N E Y L A
Jetzt hörte ich ihn auch schluchzen, jedes mal wurde ich immer lauter. Nach jedem schluchzer, fragte ich ihn, warum er angerufen hat. Warum er mich nicht in ruhe lassen kann.
Ich habe doch die Ehre beschmutzt. Ich bin doch durchgebrannt. Ich bin doch mit Karam mitgegangen.
"Daye (=Mama) weint jeden Tag nach dir Neyla, komm bitte nachhause!" flehte er mich an.
Als ich es realisiert habe, wie sich doch meine Familie fühlt seit dem ich weg bin, brach mein schon gebrochenes Herz noch einmal. Wie konnte ich so egoistisch sein. Wie konnte ich meine Familie so enttäuschen. "Ich kann nicht kommen, vergisst mich."
"Bitte Neyla! Wir können nicht mehr! Niemand verurteilt dich, okay baba und Hawal sind sauer auf dich. Sie wollen dich nicht sehen. Aber Rojin, Mama und ich haben dir verziehen. Du bist aus Liebe abgehauen, weil du ihn liebst. Es ist okay, jemanden zu lieben und es war auch falsch, dass Baba eure Beziehung nicht zugelassen hat. Wir können es nicht mehr Neyla min( = meine Neyla).
Kein einzige Tag vergeht an dem wir nicht an dich denken. Du hast uns mit deiner verrückten, aber auch manchmal nervtötenden Art Liebe und Freude in unser Leben gesprüht. Bitte komm zurück."Ich lachte ein wenig, weil ich mich an unseren Kinderstreitereien erinnert habe. Aber ich musste mich zusammenreißen..."Nein as Kurban(= kann es nicht übersetzten, aber ist ein Kosewort) . Ich kann nicht kommen. Ich leb mein Leben hier. Wie hast du meine Nummer herausbekommen. Ich hab mir doch eine neue zugelegt."
"Kontakte mein Herz. Ich habe viel recherchiert und habe die dann bekommen. Wenn du mich fragen willst, wer die mir gegeben hat. Ich werde es dir nicht sagen, frag erst gar nicht."
Mit Tränen musste ich schmunzeln. Er kannte mich so gut, dass er meine zweite Frage schon beantwortet habe, bevor ich ihn die gestellt habe.
Ich wusste, wie er drauf ist. Also wusste ich auch, dass er ein Sturkopf, wie unser Vater sei und deswegen versuche ich ihn auch gar nicht erst zu überreden, mir zu sagen, wer es ihm gesagt hat.
Es herrschte eine Zeitlang unangenehme Stille. Niemand wusste, was er sagen sollte. Aber auflegen, wollte auch niemand.
Weitere Minuten vergingen und niemand sprach. Ich wollte auflegen, wurde aber jedoch von Alan unterbrochen.
"Wie geht es Karam?"
Als ich das hörte, zog ich stark die Luft ein, dass merkte ich, da Alan fragte, was los sei.
"Ehm nichts....was war nochmal?" versuchte ich so glaubwürdig wie möglich sagen, aber wir beide kannten uns so gut, dass er wusste, dass es gespielt war.
"Eh ja...wie geht es Karam?"
schon wieder fragte er. Ich blieb still, da ich nicht wusste, was ich ihm sagen sollte. Soll ich ihn anlügen oder doch die Wahrheit sagen. Aber er ist doch mein kleiner Bruder, wie soll ich ihm es verschweigen."Neyla bist du noc....." ich unterbrach ihn mit "Karam ist gestorben" und fing wieder an zu weinen, jetzt jedoch lauter. Es war mir egal, dass Alan mich so hörte. Er wusste selbst, wie verletzt ich doch sein musste. Wenn man jemanden liebt, der dann plötzlich stirbt, dann möchte man doch selbst sterben. Man fragt sich doch, warum man nicht derjenige ist, der gestorben sei oder liege ich damit falsch?
"Mein Beileid Neyla, wie geht es dir damit?"
Ich wollte seine Frage beantworten, wurde jedoch von einer Frauen Stimme unterbrochen.
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Ein Augenblick
Short Story𝑫𝒂𝒔 𝑺𝒑𝒊𝒆𝒍 𝒎𝒊𝒕 𝒅𝒆𝒎 𝑭𝒆𝒖𝒆𝒓 Neyla Wezam. Ein Mädchen, die mit ihrer wahren Liebe geflohen ist. Ein Mädchen, was nicht den Standart entspricht. Ein Mädchen, was sich unsterblich in ihren schon Verlobten Karam verliebt hat. Aber die Elt...