Der Vorfall in der Sporthalle

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"Du hattest recht mit Vincent. Ich hätte ihm nicht vertrauen dürfen?", murmelte ich angeschlagen. Sweet Pea, der seinen Arm auf der Couch um mich gelegt hatte, fragte triumphierend: "Natürlich hatte ich recht, aber mal davon abgesehen, was hat er gemacht?" "Ich hab ihn zusammen mit Cheryl gesehen. Sie haben sich geküsst." "Uhhhh, wie mies.", sagte er und drückte mich fester an sich. "Das ist das einzige, was du dazu zu sagen hast? Wie mies?", fragte ich etwas skeptisch. "Du hast es doch gerade schon schwer, da will ich es nicht noch schlimmer machen", erklärte Sweet Pea. "Wie einfühlsam von dir, danke." "Wie war dein erster Arbeitstag?", fragte er geschickt, um mich auf andere Gedanken zu bringen. Direkt war ich wieder bei besserer Laune. "Es war wundervoll. Ich liebe die Stimmung und die Leute dort, es ist einfach ein Traum. Ich hätte es mir gar nicht besser vorstellen können", sagte ich zufrieden. "Na siehst du, es ist nicht alles scheiße. Ich bin froh, dass es dir dort gefällt." Ich küsste Sweet Pea, als Dankeschön für seine aufbauenden Worte.

"Willst du einen Tee?", fragte mich Sweet Pea, der heute auch recht glücklich zu wirken schien. "Oh yeees, bitte.", rief ich erfreut und breitete mich auf dem Sofa aus, nachdem er aufgestanden ist. Kurze Zeit später kam er mit einer Tasse zurück und sah mich fordernd an, damit ich ihm Platz machte. "Heute noch? Ich kann den Tee auch wieder in die Küche bringen." Schnell zog ich meine Beine ran, sodass Sweet Pea sich hinsetzen konnte. "Geht doch. Hier, dein Orange-Lemon-Tee", sagte er und reichte mir die heiße Tasse. "Danke, Baby." Während ich in meine Tasse pustete, legte Sweet Pea wieder seinen Arm um mich. Ich kuschelte mich an ihn und sagte nach einiger Zeit: "Ich bin froh, dass alles wieder gut ist zwischen uns. Das war echt anstrengend die letzten Tage." "Jaa, das stimmt. Ich bin auch erleichtert darüber." Kurz nachdem ich meine leere Tasse auf den Tisch gestellt habe, legte ich mich wieder zu Sweet Pea und, da ich wirklich echt müde war, dauerte es nicht lange bis ich eingeschlafen war.

~

Als ich morgens aufwachte, merkte ich, dass ich immer noch auf dem Sofa lag. Anscheinend war Sweet Pea selbst hier eingeschlafen. "Na ihr Schlafmützen, hattet ihr gestern eine lange Nacht?" Die Stimme meiner Mutter ertönte und ließ mich direkt wacher werden. Sweet Pea schien darüber nicht ganz zufrieden zu sein, denn er vergrub sein Gesicht in meinen Haaren und versuchte weiter zu schlafen. Ich strich ihm über seine dunklen Haare und sah meine Mutter auf uns zu kommen. "Soll ich euch was zu Essen machen, bevor ich losfahre." Ehe ich was sagen konnte, murmelte Sweet Pea schon: "Ich will ein Sandwich. Mach lieber zwei, weil Anni meins immer selbst auf isst." "Gut, dann geh ich mal in die Küche", sagte sie lächelnd und lief in die Küche. "Wenn du nicht willst, dass ich beide Sandwiches aufesse, dann solltest du jetzt aufstehen", flüsterte ich provokant und stand vom Sofa auf, um mich fertig zu machen.

Ungefähr eine Viertelstunde später war ich fertig und ging in die Küche, in der meine Mum und Sweet Pea schon saßen und über irgendetwas lachten. "Was ist so lustig?", fragte ich, während ich nach meinem Sandwich Ausschau hielt. Als ich es nicht finden konnte, verstand ich worüber die beiden lachten. "Haha, sehr lustig. Hab noch nie so viel gelacht, aber jetzt mal ernsthaft. Wo ist mein Essen?" Sweet Pea legte den Kopf schief und erklärte: "Du hast zu lang gebraucht, deswegen hab ich es gegessen." Ich lief auf ihn zu, blickte ihm tief in die Augen und sagte: "Wie kannst du es wagen..." "Spaß, hier ist es. Hab ich sogar selbst gemacht. Extra für dich", meinte er mit seinem liebevollen Blick, was mein Herz zum Schmelzen brachte. Er überreichte mir mein Teller mit dem Sandwich, den ich dankend annahm. "War auch nur Spaß, das hat deine Mutter gemacht", sagte er frech. Ich schüttelte nur meinen Kopf und meinte lachend: "Ich bin ja so enttäuscht von dir."

"Max und Noah kommen heute Abend zu uns", schob meine Mutter, während unserem Gespräch ein. "Warum heute schon?", fragte ich. "Weil du sonst an jedem Tag arbeitest. Ich will doch, dass du dabei bist." "Na gut, ich hab verstanden, dass ich nicht mehr davon komme." "Wenn du von der Schule kommst, fangen wir mit der Paella an." "Na da freu ich mich schon drauf", murmelte ich und sah, dass Sweet Pea mich heimlich auslachte. Schnell verging ihm, jedoch das Lachen, als ich meine Mutter fragte: "Wir brauchen doch sicher noch eine Hilfe zum Kochen oder?" "Man kann nie genug Hilfe bekommen", sagte meine Mutter und verstand worauf ich hinaus wollte. Ich streckte Sweet Pea meine Zunge aus, dem sein Grinsen vergangen war, und packte meine Schultasche zusammen, da wir langsam los mussten. 

Losing YourselfWo Geschichten leben. Entdecke jetzt