Wütend saß ich auf meinem Bett und wartete darauf, dass Sweet Pea aufwachte. Ich hatte ihn gestern den ganzen restlichen Abend gesucht und versucht zu erreichen, doch er war wie verschollen. Nachdem alle Gäste weg waren und wir Veronica noch etwas geholfen hatten, brachte ich Betty nach Hause und fuhr mit Begleitung von Vincent nach Hause. Er bestand darauf mit mir zu fahren, um sich sicher zu sein, dass ich gut zu Hause ankam. Als ich dann dort auch ankam, fand ich Sweet Pea dann friedlich im Bett schlafen. Ich hatte mir so Sorgen gemacht und er konnte mir noch nicht einmal sagen, dass er nach Hause gegangen war. Ich hatte mir schon alle möglichen Bilder durch den Kopf schießen lassen.
Endlich öffnete er langsam seine Augen und sah mich fragend an. "Guten Morgen?", sagte er, doch ich rollte nur mit meinen Augen. "Wo warst du gestern? Ich war krank vor Sorge." Sachte setzte Sweet Pea sich auf und erklärte: "Ich war müde und deswegen hat Fangs mich nach Hause gebracht." "Und ihr seid nicht auf die Idee gekommen, mir Bescheid zu geben?", fragte ich immer noch etwas geschockt. "Du hattest so viel Spaß mit Vincent, da wollte ich euch nicht stören." Empört stand ich auf und fasste mir an meinen Kopf. "Ich fass es nicht. Du bist wirklich eifersüchtig auf Vincent." Sweet Pea wollte aufstehen, doch ich schubste ihn zurück ins Bett. "Dass du so wenig Vertrauen für mich aufbringst, ist verdammt traurig. Hab ich dich jemals angelogen?", fragte ich ihn. "Nein hast du nicht. Es tut mir Leid. Es war dumm von mir, einfach wegzufahren. Und für die Aussage vorhin...", sagte er kleinlaut. Ich lachte auf. "Schön, dass du es wenigstens einsiehst." Ohne weitere Worte schnappte ich mir mein Handy und verließ das Zimmer.
Unten saß meine Mutter bereits im Wohnzimmer und sah sich eine spanische Kochsendung an. Als sie mich kommen hörte, fragte sie: "Wie war die Eröffnung gestern?" Ich setzte mich neben sie aufs Sofa und stöhnte genervt auf. "Es war eigentlich echt schön. Veronica sah glücklich aus, wie auch die ganzen Gäste. Und ich konnte mir ein paar neue Tricks zum Mixen bei einem anderen Barkeeper abgucken." "Warum bist du dann sauer?" "Sweet Pea ist gestern, ohne was zu sagen, nach Hause gegangen. Wir haben ihn verzweifelt gesucht. Mum, ich hatte richtig Angst um ihn." Sie strich mir beruhigend durch mein Haar und sagte: "Ich kann verstehen, dass du dir Sorgen gemacht hast und, dass er einfach so gegangen ist, war sehr dumm von ihm. Doch ich denke nicht, dass er einfach so ohne Weiteres gegangen wäre, wenn ihm nicht selbst etwas auf dem Herzen liegen würde."
"Mh... Das klingt einleuchtend. Bestimmt stimmt irgendetwas nicht und ich habe ihn auch noch angeschnauzt. Jetzt fühl ich mich schlecht." Meine Mutter lächelte mich an. "Mach dir nicht so viele Gedanken drüber. Gib ihm selbst etwas Zeit, ich bin mir sicher, dass er die braucht. Genauso wie du. Hast du heute etwas vor?", fragte sie mich. "Ja, Veronica und ich haben uns verabredet." "Okay gut, dann lenk dich ein bisschen ab. Das wird dir gut tun." Vielleicht sollte ich das wirklich tun. Es wäre keine so schlechte Idee, wenn Sweet Pea und ich kurz eine Pause voneinander machen. Möglicherweise würde er mir später dann erzählen, was los ist.
Also machte ich mich auf den Weg zum Pop's, weil Veronica und ich uns da treffen wollten. Mit dem Auto meiner Mutter fuhr ich auf den Parkplatz und stieg aus. Beim Eintreten des Diners läutete die Glocke, was Veronicas Aufmerksamkeit auf mich zog. Sie stand gerade am Tresen und sprach überraschenderweise mit Vincent, dem Barkeeper von gestern. "Hi Leute. Was macht ihr?", fragte ich und trat zu ihnen. "Hey Süße, Vincent und ich besprechen grad nur, was gestern alles an Getränken weggegangen ist. Wir sind auch gleich fertig", sagte Veronica und inspizierte weiter die Liste vor ihr. "Hi, wie geht es unserem Ausreißer?" Veronica schenkte Vincent einen genervten Blick, doch ich erklärte in Ruhe: "Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Meine Mutter meint, dass Sweet Pea etwas verheimlicht und langsam glaub ich das auch." "Wenn du mich fragst, dann denk ich das auch... So, das wars dann, Vincent. Wir sind fertig. Danke nochmal, dass du so schnell einspringen konntes", merkte Veronica an. "Dir helfe ich doch immer gerne." "Sollen wir drei vielleicht nach unten ins La Bonne Nuit? Ich könnte einen Drink gebrauchen", fragte Veronica und fasste sich mit zusammen gekniffenen Augen an ihren Kopf. "Da bist du nicht die Einzige", meinte ich etwas erleichtert. "Natürlich höre ich mir gerne eure Probleme an, während ich euch einen meiner Specialities zubereite", sagte Vince und strahlte uns an, was wirklich ansteckend wirkte.
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Losing Yourself
Romantik~Das ist der zweite Teil von meiner Fan-Fiction "Lost in You", deswegen empfehle ich zuerst den ersten Teil zu lesen~ Was machst du, wenn ein Problem nach dem anderen in dein Leben tritt und sie dich von Tag zu Tag immer mehr beunruhigen? Lohnt es s...
