Malea.
Schweigend sitzen wir im Auto und sehen essend zur Aussicht, die sich vor uns erstreckt.
Seit zehn Minuten überlege ich, wie ich es meinen zwei engsten Freunden erzählen kann. Und dabei denke ich an die vergangenen Momente zurück, die ich in meiner Schulzeit erlebt habe.
Sie waren nicht die besten, und trotzdem die lehrreichsten.
Nachdenklich beiße ich in meinen Burger und denke an eine der Auseinandersetzungen von Jamal und Omar zurück.
„Omar, bitte nicht", versuche ich den besten Freund meiner besten Freundin aufzuhalten. Omar ist 17 Jahre alt und schon viel weiter im Kopf, als auch beim Körper, als viele andere in seinem Alter. „Bitte, Omar. Mach es nicht noch schlimmer, als es schon ist."
Omar reißt seine Hand von mir los und schaut mich wütend an. Noch nie habe ich ihn so erlebt. Nicht einmal bei Malika.
„Nicht schlimmer machen?", ruft er laut und bleibt auf dem Schulhof stehen. „Malea, es ist schon schlimm genug. Was soll ich daran noch verschlimmern?"
Mit Tränen in den Augen schüttle ich mit dem Kopf und sehe mich auf dem Hof um. Meine Augen bleiben bei einer kleinen Gruppe stehen und fixieren einen Jungen, der lachend mit seinen Freunden spricht.
„Ist er das?", fragt Omar mich und ich sehe, wie er meinem Blick folgt und auf die Gruppe zu nickt. „Ist das Jamal?"
Still sehe ich ihn an, doch gebe ihm keine Antwort. Doch ihm reicht mein Schweigen, sodass er mit schweren Schritten auf die Gruppe zu läuft.
„Ey, Jam-"
„Dio mio", schüttle ich mit dem Kopf und ziehe Omar zurück. Doch Jamal hat ihn bereits gehört, sodass er sich fragend in unsere Richtung gedreht hat. „Omar. Bitte Omar. Wenn ich dir wichtig bin, machst du nichts."
„Ist die Kleine etwa deine Perle?", höre ich jemanden hinter mir lachen und schaue über meine Schulter. Jamal steht dort mit einem seiner Freunde und grinst uns beide höhnisch an. „Wundert mich, dass überhaupt jemand auf unsere kleine Africa abfährt."
Ein kalter Schauer überkommt mich, als er meinen Namen ausspricht. Fest kneife ich meine Augen und Lippen zusammen.
„Noch so ein Ton, und es kommt keins mehr aus deinem dreckigen Mund", fährt Omar ihn an und möchte einen Schritt auf Jamal machen, doch ich halte ihn mit meinen Händen zurück. „Wie kann man so unreif sein mit einem erwachsenen Alter und ein Mädchen bis zum letzten Nerv fertig machen, huh? Schämst du dich eigentlich nicht? Hat man dich so erzogen, alter?"
Ich öffne meine Augen und sehe Omar vor mir an, den ich mit meinen Händen auf seinem Oberkörper zurück halte. Flüchtig sehe ich über meine Schulter zu dem Spanier hinter mir und bemerke, wie er seine Augenbrauen zusammen zieht. Kurz denke ich, dass er einknickt und ihm Recht gibt. Dass er endlich aufhört. Aber ich täusche mich.
Jamal Issa kann man nicht ins Gewissen reden. Nicht einmal jemand wie Omar.
„Leider kein Interesse reif zu werden. Ich stehe darauf noch ein Kind zu sein", gibt er grinsend zurück und zuckt provokant mit den Schultern. Dabei sieht er dann zu mir. „Aber krass, Africa. Du musst ja gleich die Petze spielen. Wissen es auch schon deine Eltern? Werden sie mich ebenfalls besuch-"
Plötzlich spüre ich, wie Omar an mir vorbei und auf Jamal zu läuft. Ich kann mich nicht bewegen.
„Omar!", höre ich nun auch eine weitere Stimme, als Omar und Jamal sich nun gegenüber stehen. „Sag mal, spinnst du?"
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𝖡𝖴𝖳𝖳𝖤𝖱𝖥𝖫𝖨𝖤𝖲. | 𝑱𝑨𝑴𝑼𝑳𝑬.
Fanfiction»They only love me for money. You always loved me for nothing.« Jung. Talentiert. Und gut aussehend. So wird der junge Newcomer »Jamule« von jedem beschrieben. Jeder setzt große Hoffnung in ihn. Viele Labels haben ihn gewollt - doch er hat sich für...
