Die Dreistigkeit in Person

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Wie sich herausstellte, ging es Sweet Pea schneller besser als gedacht. Schon nach einer Woche, konnte er einigermaßen normal laufen, jedoch hatte er zur Sicherheit noch seine Krücke bei sich. Nach unserem letzten Arztbesuch sagte uns der Doktor, dass Sweet Pea jetzt auch wieder zur Schule gehen konnte. 

Als wir aus der Arztpraxis gingen, sagte ich zu Sweet Pea: "Auch wenn der Arzt meinte, dass du in die Schule gehen kannst, können wir ja auch noch etwas warten. Die Lehrer würden das bestimmt verstehen." "Natürlich gehe ich in die Schule. Warum sollte ich nicht?", fragte er verwirrt. "Naja, dich hat dort jemand angeschossen. Diese Person geht womöglich auf unsere Schule. Wir können uns noch nicht einmal sicher sein, ob die Bulldogs die Wahrheit sagen..."

 "Jetzt beruhig dich mal, Anni. Ich denke nicht, dass die Bulldogs lügen." Bitte was? Hatte ich ihn gerade richtig verstanden? Überrascht sah ich Sweet Pea an und meinte: "Seit wann nimmst du die Bulldogs in Schutz? Du hast sie bis vor kurzem noch gehasst." "Ich sag ja nicht, dass ich sie nicht mehr hasse, aber warum sollten sie mich tot sehen wollen? Was hätten sie davon? Auch wenn ich die Bulldogs nicht ausstehen kann, töten würde ich niemanden von den Jungs." "Wenn es niemand von den Bulldogs war, dann jemand von den anderen Schülern", sagte ich sicher.

 "Vielleicht war es auch einfach ein verrückter alter Typ, der es mag auf Teenager zu schießen." "Das glaubst du doch wohl selbst nicht", fragte ich irritiert. Sweet Pea nahm meine Hand und erklärte: "Ich will doch einfach nur, dass du aufhörst dir so viele Gedanken drum zu machen. Irgendwann hält das dein kleines Oberstübchen nicht mehr aus." Dabei tippte er mir auf meinen Kopf, was mich leicht zum Lächeln brachte. "Ich kann es ja mal versuchen", meinte ich und drückte seine Hand leicht. Auch wenn Sweet Pea mich etwas beruhigen konnte, fragte ich mich, warum er sich so sicher war, dass niemand von der Schule ihn angeschossen hatte. 

Ich begleitete Sweet Pea in der Schule überall hin, um ihm zu helfen. Jughead, Fangs und Toni unterstützen ihn auch durchgängig. Doch während der Pause musste er zu Mr. Strange um über die versäumten Schulstunden zu reden. Deswegen verbrachte ich meine Pause zusammen mit Veronica und Betty. Ich lehnte an der Schulwand und hörte Veronica interessiert zu, wie sie über die Eröffnung des La Bonne Nuits sprach. "Es ist fast fertig. Wir haben das letzte Mal wirklich verdammt gute Arbeit geleistet. Ich kann gar nicht glauben, wie schön es da unten jetzt aussieht", träumte Veronica vor sich hin. "Was genau fehlt denn jetzt noch alles?", fragte Betty. "Die Theke muss eingeräumt werden, aber dafür habe ich schon Anni beauftragt. Kevin kümmert sich noch um die Technik bei der Bühne uuuund... Ach ja, die Tischdeko muss noch ordentlich auf jeden Tisch platziert werden. Das kannst du ja dann mit Archie zusammen machen", erklärte Veronica. Betty nickte daraufhin nur stumm, was etwas untypisch für sie war. 

Gerade, als ich Betty fragen wollte, ob bei ihr alles okay ist, spürte ich wie eine volle Ladung mit kaltem Wasser von oben auf mich geschüttet wurde. Veronica schrie auf, aber ich blickte einfach nur entsetzt nach oben. Ich erkannte Reggie, der mit einem Eimer in der Hand aus einem Fenster, weiter über mir, runter sah und lachte. Neben ihm standen Cheryl und Liz, die gar nicht mehr aufhören konnten zu lachen. 

"Ist das euer scheiß Ernst!", rief ich ihnen wütend zu. Ich nahm mein klatschnasses T-Shirt in die Hand und drückte es aus. "Halt meine Tasche fest. Ich mache diese kleinen Pisser fertig", sagte Veronica ebenfalls zornig und wollte Betty gerade ihre Tasche reichen, als ich sagte: "Lass gut sein V." "Lass gut sein?", fragte nun auch Betty überrascht, "Anni, du wurdest grade mit einem Eimer Wasser überschüttet und bist jetzt komplett durchnässt! Wie kannst du da ruhig bleiben?!" Andere Schüler hatten sich jetzt auch schon um mich versammelt, doch nach kurzer Zeit hatte Veronica alle verscheucht. "Ich hab einfach keine Lust mich jetzt mit denen anzulegen. Ich geh mich jetzt irgendwie trocken machen. Wir sehen uns", erklärte ich und lief leise vor mich hin schimpfend zu den Toiletten. 

P.o.V. Jason

Zusammen mit Reggie und Archie betraten wir mein Zuhause. Wir waren grade im Pop's und ich sollte Cheryl und Liz etwas mitnehmen, also lief ich nach draußen und sah, das die beiden am Pool lagen. "Die Idee mit dem Wasser war echt gut", hörte ich Cheryl sagen. "Oh ja, Annis Reaktion war einfach nicht zu toppen", sagte Liz, ohne mich zu bemerken. Verwirrt fragte ich: "Was ist mit Anni?" Erschreckt setzte Cheryl sich auf und sah mich an. "Ich wusste gar nicht, dass du hier bist. Schleich dich doch nicht immer so an, Jay Jay. Hast du unser Essen dabei?", fragte Cheryl und setzte ihr typisches Lächeln auf. 

"Ja, hier ist es", sagte ich und stellte die Tüten auf den Tisch neben ihnen. "Lieb von dir, danke", sagte nun auch Liz. "Was ist denn jetzt mit Anni?", wiederholte ich. "Ach, wir haben uns nur einen kleinen Spaß erlaubt. Warum musst du denn immer so neugierig sein? Um es genau zu sagen, haben wir einen Eimer Wasser vom zweiten Stock auf die liebe Annissa geschüttet." Geschockt sah ich sie an. "Wie bitte?!" "Jetzt tu doch nicht so, als hätten wir ihr wehgetan. Es war doch nur Wasser." "Du bist unmöglich. Ich kann nicht glauben, dass du meine Schwester bist", warf ich ihr entsetzt an den Kopf. Liz kam auf mich zu und legte ihre Hand auf meinen Arm: "Es tut uns Leid, es war dumm von uns. Anni hat sowas wirklich nicht verdient. Am besten ist es, wenn wir uns entschuldigen." Etwas irritiert sah ich Liz an. Cheryl nickte, doch irgendwie kaufte ich ihr das nicht ab. Als würde sie sich irgendwann mal bei jemanden entschuldigen. "Na gut", sagte ich etwas misstrauisch. Liz setzte sich wieder hin und die beiden fingen an zu essen.

 Endlich kamen auch Reggie und Archie zu uns. Schon bereits umgezogen, liefen sie auf den Pool zu und sprangen mit Anlauf rein. Dabei spritzten sie Cheryl und Liz nass, die dann lauthals anfingen Reggie und Archie zu beleidigen. Ich versuchte mir ein Lachen zu verkneifen und sah vorsichtig zu den beiden, damit sie mich nicht auch noch ins Visier nahmen. Auf einmal kletterten Reggie und Archie aus dem Pool und ehe ich mich versehen konnte, schubsten sie mich natürlich ins Wasser. Als ich wieder auftauchte, hörte ich alle Vier lachen und sagte: "Ihr seid so welche Arschlöcher." "Sorry Jason, aber du sahst so aus, als bräuchtest du eine Abkühlung", sagte Reggie und klaute sich eine Pommes bei Cheryl." "Verschwinde, Reggie. Du frisst mir mein ganzes Essen auf", meinte Cheryl. Ich schüttelte meinen Kopf und kletterte klatschnass aus dem Pool. "Ich geh mich kurz umziehen, ihr Idiots", erklärte ich und lief ins Haus. 

Ich zog mir auch eine Badehose an und ging mit Handtüchern und Getränken zurück zu den anderen. Mittlerweile waren nun alle im Wasser, also legte ich die Sachen ab und sprang zu ihnen. Wie kleine Kinder spritzten wir die Mädels nass und Reggie drückte Cheryl sogar ins Wasser, die ihn dann genervt anfauchte. Als es dunkel wurde, trockneten wir uns ab, zündeten ein kleines Feuer an und setzten uns drum rum. Liz setzte sich neben mich. Ich hatte schon gemerkt, dass sie in letzter Zeit oft meine Nähe gesucht hatte und, da es mich nicht störte, legte ich meinen Arm um sie. Daraufhin lächelte sie mich an, sagte jedoch nichts. 

"Ich habe nachgedacht", fing Cheryl an, "Bald ist doch die Eröffnung vom La Bonne Nuit und ich habe keine Begleitung für diese Premiere." "Du willst da hin?", fragte ich sie stirnrunzelnd. "Ja natürlich. Ich habe ihr bei diesem Plan geholfen, als wir noch Freunde waren, also will ich da auch hin. Und natürlich kommt ihr alle mit", erklärte Cheryl. "Muss das sein?", fragte ich genervt. "Dass du das noch fragst, wundert mich. Liz ist deine Begleitung, willst du sie etwa alleine stehen lassen?", meinte sie und hob fragend ihre Augenbraue. "Wer hat das denn gesagt?", erkundigte ich mich. "Willst du nicht mit mir hin gehen?", fragte mich nun Liz leicht enttäuscht. "Doch natürlich, das kam gerade nur etwas plötzlich", erklärte ich überrumpelt. "Gut, dann wäre das ja geklärt. Wenn ihr zusammen geht, bleibt ja nur noch Reggie übrig, aber mit dem will ich nicht zu der Eröffnung gehen", sagte Cheryl. "Wer hat denn gesagt, dass ich überhaupt mit dir dorthin gehen wollte?", fragte Reggie, jedoch merkte ich, dass er etwas verletzt wirkte.

 Auf einmal blitzten Cheryls Augen auf, als sie Archie ansah, der die ganze Zeit nur stumm dem Gespräch gefolgt war. "Archielein, wärst du bereit dazu, meine Begleitung für einen Abend zu sein?", fragte sie mit einem charmanten Lächeln. Ich verschluckte mich fast an meinem Getränk, als ich das hörte. "Ähm, du weißt aber schon, dass Archie mit Betty zusammen ist?", fragte ich sie nach meinem kurzen Hust-Anfall. Sie sah mich ernst an und zischte: "Hab ich dich gefragt?" "Jason hat Recht, Cheryl. Ich werde mit Betty zusammen dorthin gehen", sagte Archie etwas zögerlich. "Na gut, aber falls sich daran noch was ändert, sag mir Bescheid", meinte Cheryl zwinkernd. Archie lächelte sie an und nickte. Kaum zu glauben, was Cheryl manchmal in den Kopf kam. 

Losing YourselfWo Geschichten leben. Entdecke jetzt