Aufgeregt griff Fangs nach seinem Handy und ging ran. "Hallo?" Ich hörte zwar nicht, was am anderem Ende der Leitung gesagt wurde, jedoch konnte ich mir vorstellen was es war. Fangs' Gesicht verriet es mir. Er strahlte förmlich und fing eilig an seine Sachen zusammen zu packen. Jug und ich taten es ihm gleich. Kurz danach legte er auf und verkündete uns die freudige Nachricht: "Die Operation ist gut verlaufen und die Kugel wurde erfolgreich aus der Bauchhöhle entfernt. Sweet Pea lebt und er wird wieder vollständig gesund werden."
Wieder kamen mir die Tränen hoch, doch diesmal, weil ich so unendlich viel Glücksgefühle in diesem Moment empfand. Mir wurde klar klar, dass ich keine Angst mehr zu haben brauchte, dass ich Sweet Peas Stimme nie wieder hören könnte. Jughead ging sich erleichtert durch die Haare und atmete tief aus. Ich musste an seine Worte denken, als wir vor ein paar Stunden noch auf dem Schülerparkplatz der Schule standen. Er fühlte sich schuldig für das, was mit Sweet Pea passiert war. Jedoch wissen Fangs und ich, dass das nicht der Fall war. In meinen Augen waren es die Bulldogs und niemand konnte mir etwas anderes erzählen. Ich musste jetzt unbedingt zu Sweet Pea. Er war gerade das Einzige, woran ich in dem Moment denken konnte.
Schon nach kurzer Zeit, saßen wir drei in Fangs' Auto und fuhren zum Krankenhaus. Wir rannten in den Eingangsbereich und fragten an dem Tresen nach Sweet Peas Zimmernummer. Die Schwester erklärte uns, dass er gerade noch nicht ansprechbar sei, jedoch bestand ich darauf ihn trotzdem zu sehen. Zwar nicht ganz zufrieden damit, aber nach einigen Diskussionen, gab die Schwester die Zimmernummer preis. Also suchte ich nach dem Raum und nach einem kurzen Besprechen einigten wir uns drauf, dass ich allein zu Sweet Pea reingehen würde.
Völlig nervös betrat ich den Raum und sah mich um. Sweet Pea lag in seinem Bett und schlief. Er war angeschlossen an mehrere Apparate, die immer im gleichen Rhythmus piepten. Langsam kam ich auf ihn zu, rückte einen Stuhl neben ihn und setzte mich. Es tat wirklich weh ihn so zu sehen und ich konnte ihm noch nicht einmal irgendwie helfen. Ich sah ihn mir genau an. Sein Gesicht war überseht mit Schürfwunden und unter seinem linken Auge war ein blauer Fleck zu sehen. Ich fuhr mit meinen Finger über seine Wunden, nahm anschließend vorsichtig seine Hand und drückte sie leicht. "Du wirst wieder gesund", flüsterte ich, um mich selbst zu beruhigen und schloss meine Augen.
Auf einmal spürte ich einen kurzen Druck bei meiner Hand und daraufhin folgte ein schwaches: "Ich weiß." Geschockt öffnete ich meine Augen wieder und blickte in Sweet Peas leicht lächelndes Gesicht. "Du... du bist wach?!", fragte ich aufgeregt. "So wie es aussieht." Ich beugte mich leicht über ihn und drückte ihm einen Kuss auf den Mund. "Warum baust du nur so eine Scheiße?", fragte ich ihn kopfschüttelnd, doch über beide Ohren strahlend. "Das war nicht meine Schuld. Es war..." Er stoppte kurz. "Was ist eigentlich passiert?", wollte er nun wissen. "Ich war nicht dabei als du angeschossen worden bist, da Archie mich ja dank deiner Bitte raus getragen hat. Später im Krankenhaus hat Fangs mir erzählt, was während der Schlägerei passiert ist." "Ahh stimmt. Zum Glück hat Archie dich rausgebracht. Ich will nicht wissen, was du getan hättest, wenn du beim Schuss dabei gewesen wärst." "Ich wäre komplett durchgedreht, verständlicherweise", sagte ich.
"Weiß noch jemand, außer wir und den Footballern von diesem Vorfall?" "So weit ich weiß, eigentlich nicht. Was sagen wir den Lehrern, was mit dir passiert ist?" "Ich sag einfach, dass ich überfallen worden war oder so", meinte er. "Wenn man sich das Blut auf dem Schulflur weg denkt, könnten sie dir das möglicherweise abkaufen." Sweet Pea schenkte mir ein schwaches Lächeln. "Du siehst schrecklich aus", sagte er so lieb wie er nur konnte. "Na vielen Dank auch. Du siehst auch nicht besser aus. Wie sollte ich auch richtig schlafen können, wenn du angeschossen wurdest und wir nicht wussten, wie es mit dir steht?" "Genug getrauert. Du solltest jetzt gehen und dich ausruhen." Ich seufzte, da ich wusste, dass er recht hatte. Morgen war wieder Schule und ich durfte nicht fehlen, weil eine wichtige Klausur anstand. Darüber hinaus warteten auch noch Jug und Fangs draußen. "Na gut." Ich beugte mich nochmals sachte über Sweet Pea und küsste ihn innig.
"Ich komm morgen direkt nach der Schule zu dir", versprach ich ihm. "Hetz dich nicht. Ich kann mich so oder so nicht von hier wegbewegen." Ich warf ihm einen Luftkuss zu und verließ dann das Krankenzimmer. Fangs und Jug sahen mich erwartungsvoll an. Ich erklärte: "Ihm geht es gut, den Umständen nach entsprechend natürlich, aber es wird. Ich hab mit ihm gesprochen." "Er ist wach?", fragte mich Jug. Ich nickte. "Ich hab mich mit ihm unterhalten können. Morgen fahre ich direkt nach der Schule wieder hier hin." "Ich komme mit", meinte Fangs. "Ich weiß nicht, ob ich morgen kann. Wenn, dann komm ich abends vorbei", meinte Jughead.
Was hatte der, denn jetzt wieder vor? In letzter Zeit war er öfters mal weg und er wollte mir nicht erzählen, was er tat. Vielleicht sollte ich mal etwas nachforschen, denn ich wollte nicht, dass ihm etwas passierte. Wenn ich ehrlich war, dann ist letztens auch etwas echt dumm gelaufen. Es gab eine neue Lieferung, die wir Serpents transportieren mussten. Jughead, Sweet Pea, Fangs, Toni und ich waren verantwortlich dafür. Als wir dann bei der Lagerhalle ankamen, in der wir die Lieferung abstellen sollten, kam die Polizei. Wir hatten es geschafft zu entkommen, ohne dass wir entdeckt wurden, jedoch mussten wir die Lieferung stehen lassen. Nun wird es nicht lang dauern, bis sie unsere Fingerabdrücke finden und uns dann festnehmen werden. Jughead versucht das Ganze irgendwie zu vertuschen, doch das hatte bis jetzt noch nicht wirklich geklappt. Er wollte uns auch nicht von seinem Plan erzählen, deshalb machte ich mir echt Gedanken darüber, wie weit er gehen könnte. "Fahren wir?", fragte Fangs uns. Ich nickte stumm und blickte Jug ernst an. Er mied meinen Blick, also hatte er ganz sicher was zu verstecken.
Trotzdem sagte ich nichts mehr und verließ gefolgt von den beiden das Krankenhaus. Ich musste ganz dringend mal schlafen. Zwar ohne Sweet Pea, aber wenigstens wusste ich, dass er lebt und dass es ihm besser gehen wird. Fangs brachte mich nach Hause und fuhr dann zusammen mit Jug weiter. Als ich nach Hause kam, schlief meine Mutter schon, deswegen schlich ich mich in mein Zimmer und machte mich auch bereit fürs Bett. Es war so ruhig im ganzen Haus, was mich etwas stutzig werden ließ. Normalerweise machte mir die Dunkelheit nichts aus, jedoch war diesmal etwas anders. Mein Zimmer befand sich im zweiten Stock, was meine Theorie auch etwas lächerlich klingen ließ, doch ich fühlte mich irgendwie beobachtet. Mit einem mulmigem Gefühl im Bauch, zog ich die Vorhänge in meinem Zimmer zu und legte mich ins Bett. Warum sollte mich jemand beobachten? Natürlich war mir bewusst, dass es Stalker gab, doch noch mehr Probleme in meinem Leben konnte ich jetzt wirklich nicht gebrauchen.
DU LIEST GERADE
Losing Yourself
عاطفية~Das ist der zweite Teil von meiner Fan-Fiction "Lost in You", deswegen empfehle ich zuerst den ersten Teil zu lesen~ Was machst du, wenn ein Problem nach dem anderen in dein Leben tritt und sie dich von Tag zu Tag immer mehr beunruhigen? Lohnt es s...
