Dämonen ohne Anführer 2

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~~Lisas P.o.V.~~

Ich war ziemlich schnell fertig mit den Elexieren und somit schon bereit, als Chris mich abholte. Mum gab mir noch schnell die Zaubersprüche, erklärte mir, wie sie vorzulesen sind und umarmte mich.

"Ist ja gut, Mum. Wir fahren nicht ans Ende der Welt. Und schließlich sind wir gut vorbereitet.", versuchte ich sie zu beruhigen, obwohl ich nicht wusste, ob die Worte ihr oder mir selber galten. Ganz wohl war mir dabei ja nicht. Was, wenn die Zauberelexiere und -Sprüche nicht wirkten? Na dann können wir uns immernoch wegbeamen, beantwortete ich mir die Frage selbst.

Mum schaute mich noch einmal traurig an und ich versuchte zu lächeln, um sie etwas aufzumuntern. Nach einem Küsschen auf die Wange riss ich mich schließlich los und ging mit wild klopfendem Herzen durch die Haustür. An der nächsten Strassenecke wartete Sam auf uns.

Etwas irritiert starrte ich ihn an. Chris muss das wohl bemerkt haben und klärte mich auf:" Sam hat viel Erfahrung in der Dämonenjagd und wird uns helfen."

Jetzt wusste ich wenigstens auch, wohin er einfach so ohne ein sterbenswörtchen verschwunden war.

Sam nickte mir nur kurz zu und begann dann zu erklären:"Also Leute. Wir beschränken uns auf die Innenstadt. Seattle ist zu groß, da wäre es unmöglich , überall zu suchen. Doch ich denke, wir werden schnell fündig , denn ich kenne die Orte, an denen sich Dämonen gerne aufhalten." Fragend schaute ich ihn an. Also bei ihm wusste man echt nicht, woran man ist. Einmal schmeißt er uns fast aus seinem Haus, dann umarmt er uns und beim nächsten Mal nickt er nur, anstatt zu grüßen. Also so viel Höflichkeit muss doch wohl sein.

Er brachte mich genauso durcheinander wie Chris. Nur dass Chris mir Schmetterlinge in den Bauch zaubert und Sam tausend Fragezeichen in meinen Kopf.

Mehr als ein Nicken brachte ich nicht zustande.

Wir hielten uns an den Händen, damit wir uns nicht verloren und beamten uns in eine dunkle Gasse in der Stadt. Ich hielt Chris' Hand und er Sams. Nachdem die Glitzerlichter um uns herum verblassten, hielt Chris meine Hand immer noch ganz fest. Ich drückte sie einmal und lächelte ihn an. Natürlich lächelte er zurück und mir wurde wieder so heiß. Am liebsten hätte ich ihn an die Wand der Gasse gedrückt und geküsst, bis wir keine Luft mehr bekämen, aber ich riss mich zusammen. Schließlich hatten wir einen Auftrag und einen Zuschauer, der , nebenbei bemerkt, uns gerade mit einem Schmunzeln beobachtete. Was war das nun wieder? Hatte er keine eigenen Probleme, als uns anzustarren?

Offensichtlich bemerkte Sam nun meinen wütenden Blick, denn er wurde rot,drehte sich schnell weg und lief voraus. Uns immernoch an den Händen haltend folgten wir ihm. An der nächsten Straßenecke wurden wir auch schon fündig. Zwei sehr hässliche Dämonen waren gerade dabei, einem Menschen die Seele auszusaugen. Sie beugten sich über den älteren, hilflos und bewusstlos am Boden liegenden Mann und sogen einen bläulichen Rauch auf, der aus seinem Mund strömte. Mir wurde übel bei dem Anblick und ich musste mich zusammenreißen, um mich nicht zu erbrechen. Diese hässlichen Gestalten kannte ich als dem Buch der Wächter und wusste daher, was sie taten. Zum Glück waren das nur kleine Fische, die wir leicht mit einem meiner Elexiere vernichten konnten. Na wenn das immer so leicht wird, dann ist das ja ein Spaziergang, dachte ich mir. Doch diese Hoffnung sollte bald zerstört werden.

Nach einvernehmlichen Blicken stürzten wir los. Als wir kurz vor den Dämonen ankamen, schauten sie plötzlich zu uns auf und krächzten dann mit einer Stimme, die sich anhörte, wie zerbrochenes Glas:"Wer stört uns beim Essen? Oh, noch Nachtisch...lecker!" Prompt ließen sie von dem Mann am Boden ab und kamen auf uns zu. In dem Moment wurde mir klar, dass das alles doch kein Spaziergang werden würde. Es war wortwörtlich todernst. Ich blieb wie angewurzelt mit dem Elexier in der Hand stehen. Wie betäubt war ich,deshalb bekam ich nur am Rande mit, dass Chris mich anschrie, ich sollte doch das Elexier werfen. Mein Blick war starr auf die Dämonen gerichtet. Sie sahen so aus, wie man sich Monster vorstellte. Groß, kräftig, Reißzähne,komplett schwarze Augen, zerlumpte Kleidung, überall Narben. Einfach hässlich. Diese Kreaturen der Hölle hießen Seelenfresser, das stand ebenfalls im Buch. Als sie kurz davor waren, uns als Snack zu verspeisen, riss mir Chris den Zaubertrank aus der Hand und schmiss ihn den Dämonen vor die Füße. Schwarzer Rauch stieg auf und verschlang die Seelenfresser, die sich mit schmerzensschreien versuchten zu befreien. Das alles dauerte nicht mehr als ein paar Sekunden. Mir kam es jedoch vor wie in Zeitlupe. Inzwischen war Sam zu dem Verletzten geeilt und versuchte ihn zu heilen. Licht strömte aus seinen Handflächen, wie letztes Mal bei Chris und der Mann regte sich. Erleichtert atmeten Chris und ich gleichzeitig aus.

Der Wächter des LichtsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt