf. „Bitte, lass mich nächstes Mal ein LKW übersehen und einfach reinfahren."
„Bist du behindert?", zische ich sie an und schlage ihr auf den Nacken. „Raff dich mal, Mädel."
Selma hebt ihren Kopf an und funkelt mich mit einem bösen Blick an. „Sei doch still man. Ich will langsam und leise sterben. Keiner soll es mitbekommen."
„Wie, wenn es die ganze Klass jetzt weiß?", ruft Serhat von der anderen Seite und grinst unsere Freundin an.
Die Türkin zeigt ihm nur ihren Mittelfinger, zeitgleich mit dem Gong zur Pause.
„Hallelujah", springt Selma vom Stuhl auf und ist auch die erste, die den Raum verlässt.
„Sie hat ganze zwei Minuten ausgehalten", amüsiert sich Ales und schüttelt mit dem Kopf, während sie ihre Tasche zusammen packt. Zwar haben wir gleich wieder hier Unterricht, doch wir nehmen immer alles mit.
„Immerhin etwas", grinse ich vor mich hin und nehme mir meine Handtasche zur Hand. „Ich geh mir einen Chickenburger kaufen. Willst du auch etwas?"
Kurz überlegt sie, doch schüttelt mit dem Kopf. „Obwohl doch. Bring mir mal einen Mars und KitKat mit. Have a Break - have a Kit Kat."
Zusammen verlassen wir unser Klassenzimmer und begeben uns nach unten. Als wir im Foyer ankommen, steht Selma dort und wartet auf uns. Die beiden gehen raus zur Raucherecke. Ich würde gleich nachkommen und mich ihnen anschließen. Ohne zu rauchen jedoch.
In der Cafeteria angekommen, stelle ich mich am Kiosk an und warte darauf, dass ich an die Reihe komme. Während des Wartens spiele ich an meinem Handy und sehe auch, dass Alba mir geschrieben hat.
sehen wir uns am wochenende wieder?
Da ich noch nicht weiß, was ich am Wochenende mache und ob wir wirklich auf den Geburtstag von Evrim gehen, antworte ich ihr, dass ich ihr noch Bescheid geben werde.
Nachdem ich mit meinen Chickenburger und die Schokolade für Alesya gekauft habe, banne ich mir den Weg nach draußen und gehe über den großen Hof. Viele sehen mich bis heute noch neugierig an, obwohl ich schon meinen Abschluss hier gemacht habe und nun mein Fachabi mache.
„Danke Schatzko", lächelt mich die Brünette an und öffnet direkt ihren Mars. „Liebe dich dafür."
„Was machen wir jetzt am Wochenende? Gehen wir zum Geburtstag?", will ich dann wissen und schaue beide an.
„Ja denke schon, oder? Könnte lustig werden", zuckt Selma mit den Schultern und nimmt einen Zug ihrer Zigarette.
„Ja, aber Malea arbeitet", gibt Alesya kauend zurück. „Wie machen wir das?"
„Willst du echt um 19 Uhr bei Evrim vor der Matte stehen?", lacht Selma laut auf. „Bro, wir gehen einfach später hin. Ich hole sie auch ab, gar kein Thema."
„Fertig machen, kann ich dann im Auto oder im Kiosk. Sollte nicht schwierig werden."
„Und dein Onkel? Der wird safi etwas sagen", erwidert Alesya. „Wir machen uns einfach bei mir fertig, okay?"
„Gut", stimmen wir ihr nickend zu.
„Dann wäre das auch geklärt", lächelt sie. „Erzähl uns jetzt vom Treffen mit Alba."
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𝖡𝖴𝖳𝖳𝖤𝖱𝖥𝖫𝖨𝖤𝖲. | 𝑱𝑨𝑴𝑼𝑳𝑬.
Фанфикшн»They only love me for money. You always loved me for nothing.« Jung. Talentiert. Und gut aussehend. So wird der junge Newcomer »Jamule« von jedem beschrieben. Jeder setzt große Hoffnung in ihn. Viele Labels haben ihn gewollt - doch er hat sich für...
